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Seekriegsrecht, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Seekriegsrecht(e)s · Nominativ Plural: Seekriegsrechte · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [ˈzeːkʀiːksˌʀɛçt]
Worttrennung See-kriegs-recht
Wortzerlegung Seekrieg Recht
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Recht, Völkerrecht Gesamtheit der völkerrechtlichen Normen zur Regelung und Einhegung kriegerischer Maßnahmen auf hoher See
Grammatik: Plural ungebräuchlich
Beispiele:
Das Prisenrecht (frz. prise »Wegnahme«) ist der Teil des Seekriegsrechts und damit auch des Kriegsvölkerrechts, der die Maßnahmen von Kriegsschiffen gegenüber neutralen und feindlichen Handelsschiffen – einschließlich Passagierschiffen – regelt. Das Prisenrecht schränkt den Grundsatz der Freiheit der Meere ein. Es berechtigt nur kriegführende Staaten und gilt nur außerhalb neutraler Hoheitsgewässer. [US Navy Käpt’n Tugendsam von der USS Enterprise without honors, 04.01.2011, aufgerufen am 01.09.2020]
Mit Banngut (= Bannware = Konterbande) werden im Seekriegsrecht Güter bezeichnet, die militärischen Zwecken dienen. Schiffe[,] die Banngut für den Feind transportieren[,] dürfen nach Seekriegsrecht beschlagnahmt werden. [lexexakt, 05.02.2018, aufgerufen am 07.12.2020]
Bis zum Dezember 1941, dem Beginn des »offiziellen« Krieges zwischen Deutschland und Amerika, hatten die deutschen U‑Boote, legal nach dem Seekriegsrecht, 1.124 Schiffe versenkt, neun Zehntel davon Handelsschiffe. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.1999]
Im Seekriegsrecht bezeichnet die Aufbringung eine Stufe des Prisenverfahrens im Rahmen des Handelskrieges: die Beschlagnahme eines feindlichen oder neutralen Schiffes, das zuvor angehalten und durchsucht wurde, durch ein Kriegsschiff. Ein als Prise aufgebrachtes Schiff wird in einen Hafen geleitet, der Fall muß vor ein Prisengericht des beschlagnahmenden Landes gebracht werden. Bei unbegründeter Beschlagnahme ist Schadensersatz fällig. Das Seekriegsrecht kommt zwischen Kriegsführenden zur Anwendung. [Aufbringen von Schiffen. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000. München: DIZ 2000 [1990]]
Nach der Londoner Deklaration zum Seekriegsrecht vom Jahre 1909, die zwar von den vertragschließenden Mächten niemals ratifiziert wurde, die aber dennoch internationales Gewohnheitsrecht geworden ist, darf die blockierende Macht alle im Sperrgebiet fahrenden Schiffe auf Konterbandie [sic!] durchsuchen oder bei Widerstand sogar versenken. [Der Spiegel, 31.10.1962]
Eine wirkliche »Humanisierung« des Seekrieges kann nur durch eine wirklich grundlegende Aenderung des gesamten Seekriegsrechtes erreicht werden, dazu gehört vor allen Dingen: die klipp und klare Bestimmung, daß Privateigentum auf See genau so frei ist, wie es im Landkriege schon längst zu Recht besteht. Damit hängt zusammen das Verbot der Hungerblockade, der Bewaffnung der Handelsschiffe und der Sperrgebietserklärung. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 07.03.1922]
2.
selten einzelner berechtigter Anspruch einer betroffenen Partei bei kriegerischen Maßnahmen auf hoher See
Beispiel:
Eine dieser Quellen [für das Völkerrecht] ist das San‑Remo‑Handbuch, welches 1994 von einer Expertengruppe erstellt wurde. Es kodifiziert erstmals bestimmte Seekriegsrechte, welche zuvor nur durch Gewohnheitsrecht bekannt waren. [Neue »Gaza-Hilfsflotte« auf Kurs, 17.06.2011, aufgerufen am 21.10.2021]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Seekriegsrecht‹ (berechnet)

Regel geltend schaffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seekriegsrecht‹.

Zitationshilfe
„Seekriegsrecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seekriegsrecht>.

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