Schwarm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwarm(e)s · Nominativ Plural: Schwärme
Aussprache
Wortbildung mit ›Schwarm‹ als Erstglied: ↗Schwarmgeist · ↗Schwarmintelligenz · ↗Schwarmzeit · ↗schwarmweise
 ·  mit ›Schwarm‹ als Letztglied: ↗Bienenschwarm · ↗Bremsenschwarm · ↗Fischschwarm · ↗Fliegenschwarm · ↗Frauenschwarm · ↗Heringsschwarm · ↗Heuschreckenschwarm · ↗Hornissenschwarm · ↗Kinderschwarm · ↗Kindheitsschwarm · ↗Mädchenschwarm · ↗Mückenschwarm · ↗Sternschnuppenschwarm · ↗Vogelschwarm · ↗Wespenschwarm
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
größere Anzahl durcheinanderwimmelnder und sich gemeinsam fortbewegender Tiere, besonders Fische, Insekten, Vögel
Beispiele:
ein Schwarm Rebhühner, Tauben, Wespen
Schwärme von Libellen, Grillen, Heuschrecken
ein Schwarm Bienen ist ausgeflogen, ausgebrochen
die Mücken tanzten in dichten Schwärmen über der feuchten Niederung
die Zugvögel sammeln sich zu Schwärmen, bevor sie zu ihrem Fluge aufbrechen
die Heringe, Wellensittiche leben in Schwärmen
Man fängt nämlich die Lachse heute in ganzen Schwärmen (= in großen Mengen) auf hoher See [GrzimekWildes Tier204]
bildlich
Beispiele:
ein Schwarm Kinder
der Schwarm der Gäste
ein Schwarm von Ausflüglern, Anbetern, Verehrerinnen
Fern ... zog ein Schwarm einmotoriger Flugzeuge vorüber [NollHolt1,245]
Die Frage schien einen ganzen Schwarm unliebsamer Gedanken in seinem Kopf aufzustöbern [SeghersTransit5,103]
II.
umgangssprachlich
1.
jmd., etw., wofür sich jmd. begeistert, wovon er schwärmerisch spricht, wonach er strebt
Beispiele:
der strahlende Tenor war der Schwarm aller jungen Damen
ein neuer Sportwagen war sein Schwarm
sein Schwarm ist der Segelsport
der Schwarm (= Freund) meiner Schwester
2.
das Schwärmen für etw., jmdn.
Beispiel:
deinen Schwarm für das Bergsteigen kann ich gut verstehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwarm · schwärmen · Schwärmer · Schwarmgeist
Schwarm m. ‘ausfliegende, summend schwirrende Bienenschar, sich wimmelnd fortbewegende Menge’, ahd. swar(a)m ‘Bienenschwarm’ (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. swarm, mnl. swarm, swerm, nl. zwerm, aengl. swearm, engl. swarm, anord. svarmr ‘Unruhe, Lärm’, schwed. svärm ‘Schwarm’ stehen als Bildungen mit mo-Suffix wie frühnhd. surm ‘Gesumse, Getöse’ (15. Jh.) neben den verwandten unter ↗schwirren und ↗surren (s. d.) angeführten Verben. Außergerm. sind vergleichbar aind. svárati ‘gibt einen Ton von sich, erschallt, singt’, griech. hýrax (ὕραξ) ‘Spitzmaus’, lat. sōrex ‘Spitzmaus’ (nach dem Pfeifton des Tieres), lat. susurrus ‘das Zischen, Flüstern’, susurrāre ‘zischen, flüstern, summen’, kymr. chwyrnu ‘brummen’, aslaw. svirati ‘flöten, pfeifen’, aruss. svirati, svirjati ‘flöten’, aslaw. svirělь ‘Flöte, Schalmei’, russ. svirél’ (свирель) ‘Hirtenflöte, Schalmei, Pfeife’, so daß von einer Schallwurzel ie. *su̯er- ‘surren’ ausgegangen werden kann. schwärmen Vb. ‘einen Schwarm bilden’, ahd. swer(e)men (11. Jh.), mhd. swarmen, swermen; übertragen frühnhd. schwärmen ‘ein lustiges, freies Leben führen’ (16. Jh.), ‘von einer vorgeprägten geistigen Bahn oder Ordnung, einem Gedankengebäude abweichen’, besonders von religiösen Sektierern ‘wirklichkeitsfern denken, sich begeistern’ (16. Jh.), in der literarischen Bewegung des 18. Jhs. ‘sich überschwenglich begeistern, seiner Phantasie freien Lauf lassen’, für jmdn. schwärmen ‘ihn verehren, anhimmeln’ (18. Jh.) mit der Rückbildung Schwarm m. ‘verehrte Person, begeisternder Gegenstand’ (19. Jh.). In der Militärsprache (aus)schwärmen ‘eine feste Zugordnung auflösen, sich im Gelände verteilen’ (18. Jh.). Schwärmer m. und Schwarmgeist m. ‘religiöser Sektierer’ (16. Jh.), ‘wer den Boden der Wirklichkeit verliert, Phantast’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Heer · ↗Masse · ↗Menge · Schwarm · ↗Unzahl · ↗Vielzahl  ●  ↗Flut  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • sehr viel · unglaublich viel  ●  ↗massenhaft  ugs.
Synonymgruppe
Clique · ↗Grüppchen · ↗Herde · ↗Kolonne · ↗Pulk · ↗Rudel · ↗Runde · ↗Schar · Schwarm · ↗Traube · ↗Trupp · bunte Truppe  ●  ↗Korona  ugs. · lustiger Verein  ugs., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anhäufung · ↗Anzahl · ↗Ballung · ↗Batzen · ↗Fülle · ↗Haufen · ↗Heer · ↗Legion · ↗Masse · ↗Menge · ↗Reihe · ↗Schar · ↗Schwall · Schwarm · ↗Schwung · ↗Serie · ↗Unmasse · ↗Unmaß · ↗Unmenge · ↗Unzahl · ↗Vielheit · ↗Vielzahl · ↗Wust · ↗Übermaß  ●  ↗Armee  ugs. · ↗Flut  ugs. · ↗Latte  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gruppe (von Tieren) · ↗Herde · ↗Koppel · ↗Meute · ↗Rotte · ↗Rudel · ↗Schule · Schwarm · ↗Sprung · ↗Trupp
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biene Doktorfisch Fisch Fliege Gans Glühwürmchen Graugans Heuschrecke Hornisse Insekt Krähe Moskito Möwe Mücke Nanoroboter Pelikan Schmeißfliege Schmetterling Schwiegermutter Stechmücke Taube Teenie Tropenfisch Vogel Wespe Wildgans Zugvogel herfallen riesig schwirren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwarm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf einer Party, auf die du wochenlang hingefiebert hast, flirtet dein Schwarm mit einer anderen.
Bach, Tamara: Marsmädchen, Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2003, S. 78
Da kommt er ins Schwärmen, bestellt noch einen Tee, wirkt aufgekratzt.
Der Tagesspiegel, 10.05.2001
Als sie sich gerade setzen will, entdeckt sie ihren Schwarm.
Die Welt, 02.11.2000
Endlich entscheidet sich der Schwarm für den von der Mehrheit bevorzugten Ort.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 255
Wie war ich doch mein Leben lang an den bunten Schwarm um mich gewöhnt gewesen!
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1717
Zitationshilfe
„Schwarm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwarm>, abgerufen am 17.02.2019.

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