Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schwadron, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schwadron · Nominativ Plural: Schwadronen
Aussprache 
Worttrennung Schwa-dron · Schwad-ron
Wortbildung  mit ›Schwadron‹ als Erstglied: schwadronenweise · schwadronieren · schwadronsweise
 ·  mit ›Schwadron‹ als Letztglied: Todesschwadron
Herkunft aus gleichbedeutend squadroneital, eigentlich ‘großes Winkelmaß, (rechtwinklig ausgerichtete) Truppe’
eWDG

Bedeutungen

1.
veraltet, Militär Einheit bei der Kavallerie in der Stärke einer Kompanie, die von einem Rittmeister geführt wurde
Beispiel:
Mit dreißig war er Rittmeister und führte eine Schwadron […] [ FontaneStechlinI 5,145]
2.
übertrieben, übertragen beträchtliche Zahl
Beispiel:
[…] überall stehen Töpfe mit Speiseresten, Regimenter von Tassen, Schwadronen von Weingläsern […] [ FalladaKleiner Mann102]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwadron · schwadronieren · Schwadroneur · Schwadronierer
Schwadron f. ‘kleine Einheit der Kavallerie’, Anfang 17. Jh. aus gleichbed. ital. squadrone in die Militärsprache entlehnt. Ital. squadrone, eigentlich ‘großes Winkelmaß, (rechtwinklig ausgerichtete) Truppe’, ist zu ital. squadra ‘Winkelmaß, (rechtwinklig ausgerichtete) Reitertruppe’ gebildet, abgeleitet von ital. squadrare ‘mit dem Winkelmaß messen, viereckig machen’ (aus vlat. *exquadrāre, Präfixbildung zu lat. quadrāre ‘viereckig, ebenmäßig machen, passen’, s. Quadrat). Vgl. die älteren dt. Schreibungen Squadron, Squadre, Swadron. Daneben auch Eskadron (17. Jh.), nach (ebenfalls aus dem Ital. stammendem) frz. escadron, mfrz. (e)squadron, scadron. S. Geschwader. schwadronieren Vb. ‘viel Worte machen, geschwätzig sein, mit aufschneiderischen Worten renommieren’, anfangs auch (heute unüblich) ‘eine Schar bilden, in Schwadronen umherziehen, sich in (Reiter)haufen herumtreiben’ (18. Jh.), studentensprachlich ‘wild und planlos fechten’, übertragen ‘mit Worten fechten, prahlen, aufschneiden’. Schwadroneur m. ‘Schwätzer, Aufschneider’, daneben auch Schwadronierer m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geschwader · Schwadron
Synonymgruppe
Eskadron · Schwadron
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schwadron‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwadron‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schwadron‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mehreren der abgejagten Tiere will der weite Sprung jedoch nicht mehr gelingen; von jeder Schwadron stürzen etliche. [Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870]
In der ganzen Schwadron war nicht ein einziger Gaul, den man hätte aus dem Stall führen, vorzeigen und brauchen können. [Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 132]
Längere Zeit wurden die Schwadronen, die bei ihrem Mangel an Mannszucht kaum Kampfwert hatten, nicht eingesetzt. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 343]
Eine weitere Schwadron brachte einen abtrünnigen iranischen Sänger in Deutschland um. [Die Zeit, 15.02.1993, Nr. 07]
Das ist unangenehm, besonders bei einer Schwadron mit so renommiertem Pferdebestand, aber was bleibt übrig? [Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 133]
Zitationshilfe
„Schwadron“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwadron>.

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