Schwarze, der oder die

GrammatikSubstantiv (Maskulinum, Femininum) · Genitiv Singular: Schwarzen · Nominativ Plural: Schwarze(n)
Mit Pluralendung -n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Schwarzen, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einige Schwarze.
WorttrennungSchwar-ze
Grundformschwarz
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutungen

1.
Mensch von (sehr) dunkler Hautfarbe aus Afrika südlich der Sahara oder mit von dorther stammenden Vorfahren
Die Bezeichnung Schwarze wird in dieser Lesart meist in Kontexten verwendet, in denen die Hautfarbe bestimmter Menschen(gruppen) eine Rolle spielt.
Beispiele:
[…] Jazz und Blues, Gospel und RockʼnʼRoll, Soul und Funk, Hip-Hop und Rap wurden von Schwarzen geschaffen und dominiert. [Welt am Sonntag, 09.11.2008, Nr. 45]
Barack Obama, der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, war der erste Schwarze in diesem Amt. [Die Welt, 13.02.2018]
Im Bürgerkrieg zwischen dem Nord- und dem Südsudan standen sie [die Nomadenstämme] durchwegs auf der Seite Khartums; von der Regierung bewaffnete Milizen […] wurden von der Sudan People's Liberation Front für blutige Überfälle auf Dörfer der Schwarzen im Süden verantwortlich gemacht. [Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2009]
Über ein Ende der politischen Apartheid [in Südafrika], mit der den Schwarzen das Wahlrecht vorenthalten wird, will Präsident de Klerk Anfang Mai mit der Befreiungsbewegung Afrikanischer Nationalkongreß (ANC) erste Gespräche führen. [die tageszeitung, 19.04.1990]
In diesem Jahr wollen die Engländer den Negern der Goldküste eine autonome Regierung geben. Die Schwarzen arbeiten mit großem Eifer am Bau ihres vorläufig noch recht unsicheren Staates. [Die Zeit, 25.02.1954, Nr. 08]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: landlose, unterdrückte, benachteiligte, unterprivilegierte, mittellose, arbeitslose, arme, entrechtete Schwarze
in Präpositionalgruppe/-objekt: Polizeigewalt gegen Schwarze; Wahlrecht für Schwarze; die Diskriminierung von Schwarzen
als Genitivattribut: die Bürgerrechte, die Gleichberechtigung, die Diskriminierung, die Unterdrückung, die Benachteiligung, die Versklavung, die Emanzipation der Schwarzen; die Musik der Schwarzen
2.
seltener Mensch bestimmter, z. B. australischer oder indischer Ethnien mit dunkler(er) Hautfarbe bzw. mit von ihnen abstammenden Vorfahren
Beispiele:
Als die Weißen 1788 Australien entdeckten, vertrieben sie die Schwarzen vom angestammten Grund und Boden. [die tageszeitung, 26.04.1997]
Der Mann brachte [in Australien] einen Aushang in seinem Schaufenster an, wonach »Hunden und 14 bis 18 Jahre alten Schwarzen« der Zutritt verwehrt sei. [Spiegel, 14.04.2017 (online)]
Auch manche Roma bezeichnen sich mit gewissem Stolz als »Schwarze«, sie nennen die ethnischen Ungarn oft »Weiße« und besingen sich selbst in ihren Liedern als »Zigeuner«. [Süddeutsche Zeitung, 28.11.2008]
»Mir sagte einmal ein Schüler, ich sei der einzige Schwarze, den er kenne«, erzählt [der Lehrer] Ganguly, dessen Vater aus Indien ist. Seine Mutter kommt aus Stuttgart, wo er aufgewachsen ist. [Berliner Zeitung, 20.09.2000]
Volle Bürger- und Wahlrechte erhielten die Aboriginals erst Mitte der sechziger Jahre, […] und noch bis vor wenigen Monaten brauchten die Schwarzen eine Ausreisegenehmigung, wenn sie Australien verlassen wollten. [Die Zeit, 29.06.1973, Nr. 27]
3.
leicht abwertend Vertreter(in), Anhänger(in) der (christlichen) politischen Parteien CDU oder CSU
Beispiele:
Die Mitglieder der CDU nennt [der SPD-Vorsitzende] Schulz »die Schwarzen«, »die Anderen« oder schlicht »die«. [Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2017]
Grüne und Schwarze könnten [in einer Koalition] die Mitte der Gesellschaft von zwei Seiten abdecken, mit einem gemeinsamen Wertekanon, vorausgesetzt, die CDU mache Politik nach der christlichen Soziallehre. [Süddeutsche Zeitung, 16.04.2016]
In der IG Metall war ich der Schwarze, in der CDU der Rote. [Süddeutsche Zeitung, 18.07.2015]
Früher waren Grüne für die CDU langhaarige Steinewerfer und Schwarze für die Ökos reaktionäre Provinzheinis. [Spiegel, 23.06.2006 (online)]
Rote und Schwarze in Berlin sind sich einig: SPD und CDU haben am Wochenende ihre Verhandlungen abgeschlossen, morgen abend werden die Koalitionsvereinbarungen offiziell unterzeichnet. [die tageszeitung, 28.05.1990]
4.
leicht abwertend Katholik(in)
Beispiele:
Obwohl die römische Kirche (im Gegensatz zum Protestantismus) ein Bollwerk gegen die Nazis war, die in katholischen Gegenden die wenigsten Stimmen bekamen, wurden die »Schwarzen« erfolgreich in die Nähe der Braunen gerückt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2006]
Erst findet die Wiesbadener SPD keinen eigenen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters, also nominiert sie einen parteilosen katholischen Priester, […] dann vergisst der örtliche Parteivorstand, den schwarzen Roten (oder den roten Schwarzen) fristgerecht zur Wahl […] anzumelden […]. [Die Zeit, 11.01.2007, Nr. 03]
5.
österreichisch Tasse schwarzer Kaffee
Grammatik: Genus Maskulinum
Beispiele:
Ist starker schwarzer Kaffee erwünscht, wird nach einem Kleinen oder Großen Schwarzen oder Mokka verlangt. […] [Der Standard, 09.11.2006]
Im Kaffeehaus bestellt man einen »Kleinen Braunen«, einen »Großen Schwarzen«, einen »Verlängerten«, einen »Einspänner«, eine »Melange« oder einen »Cappuccino«; aber niemals einen »Kaffee« oder überhaupt »ein Kännchen Kaffee«. [Wien Tipps & Tricks, 01.05.2014, aufgerufen am 05.02.2016]
Niemand zelebriert den Genuss des Kaffeetrinkens so gekonnt wie die Wiener. In den Kaffeehäusern schlürfen sie einen Schwarzen, einen Einspänner mit Sahne oder einen Melange mit aufgeschäumter Milch, diskutieren, philosophieren oder flirten mit der gnäʼ Frau vom Nachbartisch. [Der Tagesspiegel, 15.09.2001]
[…] der kleine Schwarze und der große Braune schmecken, welch ein Glück, weiterhin wie richtiger Kaffee. [Die Zeit, 17.03.1995, Nr. 12]
[…] der Bulgare trinkt einen kleinen Schwarzen, und ich rühre wortlos mit dem Löffel in meinem großen Braunen herum[…]. [Bachmann, Ingeborg: Malina, Gütersloh: Bertelsmann 1992 [1971], S. 93]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: ein kleiner, großer Schwarzer

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Christlich Soziale Union  ●  ↗CSU  Abkürzung · ↗Konservative  ugs. · Schwarze  ugs.
Oberbegriffe
  • Partei · politische Partei  ●  politische Kraft  ugs.
Assoziationen
  • am Bestehenden festhalten(d) · am Bewährten festhalten(d) · in der Tradition (stehen) · ↗rechts · ↗traditionsverbunden  ●  ↗konservativ  Hauptform
  • Bayern · Bayernland · Freistaat Bayern  ●  ↗Freistaat  ugs.
  • Christdemokraten · Christlich Demokratische Union  ●  ↗CDU  Abkürzung · ↗Konservative  ugs. · die Schwarzen  ugs.
  • Union · Unionsparteien

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asiat Braune Bürgerrecht Diskriminierung Emanzipation Farbige Fingernagel Ghetto Gleichberechtigung Hispanier Inder Indianer Latino Mischling Mulatte Puertoricaner Roter Schwarz Schwarze Schwule Südstaat Township Unterdrückung Versklavung Weiße landlos unbewaffnet unterdrückt weiterreichen zuschieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwarze‹.

Zitationshilfe
„Schwarze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwarze#1>, abgerufen am 21.11.2019.

Weitere Informationen …

Schwarze, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schwarzen · Nominativ Plural: Schwarzen
WorttrennungSchwar-ze
Grundformschwarz
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutung

etwas Schwarzes, ein schwarzer Gegenstand
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Marek […] hat Erfahrung mit dem Schießunterricht. Tatsächlich, der erste Schuss des Anfängers trifft ins Schwarze (= in das Zentrum der Zielscheibe). [Die Welt, 09.12.2017]
Wenn Ferdinand Stipberger mit seinem Luftgewehr 40 Mal auf eine Scheibe schießt, trifft er 39 Mal ins Schwarze – normalerweise. [Süddeutsche Zeitung, 14.01.2003]
Ähnlich beruhigend wirkt die Schwarzblende, bei der man eine kurze Zeitspanne in der Timeline frei lässt und die Szene davor ins Schwarze (= ins Dunkel) ab- und die Szene danach vom Schwarzen aufblendet. [Cʼt, 2001, Nr. 5]
Verblassen die Farben, verliert Schwarz seine Sättigung oder kippt gar ein weißer Bildausschnitt ins Schwarze? [C't, 2001, Nr. 3]
sprichwörtlichWas liest du überhaupt Goethe? Ich dachte, der Dichter an sich wäre nicht das Schwarze unterm Nagel (= überhaupt nichts) wert. [Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 85]
bildlich, sprichwörtlichDer fünfundsiebzigjährige Schriftsteller ist ein leidenschaftlicher Moralist. Er läßt nichts aus, das Schwarze an die Wand zu malen (= pessimistische Ansichten zu äußern). [Die Zeit, 17.10.1997, Nr. 43]
a)
sprichwörtlich
Grammatik: nur im Singular
Phrasem:
ins Schwarze treffen (= das Richtige herausfinden, erkennen, erraten, sagen)
Beispiele:
Da haben Sie [mit einer Äußerung] voll ins Schwarze getroffen. [Cʼt, 2001, Nr. 5]
Ein Kritikpunkt der Ärzte trifft allerdings ins Schwarze: Patienten, die zu vereinbarten Terminen einfach nicht erscheinen, schaden letztlich allen […]. [Süddeutsche Zeitung, 26.01.2016]
Ich soll raten, wer es ist, treffe aber mit keinem meiner Vorschläge ins Schwarze. [Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 91]
Beim Wirtschaftswachstum und bei den Investitionen haben die Kieler [Forscher] als einzige mit ihrer Vorhersage genau ins Schwarze getroffen. [Die Zeit, 31.12.1982, Nr. 01]
b)
schwarzes, schmales und schlichtes, meist kürzeres, zu vielen (auch offiziellen und feierlichen) Anlässen tragbares Kleid
Beispiele:
Candlelight Dinner im großen Speisesaal, David im dunklen Anzug, sie im kleinen Schwarzen. [Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 319]
Mit Zauber-Dekolleté im langen Schwarzen schritt sie die Treppe hinauf. [Bild, 05.09.2013]
Zum kleinen Schwarzen mit den glitzernden Spaghetti-Trägern trägt Klara Manzel […] ein katholisches Kreuz am Kettchen um den Hals[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2010]
Im kurzen Schwarzen begrüßt Dagmar Frédéric, die einst den »Kessel Buntes« präsentierte, die rund 250 geladenen Gäste. [die tageszeitung, 22.09.1995]
Zürichs gehobene Gesellschaft, die Herren in Uniform, die Damen im langen Schwarzen mit Dekollete und Nerzstola, trifft sich im »Grand Hotel Dolder« zum traditionellen Offiziersball. [Der Spiegel, 22.12.1980, Nr. 52]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: das kleine, kurze, lange Schwarze; das schulterfreie (kleine) Schwarze

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Christlich Soziale Union  ●  ↗CSU  Abkürzung · ↗Konservative  ugs. · Schwarze  ugs.
Oberbegriffe
  • Partei · politische Partei  ●  politische Kraft  ugs.
Assoziationen
  • am Bestehenden festhalten(d) · am Bewährten festhalten(d) · in der Tradition (stehen) · ↗rechts · ↗traditionsverbunden  ●  ↗konservativ  Hauptform
  • Bayern · Bayernland · Freistaat Bayern  ●  ↗Freistaat  ugs.
  • Christdemokraten · Christlich Demokratische Union  ●  ↗CDU  Abkürzung · ↗Konservative  ugs. · die Schwarzen  ugs.
  • Union · Unionsparteien

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asiat Braune Bürgerrecht Diskriminierung Emanzipation Farbige Fingernagel Ghetto Gleichberechtigung Hispanier Inder Indianer Latino Mischling Mulatte Puertoricaner Roter Schwarz Schwarze Schwule Südstaat Township Unterdrückung Versklavung Weiße landlos unbewaffnet unterdrückt weiterreichen zuschieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwarze‹.

Zitationshilfe
„Schwarze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwarze#2>, abgerufen am 21.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schwarzdrossel
Schwarzdorn
schwarzbunt
Schwarzbuch
Schwarzbrotschnitte
schwärzen
Schwärzer
Schwarzerde
Schwarzerle
Schwarzfahren