Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schwächling, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwächlings · Nominativ Plural: Schwächlinge
Aussprache 
Worttrennung Schwäch-ling
Wortzerlegung schwach -ling
eWDG

Bedeutung

abwertend
1.
körperlich schwacher Mensch
Beispiel:
er war körperlich zwar ein Schwächling, besaß aber großen Mut
2.
charakterlich, willensmäßig schwacher Mensch
Beispiel:
Es war ein Befehl, und ich Schwächling bebte in Bewunderung vor der dämonischen Herrischkeit ihres Willens [ St. ZweigAmok26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwach · Schwäche · Schwachheit · schwächen · schwächlich · Schwächling · Schwachkopf · Schwachmatikus · Schwachsinn · schwachsinnig
schwach Adj. ‘kraftlos, dünn, wenig gehaltvoll’, mhd. swach ‘schlecht, gering, unedel, niedrig, armselig, kraftlos’, mnd. swak, auch ‘biegsam’, mnl. swac ‘biegsam, gebrechlich’, nl. zwak läßt sich mit mnd. swāken, swēken ‘wackeln’, norw. (mundartlich) svaga ‘schwanken, schlenkern’, svagga ‘schwankend gehen’, anord. sveggja ‘hin und her schwingen’ zu der unter schwingen (s. d.) angeführten Wortgruppe stellen, könnte also einer nasallosen Variante ie. *su̯eg-, *su̯ek- des dort angegebenen Ansatzes ie. *su̯eng-, *su̯enk- ‘biegen, drehend schwingen, schwenken’ folgen. Als Ausgangsbedeutung ergäbe sich ‘biegsam, schwankend’, die in ‘schlecht, kraftlos’ übergeht. Schwäche f. ‘Kraftlosigkeit’ (16. Jh.), abgeleitet vom Adjektiv; vgl. mhd. swache ‘Unehre, Schmach’, frühnhd. sweche ‘dünner Teil der Messerklinge’ (15. Jh.). Schwachheit f. ‘Kraftlosigkeit’, mhd. swachheit, swacheit ‘Geringheit, Unehre, Schmach, Kränklichkeit’. schwächen Vb. ‘schwach, hinfällig, kraftlos machen’, mhd. swechen ‘verächtlich machen, beschimpfen, erniedrigen’; vgl. auch mhd. swachen ‘schlecht, armselig sein, schlecht werden oder machen, verachten, tadeln, schänden’. schwächlich Adj. ‘von nicht kräftigem Körperbau, kraftlos’, mhd. swach-, swechlich ‘schlecht, gering, verachtet, kraftlos’. Schwächling m. ‘(körperlich und moralisch) kraft- und haltloser Mensch’ (Anfang 18. Jh.). Schwachkopf m. ‘dummer, einfältiger Kerl’ (um 1800). Schwachmatikus m. ‘Schwächling’ (1. Hälfte 19. Jh.), scherzhafte Latinisierung der Studentensprache (etwa nach Rheumatikus, Phlegmatikus). Schwachsinn m. ‘Mangel an Empfindung und Verstand’ (18. Jh.), dann auch ‘Unsinn, dummes Zeug’, medizinisch ‘Intelligenzmangel durch Unterentwicklung des Gehirns oder durch Gehirnschädigung’; schwachsinnig Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Jämmerling  ●  Schwächling  Hauptform · Flasche  ugs. · Jammerlappen  ugs. · Lappen  ugs. · Lauch  ugs., jugendsprachlich · Schlappschwanz  derb · Würstchen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schwächling‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwächling‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schwächling‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und die vielen Schwächlinge, die wir haben, sind noch nicht friedlich. [Haug, Hans-Jürgen u. Maessen, Hubert: Gegen die Militarisierung der Gesellschaft. In: Haug, Hans-Jürgen u. Maessen, Hubert (Hgg.) Kriegsdienstverweigerer - Gegen die Militarisierung der Gesellschaft, Frankfurt a. M.: Fischer 1971, S. 6]
Sie wird dich für einen zaudernden Schwächling halten, zugleich für einen albernen Toren, unfähig, ihren Wert zu erkennen. [Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 26]
Aber wenn ich daran sterbe, dann bin ich ein Schwächling, und das ist nicht mein Stil. [Die Zeit, 29.07.1999, Nr. 31]
Doch sie lacht nur höhnisch über den Schwächling, auf ihrem Rücken sind schon etliche Narben zu sehen. [Die Zeit, 28.09.2009, Nr. 39]
Schwächlinge sind diejenigen, auf die man sich nicht verlassen kann, vor denen man sich in Acht nehmen muss, auch in Verwaltungen. [Die Zeit, 21.04.2005, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Schwächling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schw%C3%A4chling>.

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