Schund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schund(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ʃʊnt]
eWDG

Bedeutung

abwertend
1.
umgangssprachlich minderwertiges (und unbrauchbares) Produkt, Ausschussware
Beispiele:
der reinste, billigste Schund
so schämte ich mich, in unserem alten Geschäft … nur noch erbärmlichen Schund herumkümmeln zu sehen [ St. ZweigAmok371]
2.
künstlerisch wertloses Erzeugnis
Beispiel:
im Kunstgewerbe muss dem Kitsch und Schund der Nährboden entzogen werden
Schundliteratur
Beispiel:
die Zuschauer müssen diesen Schund im Fernsehen ja nicht ansehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schund m. ‘wertloses Zeug, schlechte Ware, Ausschuß’ (18. Jh.), speziell ‘schlechte, wertlose Literatur’ (Lessing), ‘(anrüchiger) Geldgewinn’ (17. Jh.), ‘Unrat, Kot’ (16. Jh.), ablautendes Verbalnomen zu schinden (s. d.), daher eigentlich ‘Abfall des Abdeckers beim Schinden’, z. B. ‘von den Häuten abgeschabtes Fleisch’, dann allgemein ‘Schmutz, Dreck, Widerwärtiges, Wertloses’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kitsch · Schund · Trash · geschmackloser Gegenstand  ●  Ramsch  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Pfuscharbeit · Schund · schlechte Arbeit  ●  Gestümper  ugs. · Mist  ugs. · Murks  ugs. · Murkserei  ugs. · Pfusch  ugs. · Pfuscherei  ugs. · Schlamperei  ugs. · Schlendrian  ugs. · Schluderei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schund‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer sich bei seiner Suche an namhafte Institutionen hält, kann es allerdings vermeiden, sofort von allzu viel Schund erschlagen zu werden. [C't, 2000, Nr. 1]
Der Schund, den man ihnen vorsetzt, kann gar nicht minderwertig genug sein; wenn er nur billig ist, schlucken sie ihn gerne. [Die Zeit, 07.02.2011, Nr. 06]
Wo fängt der kriminelle Schund an, wo hört er auf? [Die Zeit, 27.08.1993, Nr. 35]
Nicht die Frage nach der Schuld stellt sich, nur die Frage nach dem Schund. [Die Zeit, 17.10.1986, Nr. 43]
Den geehrten Kundschaften könne man diesen Schund nicht anhängen, dazu habe man nicht das Herz trotz allem. [Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6409]
Zitationshilfe
„Schund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schund>.

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