Schulter, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schulter · Nominativ Plural: Schultern
Aussprache
WorttrennungSchul-ter
Wortbildung mit ›Schulter‹ als Erstglied: ↗-schultrig · ↗Schulterband · ↗Schulterbewegung · ↗Schulterblatt · ↗Schulterbreite · ↗Schultergelenk · ↗Schultergürtel · ↗Schulterhöhe · ↗Schulterklappe · ↗Schulterklopfen · ↗Schulterknochen · ↗Schulterkragen · ↗Schulterlinie · ↗Schultermantel · ↗Schulterniederlage · ↗Schulterprellung · ↗Schulterriemen · ↗Schulterschluss · ↗Schulterstand · ↗Schulterstück · ↗Schultertasche · ↗Schultertuch · ↗Schulterverrenkung · ↗Schulterwehr · ↗schulterbreit · ↗schulterfrei · ↗schulterhoch · ↗schulterwärts · ↗schulterzuckend
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
beweglicher, oberer Teil des Rumpfes über den Achseln zu beiden Seiten des Halses beim Menschen und bei Wirbeltieren
Beispiele:
die linke, rechte Schulter
gerade, ausladende, breite, runde, eckige, schiefe, abfallende, schmale Schultern
kräftige, starke, knochige, magere, schwache, zarte Schultern
mich schmerzt die linke Schulter
die Schultern (an)heben
er zog zweifelnd die Schultern hoch
die Schultern einziehen
enttäuscht die Schultern hängen lassen
jmds. Schulter streifen
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »an«
Beispiele:
er reicht mir bis an die Schulter
sie legte den Kopf an seine Schulter
jmdn. an der Schulter fassen, packen
sie standen Schulter an Schulter (= dicht gedrängt)
bildlich
Beispiel:
Schulter an Schulter (= in enger, fester Gemeinschaft) mit jmdm. kämpfen
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
ihr Haar fällt bis auf die Schultern
jmdn. auf die Schulter schlagen
einen Sack auf die Schulter heben
den Arm auf jmds. Schulter legen
den Kopf auf die Schulter sinken lassen
Ringenjmdn. auf beide Schultern legen, zwingen (= besiegen)
jmdm. freundschaftlich, wohlmeinend auf die Schulter klopfen
die begeisterten Zuschauer trugen den Sieger auf den Schultern aus dem Stadion
Grammatik: in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
ratlos, unmutig mit den Schultern zucken
mit hängenden Schultern dastehen (= enttäuscht dastehen)
Grammatik: in Verbindung mit »über«
Beispiele:
einen Mantel über die Schulter hängen
das Gewehr über die Schulter nehmen
sich [Dativ] einen Schal über die Schultern werfen, ziehen
sich über jmds. Schulter beugen
jmdm. bei der Arbeit über die Schulter sehen
jmdn. über die Schulter (hinweg) (= flüchtig, beiläufig) fragen
Grammatik: in Verbindung mit »um«
Beispiele:
jmdm. den Arm um die Schultern legen
sich [Dativ] ein Tuch um die Schultern schlagen
Grammatik: in Verbindung mit »zwischen«
Beispiel:
den Kopf zwischen die Schultern ziehen
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichjmdm. die kalte Schulter zeigen (= jmdn. nicht beachten, gleichgültig behandeln)
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
eine Arbeit auf jmds. Schultern abwälzen (= jmdm. eine Arbeit aufbürden)
die Verantwortung auf jmds. Schultern laden, legen (= jmdm. die Verantwortung zuschieben)
umgangssprachlichetw. auf die leichte Schulter nehmen (= etw. nicht ernst genug nehmen)
alles liegt, ruht auf meinen Schultern (= alles lastet auf mir)
umgangssprachlichauf jmds. Schultern stehen (= sich auf jmds. Arbeit, Forschungsergebnisse stützen)
Grammatik: in Verbindung mit »über«
Beispiel:
jmdn. hochmütig über die Schulter ansehen (= jmdn. geringschätzen)
Grammatik: in Verbindung mit »von«
Beispiel:
eine Last war von seinen Schultern genommen (= er war von einer großen Sorge befreit)
2.
süddeutsch, österreichisch oberer, fleischiger Teil des Vorderbeines, besonders vom Schwein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schulter · schultern · Schulterblatt
Schulter f. Bezeichnung für den Arm und Brustkorb verbindenden Körperteil, ahd. scultira (8. Jh.), mhd. schulter, schulder, mnd. schulder, mnl. scouder(e), nl. schouder, afries. skuldere, aengl. sculdor, engl. shoulder (germ. *skuldrō-). Geht man davon aus, daß das Schulterblatt von Tieren als Grabwerkzeug verwendet wurde, so kann vielleicht griech. skállein (σκάλλειν) ‘scharren, hacken’, skalís (σκαλίς) ‘Schaufel, Hacke’ verglichen und ie. *skḷdhrā ‘Schulterblatt’ als Bildung zur Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’ (s. ↗Halfter, ↗Schale, ↗Schale, ↗Schild, ↗Schilling, ↗verschleißen) angesehen werden. Möglich ist freilich auch Zugehörigkeit zu der unter ↗scheel (s. d.) genannten gleichlautenden Wurzel ie. *(s)kel- ‘biegen, anlehnen, krumm, verkrümmt’ und Verwandtschaft mit griech. skélos (σκέλος) ‘Schenkel, Bein’, skelís (σκελίς) ‘Hinterfuß, Hüfte’, da Schulter bis ins 16. Jh. auch ‘Schulterstück (Bug) sowie Hüfte, Schenkel des Tieres’ bedeuten kann. schultern Vb. ‘auf die Schulter nehmen und tragen’ (17. Jh.). Schulterblatt n. ‘breiter, blattartiger Rückenknochen’, mhd. schulterblat.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Brust Hand Hüfte Kopf Last Schmerz Schulter auskugeln breit hauen heben hochgezogen hochziehen hängend kalt klopfen lasten legen leicht link nackt operieren recht ruhen schauen schmal tippen verteilen zucken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schulter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er findet kaum die Energie, auf eine Frage die Schultern zu zucken.
Die Zeit, 05.01.1996, Nr. 2
Alle, die danach kamen, stehen eigentlich nur auf ihren Schultern.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1995]
Und nicht an dem Mann, der von sich sagte, er habe, fast unbekannt, Frankreich auf seine Schultern laden müssen.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 203
Dann hast du mir eben bloß über die Schulter gekuckt.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 351
Der Papa hielt sie an den Schultern fest, sonst wäre sie sicherlich gestolpert.
Nöstlinger, Christine: Gretchen Sackmeier, Hamburg: Oetinger 1988 [1981], S. 87
Zitationshilfe
„Schulter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schulter>, abgerufen am 15.11.2019.

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