Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

See, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sees · Nominativ Plural: Seen
Aussprache  [zeː]
Wortbildung  mit ›See‹ als Erstglied: Seeanstoß · Seeaussicht · Seebecken · Seebreite · Seebucht · Seebühne · Seefenster · Seeforelle · Seengebiet · Seenkette · Seenkunde · Seenlandschaft · Seenplatte · Seerose · Seesteg · Seestrand · Seeufer · Seewesen3 · Seezimmer · seeartig · seeseitig
 ·  mit ›See‹ als Letztglied: Alpensee · Badesee · Baggersee · Bergsee · Binnensee · Blutsee · Endsee · Gebirgssee · Glazialsee · Kaltluftsee · Kratersee · Landsee · Milchsee · Salzsee · Salzwassersee · Speichersee · Stausee · Strandsee · Süßwassersee · Waldsee
 ·  mit ›See‹ als Binnenglied: Unterseeboot
Mehrwortausdrücke  Land der tausend Seen
eWDG

Bedeutung

große Wasseransammlung in einer Bodenvertiefung des Binnenlandes, stehendes Binnengewässer
Beispiele:
ein kleiner, großer, langgestreckter, blauer, spiegelglatter, tiefer, zugefrorener See
still und verträumt lag ein klarer See zwischen den Hügeln
einen (künstlichen) See anlegen
Finnland ist das Land der tausend Seen
an einem See zelten, spazierengehen
ein Wochenendhaus am See
auf dem See rudern, segeln
ein Zimmer mit Blick auf den See
in einem See, im See baden, schwimmen
um einen See (herum) wandern
rund um den See standen Buchen und Eichen
Es lächelt der See, er ladet zum Bade [ SchillerTellI 1]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

See · Seemann · seekrank · Seenot · Seerose
See m. ‘stehendes Binnengewässer’, f. ‘Meer, Ozean’, ahd. sēo, Genitiv sēwes (8. Jh.), mhd. mnd. ‘Binnensee, Meer’, asächs. sēo, mnl. see, nl. zee, afries. , aengl. , engl. sea, anord. sær, sjōr, sjār, schwed. sjö, got. saiws (‘Binnensee, Marschland’), germ. *saiwi-. Herkunft ungeklärt. Zusammenstellungen mit lit. sývas ‘Saft’, lett. sīvs ‘Jauche’, griech. aionā́n (αἰονᾶν) ‘begießen’ oder lat. saevus ‘wütend, tobend’ sind zweifelhaft. Koivulehto in: Neuphilolog. Mitt. 68 (1967) 113 ff. will aengl. , anord. sār, isl. sár, dän. saa, schwed. ‘Zuber, großer (Wasser)kübel’ mit den zuerst genannten germ. Formen verbinden und See in übertragenem Sinne als ‘natürlichen großen Wasserbehälter’ deuten; er verweist zur Stützung dieser Auffassung auf lat. lacus ‘See, Trog, Kufe’. Doch bleiben Anknüpfungen dieser Art fraglich, so daß mehrfach Herleitung von einem nicht-ie. Substratwort angenommen wird. Dagegen macht Meid in: Gedenkschr. Kronasser (1982) 91 ff. wahrscheinlich, daß für See, womit im Germ. weithin ein Binnengewässer bezeichnet wird, von einer Bedeutung ‘tropfenweise bzw. aus Rinnsalen angesammeltes Wasser’ auszugehen ist. Er vergleicht das unter seihen (s. d.) dargestellte Verb und verbindet germ. *saiw- (aus *saigw-) mit der dort genannten Erweiterung ie. *seiku̯- ‘ausgießen, seihen, rinnen, träufeln’ der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’. See ist ursprünglich Maskulinum. Schwankungen zwischen maskulinem und femininem Gebrauch bestehen im Aengl., Mhd., Mnd. und Mnl. Der im Dt. an das Genus gebundene Bedeutungsunterschied wird erstmals bei dem Pommern Kantzow (16. Jh.) deutlich, aber in der Literatursprache erst im 19. Jh. voll ausgebildet. – Seemann m. ‘wer berufsmäßig zur See fährt, Matrose’ (17. Jh.); älter mnl. seeman (nl. zeeman), aengl. sǣmann, anord. sjōmaðr. seekrank Adj. ‘an Übelkeit leidend durch großen Seegang’ (17. Jh.). Seenot f. ‘Gefahr des Untergangs (von Schiffen) im Meer’ (18. Jh.). Seerose f. Name der in Binnenseen blühenden, an Schönheit mit einer Rose verglichenen Blume (16. Jh.); vgl. mhd. sēbluome.

Typische Verbindungen zu ›See‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›See‹.

Badewasser Dahme Ufer comer fischreich gederner gefroren genfer glienicker heilig irisch karibisch kleinhesseloh künstlich lerchenauer luganer neusiedler rau rauh renkenörener schweriner spiegelglatt starnberger stürmisch tegeler templiner tiefe vierwaldstätter zugefroren

Verwendungsbeispiele für ›See‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der rauhen irischen See gingen die aber oft zu Bruch. [Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 357]
Die Straße war immer wieder in lange Seen verwandelt, in die wir todesmutig hineinfuhren, ohne ihre Tiefe zu kennen. [Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 107]
Er ist ein grundloser See: er ist sehr verschlossen, schwer zu durchschauen, seine Handlungsweise ist sehr undurchsichtig. [Röhrich, Lutz: See. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 17907]
Tags darauf wird ein sinkendes Boot auf See beobachtet, aber keiner kümmert sich darum. [Fath, Rolf: Werke – P. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 21834]
Sie waren ein halbes Jahr auf See, da hat man doch sicher so manches vermisst? [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„See“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/See#1>.

Weitere Informationen …

See, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: See · Nominativ Plural: Seen
Aussprache  [zeː]
Wortbildung  mit ›See‹ als Erstglied: See-Elefant · See-Erfahrung · Seeaal · Seeabenteuer · Seeadler · Seeamt · Seeanker · Seebad · Seebeben · Seeblockade · Seebrasse · Seebrassen · Seebulle · Seebär · Seecontainer · Seedrache · Seeelefant · Seeerfahrung · Seefahrer · Seefahrt · Seefeder · Seefestung · Seefisch · Seefischerei · Seeflotte · Seefracht · Seefrachtbrief · Seefrau · Seefunk · Seegang · Seegat · Seegatt · Seegebiet · Seegefecht · Seegerichtshof · Seegeruch · Seegras · Seegurke · Seehafen · Seehandbuch · Seehandel · Seehandlung · Seehase · Seeheilbad · Seehund · Seehöhe · Seeigel · Seejungfer · Seejungfrau · Seekabel · Seekadett · Seekanal · Seekarte · Seekasse · Seeklima · Seekrankheit · Seekrebs · Seekreuzer · Seekrieg · Seekuh · Seeküste · Seelachs · Seeleopard · Seeleute · Seelilie · Seeluft · Seeluftstreitkraft · Seelöwe · Seemacht · Seemann · Seemanöver · Seemaus · Seemeile · Seemine · Seemoos · Seenadel · Seenebel · Seenelke · Seenot · Seenotdienst · Seenotruf · Seeoffizier · Seeordnung · Seeotter · Seepferd · Seepferdchen · Seeplatz · Seepolizei · Seeraub · Seeraupe · Seerecht · Seereederei · Seereise · Seereisende · Seerettung · Seerettungsdienst · Seeräuber · Seesack · Seesalz · Seesand · Seeschaden · Seeschiff · Seeschiffer · Seeschifffahrt · Seeschildkröte · Seeschlacht · Seeschlag · Seeschlange · Seeschwalbe · Seeseite · Seesieg · Seesperre · Seestadt · Seestern · Seestraße · Seestreitkraft · Seestreitmacht · Seesturm · Seestück · Seetang · Seetaucher · Seetiefe · Seetransport · Seetrift · Seeumschlag · Seeumschlagplatz · Seeunfall · Seeungeheuer · Seeungetüm · Seeurlaub · Seeverkehr · Seevermessung · Seeversicherung · Seevogel · Seevolk · Seewarte · Seewasser · Seewasserstraße · Seeweg · Seewesen1 · Seewesen2 · Seewetteramt · Seewetterbericht · Seewetterdienst · Seewind · Seewolf · Seezeichen · Seeziel · Seezollgrenze · Seezollhafen · Seezunge · seebeschädigt · seeerfahren · seefahrend · seefest · seegehend · seegestützt · seegrün · seegängig · seeklar · seekrank · seemäßig · seeseitig · seetüchtig · seeuntüchtig · seewärtig · seewärts
 ·  mit ›See‹ als Letztglied: Bugsee · Grundsee · Hochsee · Kreuzsee · Nordsee · Ostsee · Sturzsee · Südsee · Tiefsee · Widersee · Übersee
Mehrwortausdrücke  auf hoher See

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Meer
  2. 2. Woge, Sturzwelle
eWDG

Bedeutungen

1.
Meer
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die weite, unendliche, brausende, wogende, hochgehende, tobende, tosende, stürmische, tückische See
Seemannsspracheraue, schwere See (= hoher Wellengang)
Seemannssprachedie Logger kämpfen gegen die schwere See an
Seemannssprachefaule See (= Windstille)
die See ist ruhig, bewegt, geht hoch
Seemannssprachedie See läuft kurz, lang (= hat kurzen, langen Wellenschlag)
an die See fahren, reisen
sie verbrachten ihren Urlaub an der See
auf (hoher) See (= auf offenem Meer, fern der Küste)
gehoben, verhüllender ist auf See geblieben (= hat im Meer den Tod gefunden)
in See gehen, stechen (= zu einer längeren Fahrt aus dem Hafen auslaufen)
ein Schiff, eine Flotte sticht in See
über See ausgehende Güter
von See (ein)kommende Schiffe, eingehende Güter
Seemannssprachezur See fahren (= von Beruf Seemann sein)
er will zur See gehen (= er will zur Marine gehen)
umgangssprachlicher will zur See (= er will zur Marine gehen)
der Handel zur See (= der Überseehandel)
der Handel zu Land und See
Kapitän zur See (= Dienstrang)
der Wind verwandelt eine blanke See in ein graugrünes Ungetüm [ JahnnHolzschiff10]
Unsere Betriebe sind jetzt viel besser als früher in der Lage, nicht nur der Bevölkerung an Land, sondern auch den Werktätigen auf See zu helfen [ Tageszeitung1970]
2.
Woge, Sturzwelle
Beispiele:
schwere, grobe Seen schlugen über das Schiff, über die Landungsbrücke
die Seen brechen sich am Bug des Schiffes
Seemannssprachedas Schiff nimmt Seen über (= wird von Wellen überspült)
wie eine vieltausendköpfige Schar zischender weißer Panther, die von einem schwarzgrünen Gebirgsrücken abgeschleudert wurden, [kam] eine schreckliche See über Bord gestürzt [ G. Hauptm.2,118]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

See · Seemann · seekrank · Seenot · Seerose
See m. ‘stehendes Binnengewässer’, f. ‘Meer, Ozean’, ahd. sēo, Genitiv sēwes (8. Jh.), mhd. mnd. ‘Binnensee, Meer’, asächs. sēo, mnl. see, nl. zee, afries. , aengl. , engl. sea, anord. sær, sjōr, sjār, schwed. sjö, got. saiws (‘Binnensee, Marschland’), germ. *saiwi-. Herkunft ungeklärt. Zusammenstellungen mit lit. sývas ‘Saft’, lett. sīvs ‘Jauche’, griech. aionā́n (αἰονᾶν) ‘begießen’ oder lat. saevus ‘wütend, tobend’ sind zweifelhaft. Koivulehto in: Neuphilolog. Mitt. 68 (1967) 113 ff. will aengl. , anord. sār, isl. sár, dän. saa, schwed. ‘Zuber, großer (Wasser)kübel’ mit den zuerst genannten germ. Formen verbinden und See in übertragenem Sinne als ‘natürlichen großen Wasserbehälter’ deuten; er verweist zur Stützung dieser Auffassung auf lat. lacus ‘See, Trog, Kufe’. Doch bleiben Anknüpfungen dieser Art fraglich, so daß mehrfach Herleitung von einem nicht-ie. Substratwort angenommen wird. Dagegen macht Meid in: Gedenkschr. Kronasser (1982) 91 ff. wahrscheinlich, daß für See, womit im Germ. weithin ein Binnengewässer bezeichnet wird, von einer Bedeutung ‘tropfenweise bzw. aus Rinnsalen angesammeltes Wasser’ auszugehen ist. Er vergleicht das unter seihen (s. d.) dargestellte Verb und verbindet germ. *saiw- (aus *saigw-) mit der dort genannten Erweiterung ie. *seiku̯- ‘ausgießen, seihen, rinnen, träufeln’ der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’. See ist ursprünglich Maskulinum. Schwankungen zwischen maskulinem und femininem Gebrauch bestehen im Aengl., Mhd., Mnd. und Mnl. Der im Dt. an das Genus gebundene Bedeutungsunterschied wird erstmals bei dem Pommern Kantzow (16. Jh.) deutlich, aber in der Literatursprache erst im 19. Jh. voll ausgebildet. – Seemann m. ‘wer berufsmäßig zur See fährt, Matrose’ (17. Jh.); älter mnl. seeman (nl. zeeman), aengl. sǣmann, anord. sjōmaðr. seekrank Adj. ‘an Übelkeit leidend durch großen Seegang’ (17. Jh.). Seenot f. ‘Gefahr des Untergangs (von Schiffen) im Meer’ (18. Jh.). Seerose f. Name der in Binnenseen blühenden, an Schönheit mit einer Rose verglichenen Blume (16. Jh.); vgl. mhd. sēbluome.

Typische Verbindungen zu ›See‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›See‹.

Badewasser Dahme Ufer comer fischreich gederner gefroren genfer glienicker heilig irisch karibisch kleinhesseloh künstlich lerchenauer luganer neusiedler rau rauh renkenörener schweriner spiegelglatt starnberger stürmisch tegeler templiner tiefe vierwaldstätter zugefroren

Verwendungsbeispiele für ›See‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der rauhen irischen See gingen die aber oft zu Bruch. [Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 357]
Die Straße war immer wieder in lange Seen verwandelt, in die wir todesmutig hineinfuhren, ohne ihre Tiefe zu kennen. [Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 107]
Er ist ein grundloser See: er ist sehr verschlossen, schwer zu durchschauen, seine Handlungsweise ist sehr undurchsichtig. [Röhrich, Lutz: See. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 17907]
Tags darauf wird ein sinkendes Boot auf See beobachtet, aber keiner kümmert sich darum. [Fath, Rolf: Werke – P. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 21834]
Sie waren ein halbes Jahr auf See, da hat man doch sicher so manches vermisst? [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„See“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/See#2>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Sedum
Seduktion
Sedisvakanz
Sedimentärgestein
Sedimentschicht
See-Elefant
See-Erfahrung
Seeaal
Seeabenteuer
Seeadler