Schuppen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schuppens · Nominativ Plural: Schuppen
Aussprache
WorttrennungSchup-pen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schuppen‹ als Erstglied: ↗Schuppendach · ↗Schuppenstall · ↗Schuppentür
 ·  mit ›Schuppen‹ als Letztglied: ↗Blechschuppen · ↗Bootsschuppen · ↗Lagerschuppen · ↗Lokomotivschuppen · ↗Materialschuppen · ↗Strohschuppen · ↗Trockenschuppen · ↗Vorratsschuppen
eWDG, 1976

Bedeutung

einfaches, leichtes Bauwerk, das meist aus Brettern errichtet, oft an einer Seite offen und überdacht ist und zum Aufbewahren oder Unterstellen von Vorräten, Gegenständen, Geräten, Wagen dient
Beispiele:
ein kleiner, großer, offener, alter, verfallener Schuppen
der Schuppen stand, befand sich neben dem Haus
das Brennholz, der Zement, Dünger lagert im Schuppen
Bretter, Kisten waren im Schuppen aufgestapelt
die Gartengeräte, Fahrräder, Wagen im Schuppen unterstellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schuppen m. ‘(Bretter)haus zum Abstellen von Wagen und Gerät, Speicher’. Mnd. schoppe, nd. Schupp ‘Wetterdach, an die Scheune angebaute Hütte’, md. (mit Endungs-n aus den obliquen Kasus) Schuppen wird im 16. Jh. in die Literatursprache aufgenommen. Ihm entspricht ahd. scoph, scof ‘Feldscheune’ (Hs. 12. Jh.), mhd. schopf, schopfe ‘Gebäude ohne (Vorder)wand als Scheune, Remise, Vorhalle’, frühnhd. Schopf (bis ins 17. Jh.). Es führt mit aengl. scipen, scypen f. ‘Kuhstall’, engl. (mundartlich) shippon, aengl. sceoppa ‘Schuppen, Bude’ und den unter ↗Schopf und ↗Schober (s. d.) behandelten Substantiven auf die Wurzel ie. *(s)keup-, *skeub(h)- ‘Büschel, Schopf, Quaste’. Schuppen ist ursprünglich ‘ein mit Strohbündeln gedecktes Schutzdach’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Baracke · ↗Behelfsbau · ↗Bretterverschlag · Einfachst-Behausung · Einfachst-Unterkunft · ↗Klause · ↗Verschlag  ●  ↗Kabache  westfälisch, Rotwelsch · ↗Bretterbude  ugs. · ↗Bruchbude  ugs. · ↗Bude  ugs. · ↗Budike  ugs., regional · ↗Butze  ugs. · ↗Erdloch  derb · ↗Hucke  ugs., norddeutsch · ↗Hütte  ugs. · ↗Kate  ugs. · Kotten  ugs. · Muchtbude  ugs., berlinerisch · Schuppen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hautschuppen · Kopfschuppen · Schuppen
Oberbegriffe
Assoziationen
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Bar · ↗Bierkeller · ↗Kneipe · ↗Lokal · ↗Schankwirtschaft · ↗Schenke · ↗Schänke · ↗Wirtschaft  ●  Bierpalast  veraltet · ↗Dorfkrug  norddeutsch · ↗Gaststätte  Hauptform · ↗Pub  engl. · ↗Stampe  berlinerisch · Taferne  veraltet · Tafernwirtschaft  veraltet · ↗Taverne  veraltet · Tavernwirtschaft  veraltet · ↗Beisel  ugs., ostösterreichisch · ↗Beiz  ugs., schweiz. · Boaz (Tirol, vereinzelt)  ugs. · Boiz (Neckarraum)  ugs., selten · ↗Bumslokal  ugs., abwertend · ↗Gasthaus  ugs., südösterreichisch · ↗Kaschemme  ugs., abwertend · ↗Pinte  ugs., ruhrdt., veraltend · Schuppen  ugs., abwertend · ↗Schwemme  ugs. · ↗Spelunke  ugs., abwertend · Spunte (Graubünden)  ugs. · ↗Tanke  ugs. · ↗Tränke  ugs. · ↗Wirtshaus  ugs., österr., bair.
Unterbegriffe
Assoziationen
Architektur
Synonymgruppe
Baracke · ↗Bretterbude · ↗Geräteschuppen · Schuppen · Werkzeugschuppen  ●  ↗Remise  geh., franz.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Carport Freihafen Garage Hinterhof Lagerhaus Pfarrhaus Scheune Speicher Stall abbrennen abreißen angrenzend baufällig brennend dekoriert erhängen hausen heruntergekommen hölzern lagern mies niederbrennen schrill schäbig silbrig trist undekoriert ungeheizt verfallen verlassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schuppen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein kleiner Schuppen mit vernagelten Fenstern steht im versteckten Tal; da werden die Opfer des Sees geborgen.
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2000
Da sei es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen.
Der Tagesspiegel, 05.01.2000
Mir sind nämlich so etliche Schuppen von den Augen gefallen.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 37
Trotzdem gingen wir nach einigen Minuten in einer andern Straße in ein wirkliches Theater, in einem länglichen großen Schuppen.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21599
Dort brachte sie in einem Schuppen das Kind, ein Mädchen, zur Welt.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 16882
Zitationshilfe
„Schuppen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schuppen>, abgerufen am 21.02.2019.

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