Schuldbrief, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchuld-brief (computergeneriert)
WortzerlegungSchuldBrief
eWDG, 1976

Bedeutung

veraltet
Synonym zu Schuldschein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brief · Bannbrief · Frachtbrief · Kaufbrief · Schuldbrief · verbriefen · Sendbrief · brieflich · Briefwechsel · Briefmarke
Brief m. ‘persönliches, adressiertes Schriftstück’, ahd. briaf (9. Jh.), mhd. mnl. nl. brief, asächs. mnd. anord. brēf, schwed. brev sowie engl. brief ‘Anweisung, Instruktion’ sind entlehnt aus lat. brevis (libellus) oder spätlat. breve n. ‘kurzes Schreiben, Urkunde’ (6. Jh.), zum Adjektiv lat. brevis ‘kurz, klein’. Vor der Übernahme ins Ahd. muß bereits Längung des -e- eingetreten sein, so daß der Diphthong -ia- entstehen kann. Demgegenüber wird anord. asächs. mnd. und mengl. -ē- bewahrt, in den nord. Sprachen auch das neutrale Genus (nach lat. breve n.). Die älteste Bedeutung ‘Schreiben, Urkunde’ (9. Jh.) bleibt in vielen Verbindungen erhalten: Brief und Siegel (14. Jh.), Bannbrief m. (14. Jh.), Frachtbrief m. (17. Jh.), ↗Freibrief ‘Privileg’ (14. Jh., s. d.), Kaufbrief m. (15. Jh.), Schuldbrief m. (15. Jh.), ↗Steckbrief ‘öffentlich bekanntgemachte Personenbeschreibung eines Flüchtigen’ (16. Jh., s. d.); dazu auch verbriefen Vb. ahd. firbriaven (9. Jh.), mhd. verbrieven ‘urkundlich feststellen’. In den folgenden Wendungen und Zusammensetzungen wird die ältere Bedeutung ‘Urkunde’ durch die (seit dem 12. Jh. bezeugte) heute allein übliche Bedeutung von Brief (zuerst in mhd. sentbrief, nhd. Sendbrief m. ‘an jmdn. bzw. mehrere gerichtetes Schriftstück’, auch ‘Denkschrift’) abgelöst: offener Brief ‘öffentliche Urkunde, Bekanntmachung, Mitteilung’ (13. Jh.), später ein in einer Zeitung abgedrucktes oder als Vervielfältigung versandtes Schriftstück (19. Jh.), Briefkasten m. ‘Urkundentruhe’ (15. Jh.), seit 1824 ‘Postbriefkasten’, Briefträger m., mhd. brieftrager ‘Gerichtsbote, der amtliche Schreiben austrägt’ (14. Jh.), seit dem 18. Jh. ‘Postbriefzusteller’. brieflich Adj. ahd. briaflīh ‘schriftlich, brieflich’ (10. Jh.), mhd. brievelīchen Adv. Briefwechsel m. bereits Mitte des 16. Jhs. belegt, danach 1644 von Harsdörfer als Verdeutschung von ↗Korrespondenz (s. d.) vorgeschlagen. Briefmarke f. (Mitte 19. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beliebteste Anlageform sind wertbeständige Schuldbriefe der Regierung, die ebenfalls an die Inflationsrate indexiert sind.
Die Zeit, 21.12.1979, Nr. 52
Zur Kriegsfinanzierung bewilligte der Reichstag 1914 die Deckung der Mark durch bloße Schuldbriefe der Regierung.
Süddeutsche Zeitung, 02.01.1999
Dazu gehören Schuldbriefe, die im Ausland verkauft werden, die amerikanische Unterstützung und Spenden vom Weltjudentum.
Die Zeit, 09.01.1978, Nr. 02
Man arbeitete mit Verboten für Kartelle, köderte mit Subventionen, errichtete Staatsbanken, gab Papiergeld und Schuldbriefe aus.
Süddeutsche Zeitung, 22.08.1996
Zitationshilfe
„Schuldbrief“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schuldbrief>, abgerufen am 20.06.2019.

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