Schwabe, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchwa-be (computergeneriert)
GrundformSchwaben
Wortbildung mit ›Schwabe‹ als Erstglied: ↗Schwabenhass · ↗Schwabenland · ↗Schwabenländle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwabe f. ‘(Küchen)schabe’. Das in Deutschland (und Mitteleuropa) im 17. Jh. in Mengen auftretende Insekt erhält den Namen ↗Schabe (s. d.), daneben in einzelnen Landesteilen Schwabe m. und f. (Ende 17. Jh.). Andernorts dafür Preuße (Baden, Schweiz), Russe (Schweiz, Tirol, Bayern, Böhmen, Obersachsen), Franzose (Trier, Lüneburg, Ostpreußen), Saks ‘Sachse’ (Estland), so daß davon auszugehen ist, daß jeweils der Landesnachbar für die vermeintliche Herkunft des lästigen Ungeziefers verantwortlich gemacht wird. Vgl. auch russ. prusák (прусак), poln. prusak ‘Preuße’, poln. francuz ‘Franzose’ sowie venezian. sciavo ‘Slawe’ und frz. cafard ‘Kaffer’. Da anfangs auch seriöse Lexikographen und Zoologen Schwabe verwenden (Stieler, Frisch u. a.), ist zu vermuten, daß sie mit dieser Bezeichnung zugleich eine Unterscheidung zu älterem und landschaftlich verbreitetem Schabe ‘Kleidermotte’ treffen wollten. Vgl. Pfeifer Tiernamen 51 ff. sowie Pfeifer Tiernamen Beiheft 2 (1965).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alemanne Altbayer Badener Banater Bayer Bezirkstag Energie-Versorgung Energieversorgung Franke Franken Gauleiter Herzog Mittelfranke Niederbayer Oberbayer Pfälzer Regierungsbezirk Rheinländer Unterfranken anatolisch bayrisch blond bodenständig clever geboren gebürtig sieglos sparsam umtriebig wacker

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwabe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn der gemeine Schwabe, so lässt sich bei Hunger nachlesen, »tut so, als könne er nicht auf drei zählen.
Die Zeit, 26.09.2007, Nr. 40
Die Schwaben schmissen uns alle nach einer halben Stunde raus, weil wir nicht eingeladen waren.
Der Tagesspiegel, 25.11.2004
Ich lernte den großen Schwaben in späteren Jahren persönlich kennen.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1411
Der Schwabe war enorm stark und es war schrecklich anzusehen, wie er auf dem todkranken Gegner »herumtrommelte«.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4837
Die Zahl der Schwaben verringert man gewöhnlich durch Töten dieser unsympathischen Haustiere.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 9939
Zitationshilfe
„Schwabe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwabe#1>, abgerufen am 16.10.2019.

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Schwabe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schwabe · Nominativ Plural: Schwaben
Aussprache
WorttrennungSchwa-be (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich Schabe
Beispiel:
daß in Berlin Familien ausziehen wegen Klavierspiel oder wegen Schwaben [FontaneBriestI 4,207]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwabe f. ‘(Küchen)schabe’. Das in Deutschland (und Mitteleuropa) im 17. Jh. in Mengen auftretende Insekt erhält den Namen ↗Schabe (s. d.), daneben in einzelnen Landesteilen Schwabe m. und f. (Ende 17. Jh.). Andernorts dafür Preuße (Baden, Schweiz), Russe (Schweiz, Tirol, Bayern, Böhmen, Obersachsen), Franzose (Trier, Lüneburg, Ostpreußen), Saks ‘Sachse’ (Estland), so daß davon auszugehen ist, daß jeweils der Landesnachbar für die vermeintliche Herkunft des lästigen Ungeziefers verantwortlich gemacht wird. Vgl. auch russ. prusák (прусак), poln. prusak ‘Preuße’, poln. francuz ‘Franzose’ sowie venezian. sciavo ‘Slawe’ und frz. cafard ‘Kaffer’. Da anfangs auch seriöse Lexikographen und Zoologen Schwabe verwenden (Stieler, Frisch u. a.), ist zu vermuten, daß sie mit dieser Bezeichnung zugleich eine Unterscheidung zu älterem und landschaftlich verbreitetem Schabe ‘Kleidermotte’ treffen wollten. Vgl. Pfeifer Tiernamen 51 ff. sowie Pfeifer Tiernamen Beiheft 2 (1965).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alemanne Altbayer Badener Banater Bayer Bezirkstag Energie-Versorgung Energieversorgung Franke Franken Gauleiter Herzog Mittelfranke Niederbayer Oberbayer Pfälzer Regierungsbezirk Rheinländer Unterfranken anatolisch bayrisch blond bodenständig clever geboren gebürtig sieglos sparsam umtriebig wacker

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwabe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn der gemeine Schwabe, so lässt sich bei Hunger nachlesen, »tut so, als könne er nicht auf drei zählen.
Die Zeit, 26.09.2007, Nr. 40
Die Schwaben schmissen uns alle nach einer halben Stunde raus, weil wir nicht eingeladen waren.
Der Tagesspiegel, 25.11.2004
Ich lernte den großen Schwaben in späteren Jahren persönlich kennen.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1411
Der Schwabe war enorm stark und es war schrecklich anzusehen, wie er auf dem todkranken Gegner »herumtrommelte«.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4837
Die Zahl der Schwaben verringert man gewöhnlich durch Töten dieser unsympathischen Haustiere.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 9939
Zitationshilfe
„Schwabe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwabe#2>, abgerufen am 16.10.2019.

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