Schweiß, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schweißes · Nominativ Plural: Schweiße · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Schweiß‹ als Erstglied: ↗Schweißabsonderung · ↗Schweißausbruch · ↗Schweißband · ↗Schweißblatt · ↗Schweißbläschen · ↗Schweißdrüse · ↗Schweißfuß · ↗Schweißfährte · ↗Schweißgeruch · ↗Schweißhund · ↗Schweißleder · ↗Schweißperle · ↗Schweißpore · ↗Schweißriemen · ↗Schweißtropfen · ↗schweißfeucht · ↗schweißnass · ↗schweißtreibend
 ·  mit ›Schweiß‹ als Letztglied: ↗Achselschweiß · ↗Angstschweiß · ↗Fußschweiß · ↗Morgenschweiß · ↗Nachtschweiß · ↗Todesschweiß
 ·  mit ›Schweiß‹ als Grundform: ↗schweißig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
wässrige, aus den Poren der Haut besonders bei Hitze heraustretende Absonderung von Drüsen
Beispiele:
der Schweiß brach ihm aus allen Poren, trat ihm auf die Stirn, steht ihm in hellen Tropfen auf der Stirn
der Schweiß rinnt ihm übers Gesicht, den Rücken hinunter
von ihren nackten Oberkörpern troff der Schweiß
er wischt, trocknet sich [Dativ] den Schweiß (von der Stirn)
in Schweiß geraten, kommen
sie erwachte in Schweiß gebadet
er war mit kaltem Schweiß bedeckt
nach Schweiß riechen
nach dem scharfen Ritt war das Pferd nass von Schweiß
seine Nase glänzte von Schweiß
bildlich Mühe, Anstrengung
Beispiele:
das hat viel Schweiß gekostet
umgangssprachlichan dieser Arbeit klebt viel Schweiß (= sie hat viel Mühe gemacht)
wir haben die Halle im Schweiße unseres Angesichts (= mit großer Anstrengung) aufgebaut [BaierlFlinz4]
Nutzlos / Ist der Schweiß des Volkes vergossen [BrechtDt. Kriegsfibel]
2.
Jägersprache Blut
Beispiel:
das Reh verlor viel Schweiß, ehe es verendete
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schweiß · Schweißhund · schweißig · schweißen1 · schweißen2 · zusammenschweißen · Schweißer
Schweiß m. abgesonderte Körperfeuchtigkeit, jägersprachlich ‘Blut’ (des angeschossenen Wildes), ahd. (9. Jh.), mhd. sweiʒ, asächs. swēt, aengl. swāt, anord. sveiti ‘Schweiß, Blut’, mnd. swēt, engl. sweat, mnl. sweet, nl. zweet, schwed. svett ‘Schweiß’ (germ. *swaita- ‘Schweiß, Blut’) und die unter ablautendem ↗schwitzen (s. d.) genannten Formen lassen sich mit aind. svid- ‘schwitzen’, svḗda- ‘Schweiß’, griech. īdíein (ἰδίειν) ‘schwitzen’, ī́dos (ἶδος), lat. sūdor, kymr. chwy̑s und lett. sviedri (Plur.) ‘Schweiß’ auf die Wurzel ie. *su̯eid- ‘schwitzen, Schweiß’ zurückführen. In der für die alten germ. Sprachstufen (s. oben) bezeugten Bedeutung ‘quellendes Blut’ (von Mensch und Tier) ist Schweiß wohl als tabuierende Umschreibung anzusehen; die Bedeutung ‘Blut’ bleibt in der Jägersprache erhalten. Schweißhund m. ‘Jagdhund, der die Blutfährte von angeschossenem Wild sucht und verfolgt’ (17. Jh.). schweißig Adj. ‘feucht, naß von Schweiß’, ahd. sweiʒīg (Hs. 12. Jh.), mhd. sweiʒic ‘schweißnaß, blutig’. Im Sinne von ‘blutig’ noch in der Jägersprache, vgl. schweißige Fährte ‘Blutspur angeschossenen Wildes’. schweißen1 Vb. ‘Schweiß, Blut vergießen’ (vom angeschossenen Wild), frühnhd. sweizen ‘bluten, schwitzen’, mnd. sweten ‘schwitzen’, aengl. swǣtan ‘bluten, schwitzen’, anord. sveita ‘schwitzen’ (germ. *swaitan). Die Bedeutung ‘Schweiß absondern’ wird im 18. Jh. aufgegeben und allein von ↗schwitzen (s. d.) weitergeführt; im Sinne von ‘bluten’ gilt schweißen noch in der Jägersprache. Dazu das Kausativum schweißen2 Vb. ‘schwitzen lassen, braten, rösten, Metall- oder Kunststoffteile durch Erhitzen oder Druck miteinander verbinden’, ahd. sweiʒen ‘braten, rösten’, mhd. sweiʒen ‘heiß, schwitzen machen, rösten, in Glühhitze verbinden, aneinanderhämmern’, aengl. swǣtan ‘zusammenschmieden’ (germ. *swaitjan). zusammenschweißen Vb. ‘durch Schweißen fest miteinander verbinden’ (19. Jh.). Schweißer m. ‘wer Metall- oder Kunststoffteile durch Schweißverfahren verbindet’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hautausdünstung · Schweiß · ↗Schweißabsonderung · ↗Schweißsekretion  ●  ↗Soße  ugs., bair. · Transpirationsflüssigkeit  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Biologie, Medizin
Synonymgruppe
Blut  ●  ↗Lebenssaft  ugs. · Schweiß  fachspr., Jägersprache, Jargon · roter Saft  ugs., scherzhaft
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angesicht Blut Edler Geruch Mühsal Parfüm Pore Schmutz Schweiß Speichel Sperma Staub Stirn Träne Urin abwischen ausbrechen baden herunterlaufen kalt perlen riechen rinnen stinken trocknen tropfen tupfen verdunsten vergießen wischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schweiß‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.
Die Welt, 04.06.2005
Jetzt brauche ich es, die kurzen Haare nehmen den Schweiß nicht auf.
Der Tagesspiegel, 27.06.2001
Oder zumindest, das scheint gesichert, sie riechen immer streng nach Schweiß.
Bild, 12.10.2000
Teilnehmen darf übrigens nur, wer vorher schriftlich versichert, keinen Tropfen Schweiß vergießen zu wollen.
Süddeutsche Zeitung, 10.08.1995
Aus ihnen läßt sich der Schweiß beim Waschen besonders leicht entfernen.
Bartz-Friedenau, Marie Luise: Willst genau du wissen, was sich schickt? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 22493
Zitationshilfe
„Schweiß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schweiß>, abgerufen am 16.11.2019.

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