Schwamm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwamm(e)s · Nominativ Plural: Schwämme
Aussprache
Wortbildung mit ›Schwamm‹ als Erstglied: ↗Schwammbildung · ↗Schwammerl · ↗Schwammfischer · ↗Schwammgummi · ↗Schwammtaucher · ↗Schwämmchen · ↗schwammartig · ↗schwammig
 ·  mit ›Schwamm‹ als Letztglied: ↗Badeschwamm · ↗Baumschwamm · ↗Blutschwamm · ↗Eierschwamm · ↗Gummischwamm · ↗Hausschwamm · ↗Holzschwamm · ↗Kalkschwamm · ↗Kellerschwamm · ↗Kieselschwamm · ↗Luffaschwamm · ↗Süßwasserschwamm · ↗Tafelschwamm · ↗Viskoseschwamm · ↗Zunderschwamm
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
artenreiches, im Wasser lebendes und festsitzendes, oft große Kolonien bildendes niederes Tier von einfachem Aufbau und sehr verschiedenartiger Gestalt, dessen Körper einen bis viele Hohlräume umschließt, in die durch Poren Nahrungsteilchen einströmen
Beispiele:
Schwämme werden durch Taucher vom Meeresgrund emporgeholt
Schwämme gehören zur primitivsten Gruppe der mehrzelligen Tiere
2.
feinfaseriges Skelett von 1 oder anderes poriges Material, das besonders wegen seiner Elastizität, Weichheit und Saugfähigkeit zu Reinigungszwecken verwendet wird, Badeschwamm
Beispiele:
ein nasser, feuchter, trockener Schwamm
den Schwamm ausdrücken
der Schwamm saugt sich voll
etw. mit dem Schwamm, einem Schwämmchen reinigen, abwischen, auswischen, abtupfen
sich mit dem Schwamm waschen
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich Schwamm drüber! (= wir wollen nicht mehr davon reden, das Geschehene soll vergessen sein!)
3.
landschaftlich, (besonders) österreichisch, (besonders) schweizerisch Pilz
Beispiele:
sie haben Schwämme gesucht, gefunden, getrocknet
in die Schwämme gehen (= Pilze suchen)
4.
nur im Singular
schädlicher Pilz, der das Holz und Mauerwerk feuchter Gebäude befällt und zerstört, Holzschwamm, Hausschwamm
Beispiele:
der Holzfußboden, die Fensterbank war vom Schwamm befallen
in dem Haus, Keller, Balken ist, sitzt der Schwamm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwamm · Schwammerl · schwammig
Schwamm m. im Wasser lebendes, aus lockeren Zellansammlungen bestehendes niederes Tier, dann auch (heute vornehmlich südd.) ‘Pilz’. Ahd. swam (8. Jh.), swamb, swammo, swambo (Hs. 12. Jh.) ‘Pilz’, mhd. swam, swamp, swamme ‘Schwamm, Pilz’, mnd. swam, swamp, mnl. swam, swamme ‘Schwamm, Pilz’, nl. zwam, aengl. swom, swamm ‘Schwamm, Pilz’, got. swamms ‘Schwamm’ setzen germ. *swamba- bzw. (mit Assimilation) *swamma- und anord. soppr ‘Ball’, svoppr ‘Ball’ (als Übertragung von Birkenschwamm?), schwed. svamp, (mundartlich) sopp ‘Pilz, Schwamm’ germ. *swampu- voraus. Verwandt ist das unter ↗Sumpf (s. d.) behandelte Substantiv sowie griech. somphós (σομφός) ‘schwammig, locker, porös’, so daß von ie. *su̯omb(h)o- ‘schwammig, porös’ ausgegangen werden kann. Bezeichnet im Germ. zuerst den Schwamm als Tier (lange Zeit als Pflanze angesehen) bzw. das daraus gewonnene Reinigungsgerät, schon früh aber auch den Pilz (wegen seiner ähnlichen lockeren, porösen Substanz). Die alte Bedeutung ‘Pilz’ bewahrt das Deminutivum Schwammerl n. obd. öst. (19. Jh., gewiß älter). schwammig Adj. ‘weich und locker wie ein Schwamm’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Putzschwamm · Schwamm
Unterbegriffe
  • Haushaltsschwamm · Küchenschwamm · Topfschwamm
Assoziationen
  • Luffa · Luffa aegyptiaca · Luffa cylindrica · Schwammkürbis

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alge Bürste Eimer Koralle Lappen Läppchen Moostierchen Muschel Nesseltier Pinsel Qualle Schiefertafel Seegurke Seeigel Seelilie Seife Zahnbürste angefeuchtet aufsaugen auftupfen ausgedrückt ausgetrocknet auspressen befeuchten feucht getaucht getränkt nass saugen vollgesogen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwamm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kühlt dann das Material wieder ab, hat es sich in einen Schwamm verwandelt.
Die Welt, 18.08.2005
Schwamm drüber, hat er eben einfach nicht gewußt, was für Zeug das war.
Süddeutsche Zeitung, 15.02.1994
Man wischt ihre Scheiben mit einem nur halbfeuchten Schwamm sauber.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 372
Ich drückte heute morgen den nassen Schwamm über ihrem Kopf aus.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 12.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es saugt sich sonst wie ein Schwamm voll und quillt.
Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 87
Zitationshilfe
„Schwamm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwamm>, abgerufen am 21.07.2019.

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