Schwein, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schwein(e)s · Nominativ Plural: Schweine
Aussprache  [ʃvaɪ̯n]
Wortbildung  mit ›Schwein‹ als Erstglied: Schweinchen · Schweinderl · Schweinebacke · Schweinebauch · Schweinebeuschel · Schweineblase · Schweineborste · Schweinebraten · Schweinebucht · Schweinefett · Schweinefilet · Schweinefleisch · Schweinegelatine · Schweinegrippe · Schweinegulasch · Schweinehachse · Schweinehack · Schweinehalter · Schweinehaltung · Schweinehaxe · Schweinehälfte · Schweinehütte · Schweinekamm · Schweinekeule · Schweinekoben · Schweinekopf · Schweinekotelett · Schweineleber · Schweineleder · Schweinemast · Schweinemedaillon · Schweinemästerei · Schweineniere · Schweineohr · Schweineorgel · Schweinepest · Schweinepfleger · Schweinepflegerin · Schweineragout · Schweinerei · Schweinerippchen · Schweinerippe · Schweinerotlauf · Schweineroulade · Schweinerücken · Schweinerückensteak · Schweineschlachten · Schweineschlächter · Schweineschmalz · Schweineschnauze · Schweineschnitzel · Schweinestall · Schweinesteak · Schweinesülze · Schweinetrog · Schweinezucht · Schweinigel · Schweinsauge · Schweinsblase · Schweinsborste · Schweinsbraten · Schweinsfilet · Schweinsgalopp · Schweinsgulasch · Schweinshachse · Schweinshaxe · Schweinskarree · Schweinskeule · Schweinskopf · Schweinskotelett · Schweinsleber · Schweinsleder · Schweinsniere · Schweinsohr · Schweinsragout · Schweinsrippchen · Schweinsrippe · Schweinsroulade · Schweinsrücken · Schweinsschnitzel · Schweinssülze · Schweinswurst · Schweinsäuglein · schweinern
 ·  mit ›Schwein‹ als Letztglied: Etappenschwein · Fettschwein · Glücksschwein · Hauptschwein · Hausschwein · Hängebauchschwein · Kielschwein · Marzipanschwein · Mastschwein · Meerschwein · Mutterschwein · Phrasenschwein · Schlachtschwein · Sparschwein · Stachelschwein · Trüffelschwein · Warzenschwein · Wildschwein · Zuchtschwein
 ·  mit ›Schwein‹ als Grundform: -schwein
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
Zoologie Familie (3) der Schweineartigen aus der Ordnung (6) der Paarhufer
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
Das zum Schwarzwild gehörende Wildschwein zählt zur Ordnung der Paarhufer und zur Familie der Schweine. [Thüringer Allgemeine, 20.07.2005]
Weiter lebten an den Seen der Alb vielerlei Arten der mächtigen, dickhäutigen Nashörner und Tapire und Sikas, die Stammväter der Schweine. [Rulaman 2, 01.03.2015, aufgerufen am 31.08.2020]
Das Warzenschwein (Phacochoerus africanus) ist eine in weiten Teilen Afrikas beheimatete Säugetierart aus der Familie der Echten Schweine (Suidae). [Warzenschweine – Masai Mara, 21.10.2014, aufgerufen am 01.09.2020]
[…] sie gehören zwar zur großen Familie der Schweine, doch mit der rosig‑rundlichen Miss Piggy oder Schweinchen Babe haben sie nichts gemein: Die südamerikanischen Weißbart‑Pekaris setzten sich mit ihrem kräftigen Raubtiergebiß selbst gegen stärkere Feinde wie Puma oder Jaguar erfolgreich zur Wehr. [Berliner Morgenpost, 12.06.1999]
2.
Schwein (Wildschwein)
Schwein (Wildschwein)
(MikeWildadventure, Vereinfachte Pixabay Lizenz)
Schwein (Hängebauchschwein)
Schwein (Hängebauchschwein)
Zoologie Tier einer Spezies (●) aus der Familie der Schweineartigen von gedrungenem Körperbau, mit Rüssel und (für Allesfresser typischen) breiten, ausgeprägten Backenzähnen sowie großen Eckzähnen
Kollokationen:
als Aktivsubjekt: das Schwein grunzt, quiekt, suhlt [sich]
Beispiele:
die Schweine haben hier alles umgewühltWDG
Ein Schwein ist drei Monate, drei Wochen und drei Tage trächtig. [Badische Zeitung, 08.07.2005]
Der Bestand an Wildschweinen ist so stark explodiert, dass er kaum noch unter Kontrolle zu bekommen ist. […] Die im November geborenen Frischlinge seien wegen des milden Winters alle durchgekommen. Jetzt kämen die Schweine nachts aus dem Wald auf die Maisfelder und richteten große Schäden an, hieß es aus der Jägerschaft[…]. [Thüringer Allgemeine, 18.03.2014]
Zwergwildschweine (Porcula salvania) sind mit 65 Zentimetern Länge, 25 Zentimetern Schulterhöhe und sechs bis neun Kilo Körpergewicht die kleinsten Schweine der Welt – und die seltensten. [Landshuter Zeitung, 20.11.2014]
Wiederholt sehen wir Zebras, Gnus, Warzenscheine, andere Schweine, Giraffen, Nashörner, Antilopen, Affen und einen Fuchs. [Mini-Safari und Mini-Vegas, 22.11.2013, aufgerufen am 01.09.2020]
»Die Gefahr von Verkehrsunfällen ist gestiegen, vor allem in Bereichen, wo man nicht mit Schwarzwild rechnen musste«[…]. In Lonsheim tauchte Ende September eine Rotte von 14 Schweinen im Weinberg eines Winzers auf. Der gerufene Jäger […] erlegte acht Schweine, um den angerichteten Schaden nicht größer werden zu lassen. [Allgemeine Zeitung, 03.12.2010]
Das gemeine Schwein (Sus scrofa L.) zerfällt nach Rohde in zwei natürliche oder Stammracen und zwar in das europäische Schwein (Sus europaeus) und das indische Schwein (Sus indicus Gray). Von beiden lassen sich wieder zwei Formen unterscheiden und zwar von Ersterem das Wildschwein (Sus scrofa ferus) und das europäische Hausschwein (Sus europaeus domesticus), von Letzterem das kurzohrige, chinesische Schwein (Sus sinensis Fitzgr.) und das großohrige, japanesische Maskenschwein (Sus pliciceps Gray). [Krafft, Guido: Lehrbuch der Landwirthschaft auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage. Bd. 3. Berlin 1876]
Schwein (Hausschwein)
Schwein (Hausschwein)
(ramboldheiner, Vereinfachte Pixabay Lizenz)
spezieller domestizierte, in vielen Kulturrassen gezüchtete Unterart des Wildschweins mit borstiger Haut, kurzer, rüsselförmiger Schnauze, großen, spitz auslaufenden Ohren und dünnem, meist geringeltem Schwanz
Synonym zu Hausschwein
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: ein Schwein füttern, mästen, züchten, abstechen, schlachten
in Präpositionalgruppe/-objekt: Schinken, Schnitzel, Medaillons, Knochen vom Schwein
Beispiele:
ein fettes SchweinWDG
Schweine halten, züchtenWDG
man hört die Schweine im Koben grunzenWDG
29 Schlachthöfe gibt es im Kreis – vom großen Schlachtunternehmen […] bis hin zum kleinen Metzgerbetrieb, der nur ein Schwein im Monat schlachtet. [Neue Westfälische, 27.05.2021]
Fleischer Dirk S[…] zeigte den interessierten Gästen, wie früher beim Schlachtetag auf einem Bauernhof ein Schwein verwurstet wurde. [Neue Westfälische, 15.10.2019]
Das Schwarze Alpenschwein (Sus scrofa domesticus) gilt als Bergfex unter den Schweinen. Mit seinem kompakten Körper und den kräftigen, langen Beinen ist es berggängiger als [andere] Hausschweine. Die Tiere wurden früher auf Almen gehalten, die Bauern trieben sie im Frühsommer auf den Berg, ließen sie nach Herzenslust Gras und Kräuter fressen und frei herumlaufen. [Süddeutsche Zeitung, 18.03.2019]
Wegen der Schweinepest verhängt die EU‑Kommission über Niedersachsen ein Exportverbot für Schweine. [Neue Osnabrücker Zeitung, 17.07.2017]
Antibiotika werden in der Intensivtierhaltung in großem Umfang eingesetzt, vor allem bei Schweinen und Geflügel, aber auch bei Rindern. [Tierarzneimittel – ein neues Problem für das Grundwasser?, 24.03.2014, aufgerufen am 31.08.2020]
übertragen
Phrasem:
(mit jmdm.) (gemeinsam) Schweine gehütet haben (= auf sehr vertrautem Fuße stehen)
Beispiele:
[…] ich kann mich nicht erinnern, dass ich mit Karl‑Heinz G[…] gemeinsam Schweine gehütet hätte, dass wir einander je auf einer Gesellschaft vorgestellt worden und dann so in Sympathie und Freundschaft zueinander entbrannt wären, dass das Duwort praktisch unvermeidlich war. [Der Standard, 31.01.2014]
Sehr geehrter Herr H[…], ich habe weder gemeinsam mit Ihnen Schweine gehütet noch im Bett gefrühstückt. [Es guttenbergt in der Bloglandschaft, 28.02.2011, aufgerufen am 01.09.2020]
Neuerdings enden viele Briefe […] mit »lieben Grüßen«, und zwar von Leuten, mit denen man weder Schweine gehütet hat noch in einen wie auch immer gearteten Körperkontakt treten möchte. [Süddeutsche Zeitung, 04.05.2002]
3.
Schwein (Fleisch)
Schwein (Fleisch)
Schwein (Fleisch)
Schwein (Fleisch)
(MesserWoland, GNU FDL)
(zubereitetes) Fleisch vom Schwein (2 ●)
Grammatik: nur im Singular, ohne Artikel
Synonym zu Schweinefleisch
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: gegrilltes Schwein
als Akkusativobjekt: Schwein essen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Schwein am, vom Spieß
Beispiele:
bitte ein Kilo Fleisch für Gulasch, halb Rind, halb SchweinWDG
Durch den regelmäßigen Verzehr von Rindfleisch, Schwein oder Lamm erhöht sich laut einer jetzt veröffentlichten Studie die Anfälligkeit für Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen und diverse Krebsleiden. [Der Standard, 13.03.2012]
Auf die Gäste warten kulinarische Genüsse der Region, darunter Spargel, Erdbeeren, Schwein vom Spieß und aus der Pfanne. [Berliner Morgenpost, 29.05.2000]
Sie [eine Löwin] frisst bis zu acht Kilo Fleisch pro Tag, Rind, Pferd, Wild und etwas Huhn, sicher kein Schwein, das ist ungesund. [Basler Zeitung, 02.03.2019]
Da auch die lebensmittelverarbeitende Industrie und Ethanolerzeuger auf die gelben [Mais-]Kolben angewiesen sind, teilte die Regierung […] mit, sie erwarte für kommendes Jahr steigende Lebensmittelpreise etwa für Milch, Rindfleisch, Geflügel oder Schwein. [Badische Zeitung, 27.07.2012]
Ich erwarte demnächst ein Verbot ungesunder tierischer Fette. […] Dann erwarte ich ein Verbot von Schwein, da seit langem als ungesund verschrien. [Tödliche Butter, 04.07.2011, aufgerufen am 01.09.2020]
4.
derb, meist Schimpfwort Personenbezeichnung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein dreckiges Schwein
Beispiele:
du Schwein!WDG
du bist ein altes SchweinWDG
Helen ist beinahe Toms Traumfrau: intelligent, sensibel, schlagfertig, charmant[,] aber natürlich ist da diese Figur. Sehr pummelig, um es freundlich auszudrücken[…]. Für Toms dünne Exfreundin […] ist es unfassbar, dass Tom in dieses fette Schwein verliebt ist. [Rhein-Zeitung, 24.12.2012]
a)
liederliche, Dreck, Müll o. Ä. zurücklassende oder unsaubere, schmutzige Person
Beispiele:
einen Dreck hat das Schwein hinterlassen!WDG
Hundekacke ist scheiße, aber pissende Menschen in Hauseingängen sind schlicht schamlose Schweine! [Dresden Neustadt: Mir doch egal …, 10.04.2013, aufgerufen am 01.09.2020]
»Schwein« … ein häufig gebrauchtes Schimpfwort, gelten doch die Paarhufer in einigen Mythologien als unrein, und generell aufgrund ihres Essverhaltens als dreckig, da sie instinktiv wühlen[…]. [Schweine, 20.01.2010, aufgerufen am 01.09.2020]
Übers Wochenende hatte Unbekannte wieder einmal am Beachvolleyballplatz im Seume‑Park neben den Sportanlagen gewütet[…], es lagen […] Scherben von […] zerschlagenen Bierflaschen im Sand. […] »Jetzt müssen unsere 1‑Euro‑Jober [sic!, 1-Euro-Jobber] für diese Schweine den Dreck wegräumen«[…]. [Leipziger Volkszeitung, 03.06.2008]
b)
Person mit schlechten, ungesunden Angewohnheiten, Verhaltensweisen; (moralisch) unanständige, gemeine, niederträchtige Person
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein besoffenes, versoffenes, gefräßiges Schwein; ein blödes, dummes, feiges, fieses, intrigantes, mieses, perverses Schwein
Beispiele:
dann hat das Schwein von einem Fahrer den Verunglückten hilflos liegenlassenWDG
Ein Schwein, ein Schwein bin ich, ein Schwein, ein mieses dreckiges Schwein. [Der Traum des Konditors, 08.11.2012, aufgerufen am 18.08.2015]
»Ich hätte nie gedacht, dass ich so denken könnte«, sagt Annabel, »aber ich hasse diese verfluchten Schweine, die ihm das angetan haben, so abgrundtief, dass ich mir wünsche, sie würden verrecken.« [Die Zeit, 10.06.2009]
Ist er ein Satiriker oder ein Schwein? [Die Welt, 14.01.2006]
Sie sind ein perverses Schwein, sagte der Bürgermeister, aber nun weiter zur Sache. [Degenhardt, Franz Josef: Die Abholzung. Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1985], S. 5]
c)
Phrasem:
faules Schwein (= passive, träge, arbeitsscheue Person)
Beispiele:
das faule Schwein hat uns gerade noch gefehltWDG
Der Mitarbeiter hatte Vorgesetzte und Kollegen als »Low‑Performer‑Burnout«, »faule Mistkäfer« und »faule Schweine« bezeichnet und war deswegen abgemahnt worden. [Mittelbayerische, 24.05.2018]
Bei der Leipziger Tafel kommt es bisweilen vor, »dass unsere Mitarbeiter als faule Schweine beschimpft werden«, so Tafel‑Chef W[…]. […] Wer sich derart aufführt, darf die Lebensmittelausgabe nicht mehr betreten. [Leipziger Volkszeitung, 28.02.2018]
»Bin 32 Jahre hier dabei und so ein faules Schwein, der [sic!, das] noch nie gearbeitet hat in seinem […] Leben, gibt mir zwei Abmahnungen« – so äußerte sich ein Arbeitnehmer online über seinen Vorgesetzten. [Badische Zeitung, 24.08.2013]
d)
gelegentlich ironisch
Phrasem:
armes Schwein (= bedauernswerte, sich in einer schwierigen, schlimmen Lage befindende Person)
5.
a)
Phrasem:
Schwein haben (= (großes) Glück haben)
b)
verstärkend
Phrasem:
kein Schwein (= niemand)
c)
derb
Phrasem:
wie ein Schwein (= heftig, äußerst, völlig, übermäßig) (= liederlich, unmanierlich, gemein, schweinisch)
Beispiele:
wie ein Schwein bluten (= stark bluten)WDG
besoffen, voll wie ein Schwein (= restlos betrunken)WDG
du benimmst dich wie ein Schwein (= sehr schlecht)WDG
André Pollmächer kam als einziger deutscher Starter [des Zürcher Marathonlaufs] in 2:14:41 auf Rang acht ins Ziel. […] »Ich hab gekämpft wie ein Schwein und bin irgendwie durchgekommen. […]Diese Härte und diesen Kampf habe ich trainiert, und ich bin so froh, dass sich das ausgezahlt hat. […]« [Der Spiegel, 17.08.2014 (online)]
Ich bin Anti‑Wagnerianer. Beim »Rheingold« vor vielen Jahren bin ich schon bei der Generalprobe geflohen. Bei »Parsifal«, den ich dem sterbenskranken Claudio Abbado zuliebe inszenierte, habe ich gelitten wie ein Schwein. [Die Welt, 12.09.2007]
Haben Sie vorhin »buh« gerufen? [–] Durchaus. [–] Das »buh« aus welchem Grund, wenn ich fragen darf? [–] Der Mann hat gesungen wie ein Schwein. [–] Ach! Das fiel mir gar nicht auf. [Berliner Zeitung, 30.12.2004]
Ich weiß nicht, ob ich ihm trauen kann. Ich liebe ihn so, Marina. Aber neulich hat er sich aufgeführt wie ein Schwein. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2003]
d)
Phrasem:
mein Schwein pfeift (= Ausruf der Verwunderung, Überraschung, gelegentlich Verärgerung, Empörung)
Beispiele:
»Ein Milchbauer mit Elternzeit und Sommerferien – ich glaube, mein Schwein pfeift«, bringt er die Widersprüche auf den Punkt. [Reutlinger General-Anzeiger, 17.03.2015]
Wenn jemand sagt, dass sein Schwein pfeife, drückt er überraschende Empörung aus. [Thüringer Allgemeine, 19.08.2021]
Nach dem Einzug in die nächste Runde [des Talentewettbewerbs] war die […] Sängerin völlig außer Rand und Band: »Ich glaub’, mein Schwein pfeift«, brachte sie hervor. [Aachener Zeitung, 19.10.2013]
Was gut ist, finden DDR‑Jugendliche »fetzig«[…]. Wo ältere Bürger ihr Bier trinken[,] »pfeifen« sie sich »ein Rohr ein«. Und wo der westdeutsche Kollege vor Erstaunen meint, »mein Schwein pfeift«, glaubt der DDR‑Twen, »mein Hamster bohnert«. [Der Spiegel, 13.08.1973]
6.
Synonym zu Sparschwein
Beispiele:
Im ersten Moment war ich noch davon überzeugt, dass der Typ das Schwein nur herunter genommen hat, um Trinkgeld einzuwerfen. [Ein Sparschwein auf Abwegen, 11.10.2015, aufgerufen am 01.09.2020]
[…] jeder Künstler hat sein eigenes Sparschwein und nach den Auftritten wird entschieden, ob und welches Schwein mit Geld gefüttert wird. [Aachener Zeitung, 15.06.2019]
Damit ich neben meinen Schwestern und ihren schweren Dosen bei der Leerung in der Sparkasse nicht völlig blöd dastand, warf er mir heimlich ein paar Mark in mein Schwein. [Münchner Merkur, 30.10.2018]
Öffnen und Schließen lässt sich das Sparschwein mit einem Schlüssel, am Bauch des Schweines. [Sparschwein mit Kreide, 29.09.2016, aufgerufen am 01.09.2020]
Als am Tage vor dem Abschied nur 20 Mark gestiftet waren, lief Schwartz mit dem Schwein durch das Haus und animierte zu höheren Spenden. [Der Spiegel, 07.10.1968]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwein · Schweinerei · schweinern · schweinisch · Schwein(e)hund · Schweinigel · schweinigeln
Schwein n. Der Name des fleischbringenden Nutztieres ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. asächs. aengl. swīn, mnl. swijn, nl. zwijn, engl. (älter, heute noch zoologisch) swine, afries. anord. svīn, schwed. svin, got. swein (germ. *swīna-) ist als Substantivierung einer alten Adjektivableitung vergleichbar mit lat. suīnus ‘vom Schwein’, aslaw. svinъ, russ. svinój (свиной) ‘vom Schwein’, svin’já (свинья) ‘Schwein’. Zugrunde liegt ie. *su̯īno- oder *su̯eino- ‘zum Schwein gehörig’, gebildet mit dem Beschaffenheit und Abstammung ausdrückenden, substantiviert vornehmlich Tierjunge bezeichnenden (s. Füllen, Küken) Suffix ie. -īno-, -eino- (germ. -īna-) zu dem unter Sau (s. d.) gegebenen Ansatz ie. *sūs ‘Schwein, Sau’. Mit anderen n-Suffixen gebildet sind griech. hyēnós (ύηνός) ‘schweinisch, säuisch’ und hýaina (ὕαινα), s. Hyäne. Schwein, ursprünglich Ausdruck für das junge Tier, bezeichnet bereits früh sowohl das Wildschwein als auch das Haustier. Die Wendung Schwein (‘Glück’) haben (Anfang 19. Jh. aus der Studentensprache) wird auf den Brauch zurückgeführt, bei Schützenfesten dem Verlierer ein Schwein als Trostpreis zu überreichen. Schweinerei f. ‘Unreinlichkeit, Unordentlichkeit, Verwerfliches, Anstößiges’ (17. Jh.); vgl. schweinen Vb. ‘sich wie ein Schwein aufführen’ (17. Jh.). schweinern Adj. ‘aus Schweinefleisch’ (17. Jh.), älter schweinen Adj., mhd. swīnīn, swīnen. schweinisch Adj. ‘unanständig, anstößig’ (18. Jh.); vgl. mhd. swīnisch ‘vom Schwein’. Schwein(e)hund m. Schimpfwort aus der Studentensprache (19. Jh.), eigentlich ‘Hund, der eine Schweineherde treiben hilft oder wilde Schweine jagt’, übertragen ‘unreinlicher Mensch’ (18. Jh.). Schweinigel m. ‘Igel’ (17. Jh.); die Volkszoologie unterscheidet nach der Form der Schnauze Schweinigel und Hundsigel. Als Schimpfwort ‘unanständiger, Obszönitäten erzählender Mensch’, mit volksetymologischer Umdeutung aus Schweinenickel (s. Nickel)? schweinigeln Vb. ‘unflätige Reden führen, sich unanständig benehmen’ (18. Jh.), aus der Studentensprache.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hundesohn  ●  Affenarsch  derb · Arsch  derb · Arschloch  derb · Drecksack  derb · Dreckskerl  ugs. · Flachwichser  derb · Hackfresse  derb · Hund  derb · Hurensohn  derb · Kackbratze  derb · Kackstiefel  derb · Mistkerl  ugs. · Sack  derb · Sackgesicht  derb · Saubeutel  vulg. · Sauhund  derb · Sausack  derb · Scheißkerl  derb · Schwein  derb · Schweinehund  derb · Stück Scheiße  vulg. · Wichser  vulg.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hausschwein · Schwein  ●  Borstenvieh  ugs. · Wutz  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Mutterschwein · Sau
  • Eber · Keiler · männliches Wildschwein
  • Ferkel · Frischling · Schweinchen
  • Bache · Wildsau · weibliches Wildschwein
  • Schwäbisch-Hällisches Landschwein · Schwäbisch-Hällisches Schwein  ●  Mohrenköpfle  ugs.
  • Mangalica-Schwein · Mangalitza · Mangaliza · Schafschwein
  • männliches Hausschwein  ●  Saubär  oberdeutsch
Assoziationen
Synonymgruppe
Glück  Hauptform · Dusel  ugs. · Fortune  geh., franz. · Fortüne  geh. · Glick  ugs., bayr. · Masel  ugs. · Masen  ugs., österr. · Massel  ugs., jiddisch · Meise  ugs., österr. · Schwein  ugs.
Unterbegriffe
  • (ein) Glück · (ein) unverdientes Glück · (eine) Gnade · (eine) wundersame Fügung · (etwas) hätte nicht besser sein können · (jemand) hätte es nicht besser treffen können · Fügung des Schicksals · Glücksfall · Güte des Schicksals · Segen · glückliche Fügung · glückliche Umstände · glücklicher Umstand · glücklicher Zufall · günstige Umstände  ●  (ein) Geschenk der Götter  fig. · (ein) Gottesgeschenk  fig. · (etwas) hätte nicht besser laufen können  variabel · Geschenk des Himmels  ugs., fig.
Assoziationen
  • (das) Glück auf seiner Seite haben · (das) Glück ist auf jemandes Seite · Glück haben  ●  Schwein haben  sprichwörtlich · (das) Glück ist jemandem hold  geh. · Fortuna lächelt (jemandem)  geh. · Fortuna meint es gut mit  geh., fig.

Typische Verbindungen zu ›Schwein‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwein‹.

Zitationshilfe
„Schwein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwein>, abgerufen am 21.01.2022.

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