Seehund, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSee-hund
WortzerlegungSee2Hund1
Wortbildung mit ›Seehund‹ als Erstglied: ↗Seehundbart · ↗Seehundfell · ↗Seehundsbart · ↗Seehundsfell
eWDG, 1976

Bedeutung

völlig an das Leben im Wasser angepasstes Säugetier, dessen Hinterfüße längs des Schwanzes nach hinten gestellt sind und das kein äußeres Ohr besitzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Seehund m. Der seit dem Ende des 15. Jhs. (seehont, Köln 1495) belegte Name einer Robbe ist eine an ↗See (s. d.) angeschlossene volksetymologische Umdeutung von mnd. sēl-, sālhunt, mnl. sael-, seelhont, woraus nhd. Seelhund (vereinzelt noch im 17. Jh.). Diese sind ihrerseits verdeutlichende, die Robbenart als ‘Hund des Meeres’ deutende Zusammensetzungen mit voraufgehendem ahd. selaho (9. Jh.), selaha (10. Jh.), selah (um 900), mhd. seleh, sel(e), nhd. Seel (vereinzelt noch im 16. Jh.), mnd. sāle, sēl(e), mnl. seel, aengl. seolh (vgl. engl. seal), anord. selr, schwed. säl ‘Robbe’ (germ. *selha-). Herkunft ungeklärt. Falls sich aengl. sūl, sulh ‘Furche, Pflug’, lat. sulcus ‘Furche’, sulcāre ‘pflügen’, griech. hélkein (ἕλκειν) ‘ziehen, schleppen’, armen. helg ‘träge’, italoalban. helq, alban. heq ‘zieht (heraus, in die Länge)’, toch. B sälk- ‘herausziehen, vorführen’ vergleichen lassen, ist Anschluß an ie. *selk- ‘ziehen’ (hier etwa ‘sich mühsam schleppen’) möglich. Auch Verbindung mit air. selige ‘Schildkröte, Schnecke’, lit. selė́ti ‘schleichen, leise auftreten’ (zur Wurzel ie. *sel- ‘schleichen, kriechen’) ist denkbar, vgl. Pijnenburg in: Naamkde 17 (1985) 284 ff. Oder sind die germ. Formen mit Schindler in: Die Sprache 12 (1966) 65 f. als Entlehnungen aus dem Ostseefinn., vgl. finn. hylje (Genitiv hylkeen), karel. hyleh, estn. hüljes ‘Seehund, Robbe’, anzusehen?

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Robbe · Seehund
Unterbegriffe
  • Mähnenrobbe · Südamerikanischer Seelöwe
  • See-Elefant · ↗Seeelefant  ●  Mirounga  fachspr. · Mirounga angustirostris (Nordamerika)  fachspr. · Mirounga leonina (Subantarktis)  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Delphin Kegelrobbe Kinderstube Kleinwal Massensterben Nordsee Nordseeküste Otter Pinguin Robbe Sandbank Schweinswal Seebär Seelöwe Seevogel Wal Walross Wattenmeer anschwemmen aufgezogen aufpäppeln auswildern dressiert hineinspringen sterbend tot verenden verendet verölt wegfressen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seehund‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch junge Seehunde erinnern sich lange an den spezifischen Ruf ihrer Mutter.
Die Zeit, 19.04.2012 (online)
Die jungen Seehunde haben ein Gewicht von 42 bis 48 Kilo.
Bild, 02.03.2001
Bei manchen Seehunden scheinen die Familienbande jedoch lockerer geknüpft zu sein.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 166
Sie aßen Fleisch vom Lachs, vom Bären, von Wildgänsen, vom Wal, vom Seehund.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 184
Die weniger Befahrenen unter den Deckarbeitern waren noch zu unsicher unter uns alten Seehunden, um irgendwelchen Sprossensinn uns gegenüber zu entwickeln.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 199
Zitationshilfe
„Seehund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seehund>, abgerufen am 15.09.2019.

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