Schwert, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Schwert(e)s · Nominativ Plural: Schwerter
Aussprache
Wortbildung mit ›Schwert‹ als Erstglied: ↗Schwertboot · ↗Schwertertanz · ↗Schwertfeger · ↗Schwertfisch · ↗Schwertleite · ↗Schwertlilie · ↗Schwertschlucker · ↗Schwertstreich · ↗Schwerttanz · ↗Schwertträger · ↗Schwertwal · ↗schwertartig · ↗schwertförmig
 ·  mit ›Schwert‹ als Letztglied: ↗Bronzeschwert · ↗Damoklesschwert · ↗Flammenschwert · ↗Kielschwert · ↗Laserschwert · ↗Lichtschwert · ↗Pappschwert · ↗Richterschwert · ↗Richtschwert · ↗Samuraischwert · ↗Seitenschwert · ↗Steckschwert
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Stoßwaffe und Hiebwaffe des Altertums und Mittelalters, die eine lange, gerade, breite, auf einer oder beiden Seiten geschliffene Klinge hat und deren Griff mit einer ihn schützenden Scheibe oder Querstange und mit einem Knauf versehen ist
Beispiele:
ein scharfes, stumpfes, blankes, rostiges Schwert
ein einschneidiges, zweischneidiges Schwert
ein Schwert tragen, führen
das Schwert ziehen, zücken, ergreifen, schwingen
das Schwert gegen jmdn. erheben
das Schwert in die Scheide stecken
mit dem Schwert auf jmdn. eindringen
jmdn. mit dem Schwert, durch das Schwert hinrichten
die Ketzer wurden mit Feuer und Schwert ausgerottet (= gänzlich, völlig vernichtet)
zum Schwert greifen
Es glaube niemand, daß Arnim gegen Wallenstein das Schwert entblößen werde [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,59]
übertragen
Beispiele:
das Schwert des Damokles (= das Damoklesschwert) schwebte über ihm
etw. ist ein zweischneidiges Schwert (= hat gute, aber auch schlechte Seiten)
kaum zu tragen ist es, wieder, immer wieder von dem Schwert der Worte (= von den scharfen, verletzenden Worten) in das Herz getroffen zu werden [H. FranckAnnette222]
2.
Seemannssprache Holzplatte oder Metallplatte, die unter Segelbooten in der Mitte des Rumpfes parallel zum Kiel angebracht und nach unten ausfahrbar ist, um die Abtrift des Bootes zu vermindern
Beispiel:
[das Boot] hat einen Tiefgang mit Schwertern von 0,77 m [Urania1970]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwert · Schwertfeger · Schwertfisch · Schwertlilie · Schwertel
Schwert n. ‘Hieb- und Stichwaffe mit ein- oder zweischneidiger Klinge’, ahd. swert (8. Jh.), mhd. mnd. swert, asächs. swerd, mnl. swa(e)rt, swe(e)rt, nl. zwaard, afries. swerd, aengl. sword, sweord, swyrd, engl. sword, anord. sverð, schwed. svärd. Herkunft unbekannt. Eine Deutung von germ. *swerða- im Sinne von ‘das Schneidende, Stechende’ als Bildung mit Dentalsuffix zu der unter ↗schwären (s. d.) genannten Wurzel ie. *su̯er- ‘schwären, eitern’, also vielleicht auch ‘schneiden, stechen’, ist unsicher. Schwertfeger m. ‘wer roh geschmiedete Waffen in Feinarbeit gebrauchsfertig macht, Waffenschmied’, mhd. swertveger; zu mhd. vegen ‘reinigen, putzen, polieren’ (s. ↗fegen). Schwertfisch m. Fischart mit schwertähnlichem Oberkiefer (18. Jh.). Schwertlilie f. Lilie mit schwertförmigen Blättern, ‘Iris’ (18. Jh.). Älter dafür Schwertel m. ‘Siegwurz, Schwertlilie’, ahd. swertala f. (10. Jh.), mhd. swertel(e) m. f., teils lat. gladiolus m., teils lat. gladiola f. (eigentlich ‘kleines Schwert’) glossierend. Vgl. auch mhd. swertelbluome.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schwert · ↗Säbel
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Mordhau · Mordschlag · Mordstreich
Anatomie
Synonymgruppe
Glied · ↗Prachtexemplar · männliches Glied  ●  (jemandes) bestes Stück  verhüllend · ↗Penis  Hauptform · ↗Schaft  fig. · gutes Stück  verhüllend · ↗Bolzen  derb · ↗Dödel  ugs. · Kindermacher  ugs. · Lörres  ugs., rheinisch · ↗Lümmel  ugs. · ↗Phallus  fachspr. · ↗Piephahn  ugs. · ↗Piepmatz  ugs. · Pillemann  ugs., rheinisch · Pillemännchen  ugs., rheinisch, verniedlichend · ↗Pillermann  ugs. · ↗Pimmel  derb · Pimmelmann  derb · Prengel  ugs., ruhrdt. · Pullermann  derb · ↗Riemen  vulg. · ↗Rohr  ugs. · ↗Rute  derb · ↗Schniedel  ugs. · ↗Schniedelwutz  ugs., verniedlichend · ↗Schwanz  derb · ↗Schwengel  ugs. · Schwert  ugs. · ↗Stößel  ugs. · ↗Zauberstab  ugs. · ↗Zipfel  derb · ↗Zumpferl  ugs., österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Erektion  ●  ↗Latte  ugs. · ↗Morgenlatte  ugs. · ↗Ständer  ugs.
  • Phimose · Vorhautverengung
  • Penisamputation  ●  Penektomie  fachspr.
  • Penisdeviation · Penisverkrümmung
  • Urologe  ●  Zipfeldoktor  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beil Dolch Eichenlaub Feuer Hellebarde Helm Henker Lanze Pflugschar Rüstung Scheide Schild Schneide Spieß Säbel blank blitzend durchbohren flammend gekreuzt gezückt klirren magisch scharf schmieden schwingen stumpf umschmieden zweischneidig zücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwert‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es glich dem von Schwertern durchbohrten göttlichen Herzen; war es doch auch blutend.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 160
Manchmal muß man Knoten, so lehrt die Geschichte, mit dem Schwert zerhauen.
Der Tagesspiegel, 21.08.1997
Der Religion wegen hat noch nie ein Chinese zum Schwert gegriffen.
Süddeutsche Zeitung, 23.06.1995
Was wäre auch die Macht des Schwertes ohne die Offenbarung des Wortes?
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 106
Die Wärter da oben hielten noch immer das Schwert zwischen den Beinen und nicht den Spaten.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 147
Zitationshilfe
„Schwert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwert>, abgerufen am 16.12.2019.

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