Schwindelei, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Schwin-de-lei
Grundformschwindeln1
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
(kleinere) Betrügerei
2.
(dauerndes) Schwindeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwindeln · Schwindel · Schwindler · Schwindelei · schwindlig
schwindeln Vb. ‘sich schwindlig fühlen, betrügen’, ahd. swintilōn ‘in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden’ (um 800), mhd. swindeln ist Iterativbildung zu dem unter schwinden (s. d.) dargestellten Verb. Bereits im Ahd. stehen persönliche Konstruktion (swintilōmēs ‘wir schwindeln, fühlen uns schwindlig’) und unpersönliche mit Dativ der Person (uns swintilōt) nebeneinander. Durch freieren Gebrauch entwickelt sich im 18. Jh. ‘sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen’ und unter Einfluß von Schwindel ‘Betrug’ und Schwindler ‘Phantast, Flunkerer’ (s. unten) die heute vorherrschende Bedeutung ‘die Unwahrheit sagen, lügen’. Schwindel m. ‘Taumelgefühl, Lüge, Betrug’, mhd. swindel ‘drehendes Gefühl im Kopf, Taumelgefühl’, aus dem Verb rückgebildet. Übertragen ‘Taumel der Erregung, der Begeisterung’ (18. Jh.). Ausgehend von einer Verwendung ‘unbesonnenes Handeln’ (vereinzelt bereits 16. Jh.) entwickelt sich über ‘unlauteres Handeln’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘Lüge, Betrug’ (18. Jh., geläufig seit dem 19. Jh.). Schwindler m. ‘Schwärmer, Phantast’ (17. Jh.), ‘unbesonnener, leichtsinniger, unlauterer Mensch’ (Ende 18. Jh.), ‘Betrüger, Lügner’ (19. Jh.). Aus dem Dt. entlehnt engl. swindler für ‘unbesonnener, leichtsinniger Mensch und Geschäftemacher’ (18. Jh.), danach auch ‘Hochstapler, Betrüger’, das über Hamburg auf das Dt. zurückwirkt. Schwindelei f. ‘Lüge, Betrug’ (2. Hälfte 18. Jh.). schwindlig Adj. ‘körperlich Schwindel empfindend’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ammenmärchen · Aufschneiderei · Bluff · Erdichtung · Erfindung · Lügengeschichte · Münchhauseniade · Münchhausiade · Räuberpistole · Schwindel · Schwindelei · Seemannsgarn · Windei  ●  Märchen  fig. · Anglerlatein  ugs. · Flunkerei  ugs. · Geflunker  ugs. · Jägerlatein  ugs. · wilde Geschichte(n)  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schwindelei‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwindelei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schwindelei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In ernsteren Fällen darf man sich nicht scheuen, ihm seine Schwindeleien auf den Kopf zuzusagen. [Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 273]
Schwindelei beim Experimentieren, das gibt es auch in anderen Wissenschaften. [Die Zeit, 30.08.1974, Nr. 36]
In 19 Fällen ist K. geständig, dürfte aber wahrscheinlich noch weitere Schwindeleien ausgeführt haben. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 12.02.1902]
Ich türmte eine Schwindelei auf die andere und zog immer mehr Personen hinein. [Der Tagesspiegel, 29.12.2000]
Er erzählte ihr von seinem Leben, von mancherlei kleinen, großen, schmutzigen, grausamen Schwindeleien. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 433]
Zitationshilfe
„Schwindelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwindelei>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schwindelanfall
Schwindel erregend
Schwindel
Schwimmübung
Schwimmzug
Schwindelfirma
Schwindelgefühl
Schwindelgeist
Schwindelkurs
Schwindelmanöver