Schwemme, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schwemme · Nominativ Plural: Schwemmen
Aussprache 
Worttrennung Schwem-me
Grundform schwemmen
Wortbildung  mit ›Schwemme‹ als Letztglied: ↗Bierschwemme · ↗Eierschwemme · ↗Gemüseschwemme · ↗Obstschwemme · ↗Pferdeschwemme · ↗Rentnerschwemme · ↗Salatschwemme · ↗Schifferschwemme · ↗Viehschwemme · ↗Weinschwemme
eWDG

Bedeutungen

1.
seichte Stelle eines Gewässers, zu der Pferde zum Schwemmen getrieben werden, zu der Wild zur Erfrischung kommt
Beispiel:
Pferde in die, zur Schwemme reiten
2.
umgangssprachlich kurzfristiges, sehr reiches Angebot bestimmter Waren
Beispiel:
Teilweise gab es sogar eine Schwemme, weil die Bohnen überall zur gleichen Zeit pflückreif waren [ Tageszeitung1963]
3.
österreichisch Abteilung eines Warenhauses, in der man billig einkaufen kann
4.
landschaftlich einfaches Lokal, Stehbierhalle
Beispiel:
in der Schwemme löschten sie ihren Durst mit einem Bier
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwemmen · Schwemme · aufschwemmen · überschwemmen · Überschwemmung
schwemmen Vb. ‘jmdn., etw. an eine Stelle hin-, von einer Stelle wegschwimmen lassen, wässern, spülen’, Kausativum zu dem unter ↗schwimmen (s. d.) behandelten Verb (eigentlich ‘schwimmen machen’), mhd. swemmen ‘schwimmen lassen, ins Wasser tauchen, in Wasser waschen, darüber schwimmen, übersetzen, aufschwemmen’, aengl. beswemman. Schwemme f. ‘das Schwemmen, Baden, Ort, wo geschwemmt, gebadet, gewaschen wird’, vor allem ‘seichte Gewässerstelle als Bad von Tieren’, spätmhd. swemme, swem. Bildlich (die Zunge, den Mund) in die Schwemme reiten ‘trinken (im Wirtshaus)’ (15. Jh.), daher Schwemme ‘(einfaches) Wirtshaus’ (16. Jh.). aufschwemmen Vb. ‘mit Flüssigkeit auffüllen, auftreiben, durch Flüssigkeit dick, schwammig werden lassen’ (16. Jh.). überschwemmen Vb. ‘über etw. strömen und es unter Wasser setzen, überfluten’ (16. Jh.); Überschwemmung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schwemme · ↗Überangebot (an) · ↗Übersättigung
Assoziationen
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Bar · ↗Bierkeller · ↗Kneipe · ↗Lokal · ↗Schankwirtschaft · ↗Schenke · ↗Schänke · ↗Wirtschaft  ●  Bierpalast  veraltet · ↗Dorfkrug  norddeutsch · ↗Gaststätte  Hauptform · ↗Pub  engl. · ↗Stampe  berlinerisch · Tavernwirtschaft  veraltet · ↗Beisel  ugs., ostösterreichisch · ↗Beiz  ugs., schweiz. · Boaz (Tirol, vereinzelt)  ugs. · Boiz (Neckarraum)  ugs., selten · ↗Destille  ugs., berlinerisch · ↗Gasthaus  ugs., südösterreichisch · ↗Pinte  ugs., ruhrdt., veraltend · Schwemme  ugs. · Spunte (Graubünden)  ugs. · Taferne  fachspr., veraltet · Tafernwirtschaft  fachspr., veraltet · ↗Tanke  ugs. · ↗Taverne  fachspr., veraltet · ↗Tränke  ugs. · ↗Wirtshaus  ugs., österr., bayr., Hauptform
Unterbegriffe
  • Nachtbar · ↗Nachtlokal
  • Vorratskeller  ●  ↗Viktualienkeller  geh., veraltet
  • Braukrug · Brauschenke · Brauschänke
  • Eckkneipe · Kneipe um die Ecke  ●  Quartierbeiz  schweiz.
  • Rädle · Rädlewirtschaft · saisonal geöffnete Wirtschaft  ●  ↗Besen  württembergisch, schweiz. · Besenbeiz  schweiz. · ↗Besenwirtschaft  pfälzisch, rheinisch, rheinhessisch · ↗Buschenschank  österr. · ↗Buschenschenke  schweiz. · Heckenwirtschaft  fränk. · Häcke  fränk. · Häckenwirtschaft  fränk. · Häckerwirtschaft  fränk. · Kranzwirtschaft  badisch · Kränzle  badisch · Leutgebschank  österr. · Maienwirtschaft  fränk. · ↗Straußwirtschaft  rheinisch, rheinhessisch · Heuriger  ugs., österr.
  • Heckenwirtschaft · Hinterhofkneipe · ↗Spelunke · Winkelschenke · Winkelschänke
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schwemme‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

HofbräuhausBeispielsätze anzeigen NeuemissionBeispielsätze anzeigen PferdBeispielsätze anzeigen erwartetBeispielsätze anzeigen regelrechtBeispielsätze anzeigen reitenBeispielsätze anzeigen wahrBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwemme‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schwemme‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Schwemme des bedruckten Papiers, die tagtäglich über ihre Bibliotheken hereinbricht, betrachtet sie gelassen, darauf sind ihre Häuser längst gut eingerichtet.
Die Welt, 29.06.2005
Den Charakter einer Schwemme hat das allerdings allein im Deutschen.
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2001
Aber die erste Frage ist doch, ob nicht gerade durch das Gerede von einer gewaltigen Schwemme und von Mißbrauch Ängste geschürt werden.
Der Spiegel, 05.11.1990
Auch das Abwaschen oder Schwemmen im Wasser während des Sommers trägt sehr zur Gesunderhaltung bei.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 613
Die Kneipen auf der Schönhauser Allee barsten vor Leuten, die Bierquelle wie der Rennsteig, die Bierbar wie die Jägerhütte und die Schwemme.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 116
Zitationshilfe
„Schwemme“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwemme>, abgerufen am 23.01.2021.

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