Schwengel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwengels · Nominativ Plural: Schwengel
Aussprache  [ˈʃvɛŋl̩]
Worttrennung Schwen-gel
Wortbildung  mit ›Schwengel‹ als Letztglied: ↗Galgenschwengel · ↗Glockenschwengel · ↗Ladenschwengel · ↗Pumpenschwengel
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Klöppel
2.
beweglicher Teil der Pumpe in Form einer leicht geschwungenen Stange, die durch eine Vor- und Rückwärtsbewegung die Saugvorrichtung im Innern der Pumpe in Tätigkeit setzt; Pumpenschwengel
3.
(an einem Ziehbrunnen) lange, um eine Querachse drehbar befestigte Stange zum Heraufziehen des mit Wasser gefüllten Eimers
4.
derb Penis
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwengel · Galgenschwengel · Ladenschwengel
Schwengel m. ‘schwenkbares Geräteteil, Pumpengriff, Glockenklöppel’, mhd. swengel ‘was schwingt, Zipfel, Vorrichtung zum Schleudern, wer schleudert’, mnd. swengel ‘Klöppel der Glocke, Brunnenschwengel’, mnl. swenghel, nl. zwengel ist eine mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila- (germ. *swangila-) gebildete Ableitung von frühnhd. schwengen ‘schwingen machen’, mnd. swengen ‘sich schwingen, drehen’, einem Kausativum zu ↗schwingen (s. d.). Daneben auch gleichbed. Schwenkel m., mhd. swenkel, zu ↗schwenken (s. d.), und Schwingel m. (18. Jh.) zu schwingen. Galgenschwengel m. ‘Gehenkter, am Galgen hängender Verbrecher’, besonders (als Scheltwort) ‘schlechter, für den Galgen reifer Kerl’, mhd. galgenswengel, -swenkel; Vergleich des im Winde schwingenden Gehenkten mit einem Klöppel, danach auch frühnhd. Feldglocke für ‘Galgen’. Ladenschwengel m. verächtlich für ‘Ladendiener’ (um 1700).

Typische Verbindungen zu ›Schwengel‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwengel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schwengel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der lange schmiedeeiserne Schwengel lässt erkennen, dass ein Kunstschmied mitgewirkt hat.
Der Tagesspiegel, 09.10.2003
Balla ist an die Tränke gerannt und schwingt verzweifelt den Schwengel der Pumpe.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 195
Denn mit dem Pressen fein gemahlenen Kaffeepulvers und dem gekonnten Einklinken des Schwengels in die Maschine ist es leider nicht getan.
Süddeutsche Zeitung, 04.09.2000
Abseits ließ ein Bauer den baumlangen Schwengel seines Ziehbrunnens pendeln und bewässerte, da die Sonne nicht mehr brannte, seinen Garten.
Die Zeit, 27.10.1955, Nr. 43
Der Bankangestellte nahm einen Schwengel, der am Boden lag, und lehnte ihn an die Außenseite der Pyramide.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 257
Zitationshilfe
„Schwengel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwengel>, abgerufen am 04.05.2021.

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