Schuft, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schuft(e)s · Nominativ Plural: Schufte
Aussprache
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend ehrloser, gemeiner Mensch, Schurke
Beispiele:
ein erbärmlicher, hinterhältiger Schuft
umgangssprachlich ein ausgemachter Schuft
ihr niederträchtigen Schufte!
jmdn. einen Schuft nennen
Erschlagt die Schufte, eh ihr selbst erschlagen! [WeinertRufe287]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schuft · schuftig
Schuft m. ‘Schurke, ehrlose, gemeine Person’ (um 1800), ‘armseliger, häßlicher, heruntergekommener Mensch’ (18. Jh.), ‘verarmter Adliger’ (17. Jh.). Der Ausdruck ist nd. Herkunft, seine literatursprachliche Verwendung folgt dem jeweiligen nd. Gebrauch. Nd. Schuft, Schufft, Schofft gilt als Zusammenziehung von mnd. schūvūt, nd. Schuvuut ‘Uhu’, einer den Ruf des Tieres (als schieb aus gedeuteten) nachahmenden Bezeichnung. Der Name wird als Schimpfwort (Anfang 17. Jh.) auf den wie die Eule das Tageslicht scheuenden verarmten Edelmann und Raubritter übertragen. schuftig Adj. ‘wie ein Schuft, ehrlos, gemein’ (um 1800), nd. schuftig ‘armselig, zerlumpt, bettelhaft’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bösewicht · ↗Frevler · ↗Gauner · ↗Halunke · ↗Lump · ↗Missetäter · ↗Schlitzohr · Schuft · ↗Schurke · ↗Spitzbube · ↗Strolch · ↗Tunichtgut · ↗Unhold · ↗Übelmann · ↗Übeltäter · übles Subjekt  ●  ↗Fötzel  schweiz. · ↗Haderlump  österr., bair. · (eine) miese Type  ugs. · ↗Canaille  derb, franz. · ↗Kanaille  derb · ↗Schubiack  ugs. · fieser Finger  ugs., abwertend, veraltet · krummer Hund  ugs., fig. · linke Bazille  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Delinquent · ↗Gesetzesbrecher · Krimineller · Schuft · ↗Straftäter · ↗Täter · ↗Verbrecher · kriminelles Element · ↗Übeltäter  ●  ↗Malefikant  geh., veraltet · ↗Schächer (bib.)  geh. · schwerer Junge  ugs., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dieb Held Lump Schurke Verräter benehmen dastehen elend gemein

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schuft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schufte hätten wir sein müssen, wenn wir uns nicht reich beschenkt vorgekommen wären.
Die Zeit, 16.12.1966, Nr. 51
Wie sank die Welt, seit ihr die Ehre befohlen war, zum Schuft!
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1920]
Um anständig leben zu können, muß man ein Schuft sein.
Lichtenstein, Alfred: Der Sieger. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 35660
Und dieser Schuft ist seit jener Nacht verschwunden, spurlos verschwunden, so heiß auch mein Verlangen gewesen ist, ihm wieder zu begegnen.
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 102
Aber nachdem sie bisher keine Schufte waren, werden sie vielleicht auch künftig anständig sein.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 273
Zitationshilfe
„Schuft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schuft>, abgerufen am 17.02.2019.

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