Schwein, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schwein(e)s · Nominativ Plural: Schweine
Aussprache
Wortbildung mit ›Schwein‹ als Erstglied: ↗Schweinchen · ↗Schweinebacke · ↗Schweinebauch · ↗Schweinebeuschel · ↗Schweineblase · ↗Schweineborste · ↗Schweinebraten · ↗Schweinefett · ↗Schweinefilet · ↗Schweinefleisch · ↗Schweinegelatine · ↗Schweinegulasch · ↗Schweinehachse · ↗Schweinehalter · ↗Schweinehaltung · ↗Schweinehaxe · ↗Schweinehälfte · ↗Schweinehütte · ↗Schweinekamm · ↗Schweinekeule · ↗Schweinekoben · ↗Schweinekopf · ↗Schweinekotelett · ↗Schweineleber · ↗Schweinemast · ↗Schweinemedaillon · ↗Schweinemästerei · ↗Schweineniere · ↗Schweineohr · ↗Schweinepest · ↗Schweinepfleger · ↗Schweinepflegerin · ↗Schweineragout · ↗Schweinerei · ↗Schweinerippchen · ↗Schweinerippe · ↗Schweinerotlauf · ↗Schweineroulade · ↗Schweinerücken · ↗Schweineschlachten · ↗Schweineschlächter · ↗Schweineschmalz · ↗Schweineschnauze · ↗Schweineschnitzel · ↗Schweinestall · ↗Schweinesteak · ↗Schweinetrog · ↗Schweinezucht · ↗Schweinigel · ↗Schweinsauge · ↗Schweinsblase · ↗Schweinsborste · ↗Schweinsbraten · ↗Schweinsfilet · ↗Schweinsgalopp · ↗Schweinsgulasch · ↗Schweinshachse · ↗Schweinshaxe · ↗Schweinskarree · ↗Schweinskeule · ↗Schweinskopf · ↗Schweinskotelett · ↗Schweinsleber · ↗Schweinsleder · ↗Schweinsniere · ↗Schweinsohr · ↗Schweinsragout · ↗Schweinsrippchen · ↗Schweinsrippe · ↗Schweinsroulade · ↗Schweinsrücken · ↗Schweinsschnitzel · ↗Schweinsäuglein · ↗schweinern
 ·  mit ›Schwein‹ als Letztglied: ↗Fettschwein · ↗Glücksschwein · ↗Hauptschwein · ↗Hausschwein · ↗Hängebauchschwein · ↗Kielschwein · ↗Marzipanschwein · ↗Mastschwein · ↗Meerschwein · ↗Mutterschwein · ↗Phrasenschwein · ↗Schlachtschwein · ↗Sparschwein · ↗Stachelschwein · ↗Trüffelschwein · ↗Warzenschwein · ↗Wildschwein · ↗Zuchtschwein
 ·  mit ›Schwein‹ als Grundform: ↗-schwein
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
wegen seines Fleisches als Haustier gehaltener Paarhufer mit borstiger Haut, kurzer, rüsselförmiger Schnauze, großen, spitz auslaufenden Ohren und dünnem, meist geringeltem Schwanz
Beispiele:
ein fettes Schwein
ein Schwein füttern, mästen, schlachten, abstechen
Schweine halten, züchten
die Schweine haben hier alles umgewühlt
man hört die Schweine im Koben grunzen
vulgär wie ein Schwein bluten (= stark bluten)
vulgär besoffen wie ein Schwein, voll wie ein Schwein (= restlos betrunken)
salopp, derb du benimmst dich wie ein Schwein (= sehr schlecht)
übertragen
Beispiel:
mit jmdm. Schweine gehütet haben (= mit jmdm. auf sehr vertrautem Fuße stehen)
2.
nur im Singular
Fleisch von 1
Beispiel:
bitte ein Kilo Fleisch für Gulasch, halb Rind, halb Schwein
3.
umgangssprachlich Schwein habenGlück haben
Beispiele:
Schwein muss man haben
ein Schwein hat der Kerl!
Alles ist möglich ... mit etwas Courage und sehr viel Schwein [A. ZweigErziehung232]
4.
salopp Mensch
a)
derb unsauberer oder unanständiger, moralisch minderwertiger Mensch
Beispiele:
einen Dreck hat das Schwein hinterlassen!
das faule Schwein hat uns gerade noch gefehlt
dann hat das Schwein von einem Fahrer den Verunglückten hilflos liegenlassen
das blöde Mensch ist schwanger, wahrscheinlich von einem Schwein eures Kalibers [FritschinÖsterr. Erzähler2,316]
Er ist zwar unser bester Ingenieur, aber moralisch ist er ein Schwein [JakobsBeschreibung30]
b)
Schimpfwort
Beispiele:
du Schwein!
du bist ein altes Schwein
c)
derb kein Schweinniemand
Beispiele:
das kann kein Schwein lesen, kapieren, schaffen
in fünf Jahren fragt kein Schwein mehr danach
d)
ein armes Schweinein bedauernswerter Mensch
Beispiel:
jetzt hat das arme Schwein auch noch die Grippe erwischt!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwein · Schweinerei · schweinern · schweinisch · Schwein(e)hund · Schweinigel · schweinigeln
Schwein n. Der Name des fleischbringenden Nutztieres ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. asächs. aengl. swīn, mnl. swijn, nl. zwijn, engl. (älter, heute noch zoologisch) swine, afries. anord. svīn, schwed. svin, got. swein (germ. *swīna-) ist als Substantivierung einer alten Adjektivableitung vergleichbar mit lat. suīnus ‘vom Schwein’, aslaw. svinъ, russ. svinój (свиной) ‘vom Schwein’, svin’já (свинья) ‘Schwein’. Zugrunde liegt ie. *su̯īno- oder *su̯eino- ‘zum Schwein gehörig’, gebildet mit dem Beschaffenheit und Abstammung ausdrückenden, substantiviert vornehmlich Tierjunge bezeichnenden (s. ↗Füllen, ↗Küken) Suffix ie. -īno-, -eino- (germ. -īna-) zu dem unter ↗Sau (s. d.) gegebenen Ansatz ie. *sūs ‘Schwein, Sau’. Mit anderen n-Suffixen gebildet sind griech. hyēnós (ύηνός) ‘schweinisch, säuisch’ und hýaina (ὕαινα), s. ↗Hyäne. Schwein, ursprünglich Ausdruck für das junge Tier, bezeichnet bereits früh sowohl das Wildschwein als auch das Haustier. Die Wendung Schwein (‘Glück’) haben (Anfang 19. Jh. aus der Studentensprache) wird auf den Brauch zurückgeführt, bei Schützenfesten dem Verlierer ein Schwein als Trostpreis zu überreichen. Schweinerei f. ‘Unreinlichkeit, Unordentlichkeit, Verwerfliches, Anstößiges’ (17. Jh.); vgl. schweinen Vb. ‘sich wie ein Schwein aufführen’ (17. Jh.). schweinern Adj. ‘aus Schweinefleisch’ (17. Jh.), älter schweinen Adj., mhd. swīnīn, swīnen. schweinisch Adj. ‘unanständig, anstößig’ (18. Jh.); vgl. mhd. swīnisch ‘vom Schwein’. Schwein(e)hund m. Schimpfwort aus der Studentensprache (19. Jh.), eigentlich ‘Hund, der eine Schweineherde treiben hilft oder wilde Schweine jagt’, übertragen ‘unreinlicher Mensch’ (18. Jh.). Schweinigel m. ‘Igel’ (17. Jh.); die Volkszoologie unterscheidet nach der Form der Schnauze Schweinigel und Hundsigel. Als Schimpfwort ‘unanständiger, Obszönitäten erzählender Mensch’, mit volksetymologischer Umdeutung aus Schweinenickel (s. ↗Nickel)? schweinigeln Vb. ‘unflätige Reden führen, sich unanständig benehmen’ (18. Jh.), aus der Studentensprache.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hundesohn  ●  ↗Affenarsch  derb · ↗Arsch  derb · ↗Arschloch  derb · ↗Drecksack  derb · ↗Dreckskerl  ugs. · ↗Flachwichser  derb · ↗Hackfresse  derb · ↗Hund  derb · ↗Hurensohn  derb · ↗Kackbratze  derb · Kackstiefel  derb · ↗Mistkerl  ugs. · ↗Sack  derb · ↗Sackgesicht  derb · Saubeutel  vulg. · ↗Sauhund  derb · ↗Sausack  derb · ↗Scheißkerl  derb · Schwein  derb · ↗Schweinehund  derb · Stück Scheiße  vulg. · ↗Wichser  vulg.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hausschwein · Schwein  ●  ↗Borstenvieh  ugs. · ↗Wutz  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Mutterschwein · ↗Sau
  • Eber · ↗Keiler · männliches Wildschwein
  • Ferkel · ↗Frischling · ↗Schweinchen
  • Bache · ↗Wildsau · weibliches Wildschwein
  • Schwäbisch-Hällisches Landschwein · Schwäbisch-Hällisches Schwein  ●  Mohrenköpfle  ugs.
  • Mangalica-Schwein · Mangalitza · Mangaliza · Schafschwein
  • männliches Hausschwein  ●  Saubär  oberdeutsch
Assoziationen
Synonymgruppe
Glück  Hauptform · ↗Dusel  ugs. · ↗Fortune  geh., franz. · ↗Fortüne  geh. · Glick  ugs., bair. · Masel  ugs. · Masen  ugs., österr. · ↗Massel  ugs., jiddisch · ↗Meise  ugs., österr. · Schwein  ugs.
Assoziationen
  • (das) Glück auf seiner Seite haben · (das) Glück ist auf jemandes Seite · Glück haben  ●  Schwein haben  sprichwörtlich · (das) Glück ist jemandem hold  geh. · Fortuna lächelt (jemandem)  geh. · Fortuna meint es gut mit  geh., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affe Ente Gans Geflügel Handelsklasse Huhn Hund Kalb Kaninchen Kuh Lamm Pferd Pute Rind Rinder Schaf Stall Ziege abrechnen arm fett füttern geschlachtet grunzen klonen mästen schlachten transgen verfüttern züchten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alle behaupten sie, es sei eine Lust, ein Schwein zu sein.
Die Zeit, 21.10.2004, Nr. 44
Und wie sind Sie auf die Idee gekommen, Schweine zu züchten?
Der Tagesspiegel, 27.05.2004
Ebenso dienten die von ihnen gehaltenen Schweine zum Unterhalt ihrer Hospitäler.
o. A.: Lexikon der Kunst - A. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 9283
Nur Schweine zeigen sich auch nach der Belegung wiederholt brünstig.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 345
Für die großen Hunde könnten wir lieber ein paar Schweine füttern.
Friedländer, Hugo: Eine Rittergutsbesitzerin vor den Geschworenen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3586
Zitationshilfe
„Schwein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwein>, abgerufen am 12.11.2019.

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