Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schwang, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich im Schwang, Schwange sein, in Schwang kommenüblich, allgemein verbreitet sein; in Gebrauch, in Mode sein, kommen
Beispiele:
verschiedene Gerüchte waren über ihn im Schwang, Schwange, kamen über ihn in Schwang
Kurzwörter sind seit Anfang dieses Jahrhunderts überall im Schwang
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwang · Überschwang · überschwenglich
Schwang m. ‘schwingende Bewegung, Brauch und Sitte’, ahd. hinaswang ‘das Hinwerfen, Wegschleudern’ (11. Jh.), mhd. swanc (Genitiv swanges, häufiger swankes) ‘schwingende Bewegung, Schwung, (Schicksals)schlag, Wurf, Hieb, (Fechter)streich’, frühnhd. auch ‘lustiger Einfall, Streich’, mnd. swanc ‘schwingende Bewegung, Schwanken, Gebrauch, Übung’, mnl. swanc, nl. zwang, afries. sweng, swang, aengl. sweng ‘Schlag’ (germ. *swangwa-) stehen als ablautende Abstraktbildungen zu dem unter schwingen (s. d.) dargestellten Verb. Mhd. swanc setzt sich zur Bezeichnung einer ‘schwingenden Bewegung’ zunächst in nhd. Schwang, in der Bedeutung ‘lustiger Einfall’ jedoch in der Schreibweise nhd. Schwank (s. d.) fort. Doch noch im 19. Jh. können (wenngleich selten) Schwang und Schwank für ‘schwingende Bewegung’ gleichbedeutend nebeneinander gebraucht werden. Als weiteres Wort tritt hinzu nhd. Schwung (s. d.). In der Literatursprache setzt daher etwa im 18. Jh. eine Unterscheidung ein zwischen Schwang in (seit dem 16. Jh. belegten) Wendungen wie im Schwange sein ‘üblich, allgemein Brauch und Sitte sein’, in Schwang kommen ‘üblich werden’, Schwank ‘lustiger Einfall’ und Schwung ‘schwingende Bewegung’. Überschwang m. ‘Übermaß an Gefühl, Begeisterung, Ekstase’, mhd. überswanc. überschwenglich Adj. spätmhd. überswenklich.

Verwendungsbeispiele für ›Schwang‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn um diese schienen wunderliche Dinge im Schwange zu sein. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 201]
Und das unterscheidet ihn von den meisten der heute im Schwange befindlichen Pianisten. [Die Zeit, 12.05.2008, Nr. 19]
Auch sonst sind dreistellige Namen auf allen Gebieten sehr im Schwang. [Süddeutsche Zeitung, 05.03.2001]
Sowieso scheint ja sorglose Entsorgung solcher Art immer mehr in Schwang zu kommen. [Süddeutsche Zeitung, 02.10.1997]
Schwang da nicht eine gewisse Sehnsucht nach alten Zeiten mit? [Die Welt, 14.02.2001]
Zitationshilfe
„Schwang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwang>.

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