Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schuppe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schuppe · Nominativ Plural: Schuppen
Aussprache 
Worttrennung Schup-pe (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Schuppe‹ als Erstglied: Schuppenbaum · Schuppenechse · Schuppenflechte · Schuppenharnisch · Schuppenkriechtier · Schuppenpanzer · Schuppentier · schuppenartig · schuppenförmig · schuppenlos
 ·  mit ›Schuppe‹ als Letztglied: Fischschuppe · Haarschuppe · Hautschuppe · Hornschuppe · Kopfschuppe
 ·  mit ›Schuppe‹ als Grundform: schuppen1 · schuppig
eWDG

Bedeutungen

1.
plättchenförmiges Gebilde
a)
der Haut vieler Tiere, besonders von Fischen, Reptilien, Insekten
Beispiele:
die Schuppen der Forelle, des Krokodils, der Schlange
die Schuppen der Schmetterlinge enthalten Chitin
b)
der Haare, Blätter, Früchte von Pflanzen, besonders an Knospen, Zapfen von Nadelhölzern
Beispiel:
Zwischen den Stämmen … fielen die Schuppen von Kiefernzapfen ins hohe Blaubeerkraut, die Arbeit unsichtbarer Eichhörnchen [ A. ZweigEinsetzung407]
c)
verstärkte Talgabsonderung der Körperhaut, besonders der Kopfhaut beim Menschen, Kopfschuppe
Beispiele:
ein neues Mittel gegen Schuppen ausprobieren
es fiel mir wie Schuppen von den Augen (= ich sah plötzlich klar, erkannte die Zusammenhänge)
2.
historisch Metallplättchen am Panzer einer Ritterrüstung
Beispiel:
Der Bote … trug einen Harnisch aus blauen Schuppen, der seinen gedrungenen Leib eng umschloß [ Hofmannsth.Erzählungen255]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schuppe · schuppen1 · geschuppt · schuppig
Schuppe f. kleine Hautplatte auf den Körpern von Fischen, Schlangen, Eidechsen, ahd. scuob(b)a (10. Jh.), mhd. schuop(e), (md.) schūpe, schuppe, mnd. schōpe, schōve, schubbe, schuppe, mnl. schubbe, nl. schub (westgerm. *skōp-), zunächst die Fischschuppe bezeichnend, die bei der Zubereitung abgeschabt wird, gehört (dehnstufig) zu der unter schaben (s. d.) angeführten Wurzelform ie. *skā̌b(h)- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’. Im Nhd. setzt sich durch Luther die nd.-md., Vokalkürzung aufweisende Form Schuppe durch. Im Mhd. geht der Ausdruck auch auf menschliche Hautabsonderungen, zumal der Kopfhaut, und im 19. Jh. auf fischschuppenähnlich angeordnete Pflanzenteile über. Redensartlich es fallen einem die bzw. es fällt wie Schuppen von den Augen ‘man erkennt plötzlich, kommt plötzlich zur Einsicht’ (16. Jh.), eigentlich von der göttlichen Heilung der als Schuppen vor den Augen gedachten Starblindheit, vgl. mhd. legete sīne hant ūf in … und zu hant vīl von sīnen ougen alse schūpen und wart sehende (vgl. Neues Testament, Ap.gesch. 9,18). schuppen1 Vb. ‘Schuppen entfernen’, mhd. schuppen, schūpen (14. Jh.). geschuppt Part.adj. ‘entschuppt’ (vom Fisch), auch ‘mit Schuppen versehen’ (16. Jh.). schuppig Adj. ‘mit Schuppen bedeckt’ (15. Jh.) löst gleichbed. schuppicht, mhd. schuopeht ab und wird im 18. Jh. die herrschende Form.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hautschuppe · Kopfschuppe · Schuppe
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele für ›Schuppe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Captain Kirk kennt die Krokodile bis in die letzte Schuppe, war von 1998 bis 2002 Trainer in Köln. [Bild, 31.05.2003]
Auf zwei Blüten fanden die Forscher außerdem jeweils eine winzige Schuppe einer Stechmücke. [Die Zeit, 07.09.2011 (online)]
Man habe auch Professor Steffani eingeladen mitzuarbeiten, versichert Parteisprecher Schuppe. [Die Zeit, 28.07.1989, Nr. 31]
Die Schuppe vom Flügel des Schmetterlings, die sich zufällig an eines der Haare angelegt hat, läßt dieses wie einen Schweifstern erscheinen. [Süddeutsche Zeitung, 22.12.1994]
In dieser Zelle wird der Duftstoff hergestellt, gelangt durch die Schuppe auf die Oberfläche und verdunstet schnell. [Die Zeit, 25.08.1949, Nr. 34]
Zitationshilfe
„Schuppe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schuppe>.

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