Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Schwingung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schwingung · Nominativ Plural: Schwingungen
Aussprache  [ˈʃvɪŋʊŋ]
Worttrennung Schwin-gung
Wortbildung  mit ›Schwingung‹ als Erstglied: Schwingungsdauer · Schwingungsdämpfer · Schwingungsebene · Schwingungskoeffizient · Schwingungskreis · Schwingungsperiode · Schwingungsphase · Schwingungstheoretiker · Schwingungsweite · Schwingungszahl · Schwingungszustand · schwingungsdämpfend
 ·  mit ›Schwingung‹ als Letztglied: Eigenschwingung · Grundschwingung · Pendelschwingung · Schallschwingung · Seelenschwingung · Tonschwingung
eWDG

Bedeutungen

1.
Physik zeitlich periodische Zu- und Abnahme einer physikalischen Größe
Beispiele:
die Dauer, Amplitude, Frequenz einer Schwingung
eine Schwingung messen
mechanische, elektrische, harmonische, gedämpfte Schwingungen
die Schwingungen der elektrischen und magnetischen Feldstärke, einer Feder, eines Pendels
Schall besteht aus Schwingungen der Luft
Der Physiker sucht Farben und Töne auf Schwingungen zu reduzieren [ EinsteinRelativitätstheorie90]
2.
pendelnde, bogenförmige Bewegung
a)
Beispiele:
eine Schaukel, Glocke in Schwingungen versetzen
die Schwingungen des Perpendikels
b)
das Bewegen in Bogen oder Kreisen, das Schwenken
Beispiel:
durch Schwingung einer Fahne [ KleistKohlhaas3,246]
3.
das Vibrieren, Erzittern
a)
Beispiel:
die Schwingungen einer Membrane
b)
akustisch wahrnehmbares Vibrieren
Beispiel:
die Schwingungen einer Saite
c)
gehoben, übertragen zarte Regung, Nuance
Beispiele:
die feinsten Schwingungen der Freude, des Leids
Es war nur eine der flüchtigen Schwingungen des menschlichen Gemütes gewesen [ L. Frank6, 409]
4.
gehoben geschwungene Form, bogenförmiger Verlauf
Beispiele:
in edler Schwingung stieg die Innentreppe hinan [ Feuchtw.Goya97]
eine in breiter Schwingung von Höhe zu Höhe gespannte Talmulde [ Natur u. Heimat1961]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwingen · Schwinge · beschwingt · Schwingung · erschwingen · erschwinglich
schwingen Vb. ‘weit ausholend hin- und herbewegen’, ahd. swingan (8. Jh.), mhd. swingen ‘schwingen, schütteln, fliegen, schweben, sich bewegen’, asächs. swingan ‘sich schwingen, stürzen’, mnd. swingen, mnl. swinghen ‘schlingern, drehen, werfen’, aengl. swingan ‘sich schwingen, fliehen, schlagen, züchtigen, treiben’, engl. to swing (germ. *swing(w)an). Außergerm. Verwandte sind spärlich und unsicher. Wenn sich air. seng ‘schlank’ und vielleicht aind. svájatē ‘umarmt, umschlingt, umfaßt’, páriṣvakta- ‘eng umschlungen’ vergleichen lassen, ist ein Ansatz ie. *su̯eng-, *su̯enk- ‘biegen, drehend schwingen, schwenken’ möglich. Dazu stellen sich auch Schwanz, Schwang, Schwank, schwanken, schwenken und schwach (s. d.). Als Grundbedeutung für das Verb ist ‘weit ausholend hin- und herbewegen’ anzunehmen. Schwinge f. ‘Vogelflügel’ (16. Jh.), asächs. swinga ‘Knüppel, Prügel, Keule’ (11. Jh.), spätmhd. swinge ‘Gerät zum Schwingen, Flachs-, Hanfschwinge, Getreide-, Futterschwinge’, verächtlich auch ‘Schwert’. beschwingt Part.adj. ‘beflügelt, unbeschwert’ (18. Jh.), zu beschwingen Vb. ‘in Bewegung setzen, beflügeln’ (17. Jh.). Schwingung f. ‘schwingende Bewegung, das Schwingen’ (17. Jh.), ‘sich wiederholende, zwischen zwei Grenzwerten stattfindende Bewegung’, auch als Terminus der Physik (18. Jh.). erschwingen Vb. ‘aufbringen, bezahlen’, eigentlich wohl sich erschwingen ‘sich aufschwingen zu etw.’ (16. Jh.), mhd. erswingen ‘schwingend in Bewegung setzen, aufschwingen, abstreifen, schwingend erreichen’. erschwinglich Adj. ‘finanziell tragbar’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Erschütterung · Gerüttel · Schwingung · Stoß · Vibration
Assoziationen
Physik
Synonymgruppe
Oszillation · Schwingung
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Schwingung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwingung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Schwingung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Bewegung kann natürlich auch über die ganze Fläche laufen, beispielsweise als sinusförmige Schwingung. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 417]
Auf diese Weise kommt auch hier eine selbständige dauernde Schwingung zustande. [Barkhausen, Heinrich: Das Problem der Schwingungserzeugung mit besonderer Berücksichtigung schneller elektrischer Schwingungen, Leipzig: Hirzel 1907, S. 22]
Die Gestalt des Sohnes gerät zunächst in eine leichte eckige Schwingung. [Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 167]
Für das menschliche Ohr ist die Frequenz ihrer Schwingungen allerdings nicht wahrnehmbar. [o. A.: Nanotechnik. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]]
Menschliche Sprache ist letztendlich auch nichts anderes als in Schwingungen versetzte Luft. [C't, 1993, Nr. 11]
Zitationshilfe
„Schwingung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Schwingung>.

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