Schwall, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwall(e)s · Nominativ Plural: Schwalle · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Schwall‹ als Letztglied: Phrasenschwall
eWDG

Bedeutung

sich über, gegen jmdn., etw. wellenartig ergießende, große Menge von etw., besonders von Wasser
Beispiele:
ein Schwall Wasser stürzte auf uns zu, schoss an uns vorüber, schlug gegen die Mole
das Boot wurde vom Schwall der Wogen emporgehoben
ein Schwall frischer, kalter, schwüler Luft strömte durch die offene Tür herein
dann fluten die Massen aus der östlichen Ostsee in gewaltigem Schwall zurück [ Natur u. Heimat1960]
übertragen
Beispiele:
er begrüßte uns mit einem Schwall freundlicher, überschwänglicher Worte
ein Schwall unverständlicher Laute ergoss sich aus ihrem Munde
ich musste einen Schwall von neugierigen, unsinnigen Fragen, von Schmeicheleien, Gefühlsausbrüchen über mich ergehen lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwellen1 · schwellen2 · geschwollen · geschwellt · Schwall
schwellen1 Vb. ‘sich aufblähen, ausdehnen, dicker werden’. Das starke Verb (germ. *swellan) ahd. swellan (8. Jh.), mhd. swellen ‘(an)schwellen’, asächs. swellan, mnd. swellen, swillen, mnl. swellen, nl. zwellen, afries. swella, aengl. swellan, engl. to swell, anord. svella, schwed. svälla (vgl. auch got. ufswalleins f. ‘Aufgeblasenheit’) und das abgeleitete, schwach flektierende Kausativum (germ. *swallijan) schwellen2 Vb. ‘aufgebläht, ausgedehnt, dicker machen’, ahd. biswellen ‘stauen, verstopfen’ (9. Jh.), mhd. swellen ‘stauen, hemmen’, mnl. swellen, anord. svella ‘vermehren’ gehören (mit Schwulst und Schwiele, s. d.) zu einer isolierten Wortgruppe ohne außergerm. Anschlußmöglichkeiten. Die Form des starken Präteritums lautet ursprünglich schwall, erst im 18. Jh. (z. B. bei Adelung) setzt sich schwoll durch. geschwollen Part.adj. (zum starken Verb schwellen1) ‘aufgeblasen, hochmütig’ (16. Jh.). geschwellt Part.adj. (zum schwachen Verb schwellen2) ‘angefüllt’, von Stolz die Brust geschwellt (19. Jh.). Schwall m. ‘große Menge, Woge, Guß’, mhd. swal ‘angeschwollene Masse’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schwall · Strom · Wasserschwall
Synonymgruppe
Schwall · Sturzbach
Synonymgruppe
Anhäufung · Anzahl · Ballung · Batzen · Fülle · Haufen · Heer · Legion · Masse · Menge · Reihe · Schar · Schwall · Schwarm · Schwung · Serie · Unmasse · Unmaß · Unmenge · Unzahl · Vielheit · Vielzahl · Wust · Übermaß  ●  Armee  ugs. · Flut  ugs. · Latte  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Schwall‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwall‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schwall‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Wirbel von Besitz platschte unvermutet in dickem Schwall über ihn herein. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 967]
Unter dem nächsten Schwall tauchte der Mann triumphierend weg, dann wurde er wieder getroffen. [Der Spiegel, 14.10.1985]
Vier Mal in rund 20 Minuten ergoss sich ein riesiger Schwall über den Block 3, dessen Dach bei einer Explosion abgerissen worden war. [Die Zeit, 17.03.2011 (online)]
Was herauskam, war ein immer schneller werdender Schwall von nicht zu Ende geführten Sätzen. [Die Zeit, 01.11.2010, Nr. 44]
Ein einziges Wort sagt oft mehr als ein ganzer Schwall von Worten. [Die Zeit, 04.09.1992, Nr. 37]
Zitationshilfe
„Schwall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwall>.

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