Schub, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schub(e)s · Nominativ Plural: Schübe
Aussprache
Wortbildung mit ›Schub‹ als Erstglied: ↗Schubboot · ↗Schubdüse · ↗Schubfach · ↗Schubfenster · ↗Schubkarre · ↗Schubkarren · ↗Schubkasten · ↗Schubkraft · ↗Schublade · ↗Schublehre · ↗Schubmodul · ↗Schubprahm · ↗Schubschiff · ↗Schubschifffahrt · ↗Schubspannung · ↗Schubstange · ↗Schubverband · ↗schubweise
 ·  mit ›Schub‹ als Letztglied: ↗Bremsschub · ↗Doppelstockschub · ↗Entwicklungsschub · ↗Inflationsschub · ↗Investitionsschub · ↗Kostenschub · ↗Modernisierungsschub · ↗Modernitätsschub · ↗Motivationsschub · ↗Nachfrageschub · ↗Privatisierungsschub · ↗Raketenschub · ↗Teuerungsschub · ↗Wärmeschub
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
das (ruckartige) Schieben, der Stoß
a)
Beispiele:
ein plötzlicher, derber Schub
mit einem kräftigen Schub wurde der Wagen angeschoben
b)
Technik, Physik Schubkraft
Beispiele:
der Schub eines Dieselmotors, einer Rakete
[ein Kerntriebwerk] das binnen weniger Minuten einen Schub von 55000 Pfund entwickelte [Tageszeitung1966]
c)
Medizin
Beispiel:
Fieberattacken, die in Schüben (= in unregelmäßigen Abständen, unvermittelt und heftig) auftreten
d)
Kegeln
Beispiel:
alle neune auf einen Schub (= mit einem Wurf) treffen
2.
die auf einmal beförderte Masse, Menge
a)
von Materialien
Beispiele:
ein Schub Bretter
einen Schub Ersatzteile verladen
Handwerkein Schub Brot (= soviel Brot, wie auf einmal in den Backofen geschoben werden kann)
b)
von Menschen
Beispiele:
ein Schub Leute, Besucher
der Genesene wurde mit dem nächsten Schub aus dem Krankenhaus entlassen
Schub auf Schub, Schub um Schub
in nacheinanderfolgenden Gruppen, schubweise
Beispiele:
Schub um Schub wurden die Gäste in das Café eingelassen
Unsere Klinik ... wurde jetzt Schub auf Schub mit hundert bis hundertfünfzig Verwundeten belegt [BrugschArzt186]
3.
landschaftlich, besonders ostmitteldeutsch herausziehbarer Kasten in Möbelstücken, Schublade
Beispiele:
ein Schreibtisch mit vier Schüben
einen Schub aufziehen, verschließen, zuschieben
daß ... Schränke und Schübe mit gutem Hausrat überfüllt sind [C. Hauptm.Einhart1,14]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schub · Schubkarren · Schubkarre · Schublade · Nachschub · Schuber
Schub m. ‘das Schieben, Stoß, was auf einmal geschoben wird, Schiebefach, die Kraft, mit der ein durch Rückstoß bewegter Körper angetrieben wird’, Verbalabstraktum zu dem unter ↗schieben (s. d.) behandelten Verb. Mhd. schup ‘Aufschub, Fristverlängerung, das Schieben der Schuld auf einen anderen, Beweismittel, Strafe’ ist zunächst ein Ausdruck der Rechtssprache. Erst vom 16. Jh. an wird Schub (wohl als Neubildung zum Verb) in allgemeinerem Sinne verwendet und steht für ‘Stoß’ (16. Jh.; s. auch ↗Schubs), ‘was auf einmal geschoben wird, eine gewisse Menge’ (17. Jh., z. B. ein Schub Brot, Semmeln), ‘Schiebelade, -fach’ (um 1800) und (im physikalisch-technischen Bereich) ‘Kraft, mit der etw. vorwärts getrieben wird’. Schubkarren m. Schubkarre f. ‘einrädriger Karren, der geschoben wird’ (16. Jh.), Schuffkarren (15. Jh.). Schublade f. ‘Lade oder Kasten, die zum Öffnen und Schließen heraus- und hineinzuschieben sind’ (16. Jh.). Nachschub m. ‘Hinterhergeschobenes zur Ergänzung einer (Versorgungs)lücke’ (15. Jh.), vor allem im militärischen Bereich ‘Versorgung der Truppe mit Proviant, Munition und mit frischen Einheiten’. Schuber m. Gerätebezeichnung für eine Sache, die geschoben wird, ‘Riegel’, in die etw. geschoben wird, ‘Umhüllung, Futteral’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Antrieb · ↗Auftrieb · ↗Drive · ↗Elan · ↗Pep · Schub · ↗Schwung · ↗Verve
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
Anfall · Schub  ●  ↗Insult  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Schub Selbstvertrauen Triebwerk akut ausbleiben bewirken depressiv enorm entscheidend erhoffen erhofft gehörig gewaltig inflationär innovativ kreativ kräftig manisch neuerlich nötig paranoid psychologisch psychotisch regelrecht schizophren spürbar technologisch ungeheuer verleihen zusätzlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schub‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch für 2001 erwartet das Management hier einen kräftigen Schub.
Der Tagesspiegel, 26.02.2001
Von der "Boot" erwarten sie alle nach einem guten Jahr 2000 einen weiteren Schub für dieses Jahr.
Die Welt, 20.01.2001
Ab dem vierzehnten Jahr waren die Schübe häufiger und schwerer geworden.
Kerner, Charlotte: Blueprint Blaupause, Weinheim: Beltz & Gelberg 1999, S. 87
Seine Graphik entsteht in großen Schüben, zuerst 1928 und 1938.
o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 16493
Er wackelt auf dem Sockel, man gab ihm einen kräftigen Schub.
Tucholsky, Kurt: Denkmalsschmelze. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 6167
Zitationshilfe
„Schub“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schub>, abgerufen am 06.12.2019.

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