Schurke, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schurken · Nominativ Plural: Schurken
Aussprache
WorttrennungSchur-ke
Wortbildung mit ›Schurke‹ als Erstglied: ↗Schurkenstreich · ↗Schurkentat · ↗Schurkin
 ·  mit ›Schurke‹ als Letztglied: ↗Erzschurke · ↗Oberschurke · ↗Superschurke
 ·  mit ›Schurke‹ als Grundform: ↗schurkisch
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend gemeiner, niederträchtiger, charakterloser Mensch, Schuft
Beispiele:
ein abgefeimter, durchtriebener, raffinierter, elender Schurke
ich hielt ihn für einen doppelzüngigen Schurken
Schurken, die kein Gewissen haben, / Die aus eurem Elend noch Renten ziehn [WeinertRufe294]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schurke · Schurkerei · schurkisch
Schurke m. ‘gemeiner, ehrloser Mensch, Halunke’ (Ende 16. Jh., wohl älter), als starkes Schimpfwort hervorgegangen aus dem Nomen agentis zu dem unter ↗schüren und ↗schurigeln (s. d.) angeführten Verb ahd. scurgen ‘stoßen’, mhd. schürgen, schurgen ‘schieben, stoßen, treiben, verleiten (zu etw.)’. Vielleicht gehört hierher das unter schüren angegebene ahd. fiurscurio ‘Bösewicht’, eigentlich ‘Schürer des Feuers’ (11. Jh.), wenn als fiurscurgo aufzufassen. Schurkerei f. ‘Gemeinheit’ (17. Jh.). schurkisch Adj. ‘wie ein Schurke, gemein’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bösewicht · ↗Frevler · ↗Gauner · ↗Halunke · ↗Lump · ↗Missetäter · ↗Schlitzohr · ↗Schuft · Schurke · ↗Spitzbube · ↗Strolch · ↗Tunichtgut · ↗Unhold · ↗Übelmann · ↗Übeltäter · übles Subjekt  ●  ↗Fötzel  schweiz. · ↗Haderlump  österr., bair. · (eine) miese Type  ugs. · ↗Canaille  derb, franz. · ↗Kanaille  derb · ↗Schubiack  ugs. · fieser Finger  ugs., abwertend, veraltet · krummer Hund  ugs., fig. · linke Bazille  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bandit · ↗Gangster · ↗Gauner · ↗Halunke · ↗Lump · Schurke  ●  ↗Verbrecher  Hauptform · ↗Galgenstrick  ugs. · ↗Galgenvogel  ugs. · ↗Ganove  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bandit Bösewicht Dummkopf Ganove Gauner Gendarm Gentleman Held James-Bond-Film Lump Lügner Narr Schuft Schurke Schurkenstaat Trottel Tyrann Verräter Zuflucht abgefeimt ausgemacht feig fies finster gerissen gewissenlos niederträchtig schwul verdorben übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schurke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Je interessanter der Schurke wurde, desto heroischer ließ er den Helden aussehen.
Der Tagesspiegel, 19.11.1999
Irgend ein Schurke muß ihn doch bei der Neuen Freien Presse angeschwärzt haben.
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1910]
Ein Tag erträgt nur ein Opfer, einen Schurken und einen Helden.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 357
Doch selbst wenn es ihm möglich gewesen wäre, den Schurken zu überführen, was hätte er tun können?
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 122
Trotz allem war der Schurke ein Soldat von hervorragenden Fähigkeiten.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8813
Zitationshilfe
„Schurke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schurke>, abgerufen am 12.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
schurigeln
Schurigelei
Schürhaken
Schurgewicht
schürgen
Schurkenstaat
Schurkenstreich
Schurkentat
Schurkerei
Schurkin