Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schwadroneur, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwadroneurs · Nominativ Plural: Schwadroneure
Aussprache 
Worttrennung Schwa-dro-neur · Schwad-ro-neur
Wortzerlegung schwadronieren -eur
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend jmd., der viel schwadroniert
Beispiel:
Er war der Schwadroneur am Tische, kam fortwährend auf die auswärtige Politik zu sprechen, geriet mit Jedermann in Streit [ KretzerTimpe152]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwadron · schwadronieren · Schwadroneur · Schwadronierer
Schwadron f. ‘kleine Einheit der Kavallerie’, Anfang 17. Jh. aus gleichbed. ital. squadrone in die Militärsprache entlehnt. Ital. squadrone, eigentlich ‘großes Winkelmaß, (rechtwinklig ausgerichtete) Truppe’, ist zu ital. squadra ‘Winkelmaß, (rechtwinklig ausgerichtete) Reitertruppe’ gebildet, abgeleitet von ital. squadrare ‘mit dem Winkelmaß messen, viereckig machen’ (aus vlat. *exquadrāre, Präfixbildung zu lat. quadrāre ‘viereckig, ebenmäßig machen, passen’, s. Quadrat). Vgl. die älteren dt. Schreibungen Squadron, Squadre, Swadron. Daneben auch Eskadron (17. Jh.), nach (ebenfalls aus dem Ital. stammendem) frz. escadron, mfrz. (e)squadron, scadron. S. Geschwader. schwadronieren Vb. ‘viel Worte machen, geschwätzig sein, mit aufschneiderischen Worten renommieren’, anfangs auch (heute unüblich) ‘eine Schar bilden, in Schwadronen umherziehen, sich in (Reiter)haufen herumtreiben’ (18. Jh.), studentensprachlich ‘wild und planlos fechten’, übertragen ‘mit Worten fechten, prahlen, aufschneiden’. Schwadroneur m. ‘Schwätzer, Aufschneider’, daneben auch Schwadronierer m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemand) hört sich gerne reden · (jemand) redet viel, wenn der Tag lang ist · Dampfplauderer · Phrasendrescher · Plapperer · Plauderer · Quasseltante · Quatschkopf · Salbader · Schwaller · Schwallkopf · Wortemacher  ●  Powertalker  engl. · Schwadroneur  französierend · Schwafler  Hauptform · Schwätzer  Hauptform · Dauerquassler  ugs. · Fabulant  geh., lat. · Kaffeetante  ugs. · Laberbacke  ugs. · Laberkopf  ugs. · Laberkopp  ugs. · Labertasche  ugs. · Plappermaul  ugs. · Plaudertasche  ugs. · Quasselstrippe  ugs. · Quatschkopp  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Schwadroneur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von Zeit zu Zeit sieht man den virtuosen Schwadroneur sehr gern. [Süddeutsche Zeitung, 07.12.2002]
Kritiker werfen ihm schon mal vor, er sei ein Schwadroneur ohne viel Substanz. [Die Zeit, 07.08.2006, Nr. 32]
Das erklärt vielleicht die unerhörte Attraktion geisteswissenschaftlicher Schwadroneure in kleinen studentischen Zirkeln. [Die Zeit, 02.08.1991, Nr. 32]
Jeder Modelleisenbahner weiß das besser als die Schwadroneure vom vernetzten Denken. [Süddeutsche Zeitung, 14.01.2003]
Anstatt Charaktere zu entwickeln, führt er Schwadroneure über die Bühne. [Süddeutsche Zeitung, 21.03.1997]
Zitationshilfe
„Schwadroneur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwadroneur>.

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