Schweif, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schweif(e)s · Nominativ Plural: Schweife
Aussprache
Wortbildung mit ›Schweif‹ als Erstglied: ↗schweifwedeln  ·  mit ›Schweif‹ als Letztglied: ↗Feuerschweif · ↗Kometenschweif · ↗Pfauenschweif · ↗Pferdeschweif · ↗Rauchschweif · ↗Ross-Schweif · ↗Rossschweif · ↗Umschweif
 ·  formal verwandt mit: ↗geschweift · ↗langschweifig · ↗weitschweifig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
gehoben langer buschiger Schwanz
Beispiele:
der Hund wedelte mit seinem prächtigen Schweif
der Schweif eines edlen Rosses, eines Löwen, eines schwarzen Katers
er zog den Schweif ein
bildlich
Beispiele:
der Schweif eines Kometen
Tausende von Personen sahen ... einen hell leuchtenden Meteor mit einem grünlichgelben Schweif [Tageszeitung1966]
2.
übertragen geschwungene Linie
Beispiele:
Der schöne Dampfer zog einen Schweif durch das Wasser [SeghersDie Toten6,473]
diese vollen S und O mit ihren fast klingenden Strichen und prachtvollen Schweifen [FedererBerge121]
3.
veraltet Schleppe
Beispiel:
»Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht? Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif« [GoetheErlkönig]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schweif · Schweifstern · Umschweif
Schweif m. ‘langer buschiger Schwanz, geschwungene Linie, Schleppe’, ahd. sweif ‘umgeschlagenes Gewand, Fußbekleidung’ (9. Jh.), mhd. sweif ‘schwingende Bewegung, (Um)gang, Umschwung, Umkreis, umschlingendes Band, Kleidungsbesatz, Schwanz’ und anord. sveipr ‘Schwingung, Krümmung, Band, gekräuseltes Haar’ gehören als Abstraktbildungen zu der unter ↗schweifen (s. d.) genannten Wortgruppe. Ausgehend von ‘schwingende Bewegung’ bezeichnet mhd. sweif auch ‘den sich windenden, ringelnden, geschwungenen Schwanz’ (z. B. von Schlange und Pferd), wird aber im Nhd. von ↗Schwanz (s. d.) in seiner Gebrauchshäufigkeit eingeschränkt und gehört dann vor allem der gehobenen Sprache an. Im 17. Jh. wird Schweif der geläufige Ausdruck für die einem Kometen (vgl. Schweifstern m. 17. Jh.) nachfolgenden leuchtenden Materieteilchen. Umschweif m. ‘Umständlichkeit, Umschreibung’ (16. Jh.), früher auch ‘hin- und hergehende Bewegung, Umdrehung, Umweg, Umfang, Umgebung, umgelegtes Kleidungsstück’, ahd. umbisweif ‘Lendenschurz’ (11. Jh.; vgl. auch das ti-Abstraktum umbisweift ‘Lendenschurz’, 9. Jh., ‘Biegung, Windung’, um 1000), mhd. umbesweif ‘hin- und hergehende Bewegung, Kreisbewegung, Umhüllung, Abirrung, Ausdehnung’. Heute besonders ohne Umschweife ‘ohne umständliche Erklärungen, geradeheraus’, vgl. on lang umbschweiff (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bürzel (Jägerspr.) · ↗Rute · ↗Schwanz · Schweif · ↗Sterz

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erlenkönig Gas Hals Himmel Koma Komet Länge Mähne Pfau Pferd Roß Schleife Staub Stern ausbilden buschig charakteristisch entfalten feurig formen hell herziehen hinterlassen lang leuchten leuchtend peitschen prächtig wedeln wehend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schweif‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und das gelingt nur den Pfauen mit einem üppigen Schweif.
Der Tagesspiegel, 16.02.2003
Doch als er vier Tage später den Film abholte, entdeckte er den Schweif auf dem Mond.
Bild, 03.02.2000
Von "Schweifen" konnte indessen, um es genau zu sagen, keine Rede sein.
Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 349
Als ein kichernder, tuschelnder Schweif waren die Mägde ins Haus gehuscht.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 266
Sie ziehen oft einen großen Schweif nach sich, dann aber verschwinden sie für immer.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 180
Zitationshilfe
„Schweif“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schweif>, abgerufen am 17.02.2019.

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