Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Seehund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Seehund(e)s · Nominativ Plural: Seehunde
Aussprache  [ˈzeːhʊnt]
Worttrennung See-hund
Wortzerlegung See2 Hund1
Wortbildung  mit ›Seehund‹ als Erstglied: Seehundbart · Seehundfell · Seehundsbank · Seehundsbart · Seehundsfell · Seehundsschnauzer
eWDG

Bedeutung

völlig an das Leben im Wasser angepasstes Säugetier, dessen Hinterfüße längs des Schwanzes nach hinten gestellt sind und das kein äußeres Ohr besitzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Seehund m. Der seit dem Ende des 15. Jhs. (seehont, Köln 1495) belegte Name einer Robbe ist eine an See (s. d.) angeschlossene volksetymologische Umdeutung von mnd. sēl-, sālhunt, mnl. sael-, seelhont, woraus nhd. Seelhund (vereinzelt noch im 17. Jh.). Diese sind ihrerseits verdeutlichende, die Robbenart als ‘Hund des Meeres’ deutende Zusammensetzungen mit voraufgehendem ahd. selaho (9. Jh.), selaha (10. Jh.), selah (um 900), mhd. seleh, sel(e), nhd. Seel (vereinzelt noch im 16. Jh.), mnd. sāle, sēl(e), mnl. seel, aengl. seolh (vgl. engl. seal), anord. selr, schwed. säl ‘Robbe’ (germ. *selha-). Herkunft ungeklärt. Falls sich aengl. sūl, sulh ‘Furche, Pflug’, lat. sulcus ‘Furche’, sulcāre ‘pflügen’, griech. hélkein (ἕλκειν) ‘ziehen, schleppen’, armen. helg ‘träge’, italoalban. helq, alban. heq ‘zieht (heraus, in die Länge)’, toch. B sälk- ‘herausziehen, vorführen’ vergleichen lassen, ist Anschluß an ie. *selk- ‘ziehen’ (hier etwa ‘sich mühsam schleppen’) möglich. Auch Verbindung mit air. selige ‘Schildkröte, Schnecke’, lit. selė́ti ‘schleichen, leise auftreten’ (zur Wurzel ie. *sel- ‘schleichen, kriechen’) ist denkbar, vgl. Pijnenburg in: Naamkde 17 (1985) 284 ff. Oder sind die germ. Formen mit Schindler in: Die Sprache 12 (1966) 65 f. als Entlehnungen aus dem Ostseefinn., vgl. finn. hylje (Genitiv hylkeen), karel. hyleh, estn. hüljes ‘Seehund, Robbe’, anzusehen?

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Robbe · Seehund

Typische Verbindungen zu ›Seehund‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seehund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Seehund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch junge Seehunde erinnern sich lange an den spezifischen Ruf ihrer Mutter. [Die Zeit, 19.04.2012 (online)]
Gerade diese Tiere sind, ähnlich wie die niederländischen Seehunde, enorm belastet. [Die Zeit, 09.09.1988, Nr. 37]
Um diese Bedenken zu überprüfen, machte man einen Test mit Seehunden in einem Becken. [Die Zeit, 20.05.1983, Nr. 21]
Gerade von Ende Mai bis Ende August brauchen die Seehunde Ruhe. [Die Zeit, 07.02.1983, Nr. 06]
Aber jetzt war die Jagd eröffnet und die Seehunde merkwürdigerweise zur Stelle. [Die Zeit, 26.06.1981, Nr. 27]
Zitationshilfe
„Seehund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seehund>.

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