Seemann, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Seemann(e)s · Nominativ Plural: Seeleute/Seemänner
Im allgemeinen Schreibgebrauch wird der Plural mehrheitlich mit ‑leute umschrieben. Diese Pluralform kann insbesondere dann verwendet werden, wenn keine Aussage über das natürliche Geschlecht der Beteiligten gemacht werden soll. Daneben ist auch die formale Pluralbildung ‑männer möglich.
Aussprache 
Worttrennung See-mann
Wortzerlegung See2Mann
Wortbildung  mit ›Seemann‹ als Erstglied: ↗Seemannsamt · ↗Seemannsart · ↗Seemannsausdruck · ↗Seemannsausrüstung · ↗Seemannsbrauch · ↗Seemannsbraut · ↗Seemannschaft · ↗Seemannsgang · ↗Seemannsgarn · ↗Seemannsgeschichte · ↗Seemannsgrab · ↗Seemannsheim · ↗Seemannskiste · ↗Seemannsleben · ↗Seemannslos · ↗Seemannsmission · ↗Seemannsroman · ↗Seemannsromantik · ↗Seemannssack · ↗Seemannssprache · ↗Seemannstod
 ·  mit ›Seemann‹ als Grundform: ↗seemännisch
eWDG, 1976 und ZDL, 2020

Bedeutung

Schifffahrt jmd., der in der Seeschifffahrt beschäftigt ist und selbst zur See² (1) fährt Quelle: WDG, 1976
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der erfahrene, angehende Seemann
als Genitivattribut: die Geschichte des Seemannes
in Koordination: Seemann und Kapitän
in vergleichender Wort-/Nominalgruppe: wie ein Seemann aussehen
Beispiele:
Am 15. November 2017 sendete das U‑Boot »Ara San Juan« ihr letztes Signal an die Marinebasis Mar del Plata in Argentinien. […] Der stählerne Sarg für die 44 Seeleute liegt in einer Tiefe von 907 Metern. […]. Das Boot implodierte. [Bild, 19.11.2018]
im Bild Wie ein kräftiger Seemann hält er das Steuer auf Kurs, kämpft gegen die Strömungen der Vergangenheit. [Neue Zürcher Zeitung, 23.04.2017]
vergleichend Sein Vollbart und sein hinkender Schritt verleihen ihm das Aussehen eines nach langer Fahrt zurückgekehrten Seemanns. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2006]
Nun muß man bedenken, daß dies so ziemlich die aussichtsloseste Situation war, in die man auf See geraten konnte. Jeder Seemann, der seinen Verstand beisammen hatte, umschiffte das Gebiet des Malmstroms (= ein riesiger Wasserstrudel im Meer) großräumig. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 14]
Die Realität sieht schon lange anders aus: Automatisierung, Personaleinsparungen, die Branche ist in der Krise. Und spätestens mit dem Einzug der Digitalisierung befindet sie sich endgültig im Umbruch. Das bedeutet: neue Aufgaben für die Reedereien und große Veränderungen für die Seemänner. [Die Zeit, 27.07.2016 (online)] ungewöhnl.

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

See · Seemann · seekrank · Seenot · Seerose
See m. ‘stehendes Binnengewässer’, f. ‘Meer, Ozean’, ahd. sēo, Genitiv sēwes (8. Jh.), mhd. mnd. ‘Binnensee, Meer’, asächs. sēo, mnl. see, nl. zee, afries. , aengl. , engl. sea, anord. sær, sjōr, sjār, schwed. sjö, got. saiws (‘Binnensee, Marschland’), germ. *saiwi-. Herkunft ungeklärt. Zusammenstellungen mit lit. sývas ‘Saft’, lett. sīvs ‘Jauche’, griech. aionā́n (αἰονᾶν) ‘begießen’ oder lat. saevus ‘wütend, tobend’ sind zweifelhaft. Koivulehto in: Neuphilolog. Mitt. 68 (1967) 113 ff. will aengl. , anord. sār, isl. sár, dän. saa, schwed. ‘Zuber, großer (Wasser)kübel’ mit den zuerst genannten germ. Formen verbinden und See in übertragenem Sinne als ‘natürlichen großen Wasserbehälter’ deuten; er verweist zur Stützung dieser Auffassung auf lat. lacus ‘See, Trog, Kufe’. Doch bleiben Anknüpfungen dieser Art fraglich, so daß mehrfach Herleitung von einem nicht-ie. Substratwort angenommen wird. Dagegen macht Meid in: Gedenkschr. Kronasser (1982) 91 ff. wahrscheinlich, daß für See, womit im Germ. weithin ein Binnengewässer bezeichnet wird, von einer Bedeutung ‘tropfenweise bzw. aus Rinnsalen angesammeltes Wasser’ auszugehen ist. Er vergleicht das unter ↗seihen (s. d.) dargestellte Verb und verbindet germ. *saiw- (aus *saigw-) mit der dort genannten Erweiterung ie. *seiku̯- ‘ausgießen, seihen, rinnen, träufeln’ der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’. See ist ursprünglich Maskulinum. Schwankungen zwischen maskulinem und femininem Gebrauch bestehen im Aengl., Mhd., Mnd. und Mnl. Der im Dt. an das Genus gebundene Bedeutungsunterschied wird erstmals bei dem Pommern Kantzow (16. Jh.) deutlich, aber in der Literatursprache erst im 19. Jh. voll ausgebildet. Seemann m. ‘wer berufsmäßig zur See fährt, Matrose’ (17. Jh.); älter mnl. seeman (nl. zeeman), aengl. sǣmann, anord. sjōmaðr. seekrank Adj. ‘an Übelkeit leidend durch großen Seegang’ (17. Jh.). Seenot f. ‘Gefahr des Untergangs (von Schiffen) im Meer’ (18. Jh.). Seerose f. Name der in Binnenseen blühenden, an Schönheit mit einer Rose verglichenen Blume (16. Jh.); vgl. mhd. sēbluome.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fahrensmann · ↗Matrose · ↗Schiffer · ↗Seefahrer  ●  Seemann  Hauptform · ↗Seebär  ugs., scherzhaft
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Nichtseemann

Typische Verbindungen zu ›Seemann‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seemann‹.

Zitationshilfe
„Seemann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seemann>, abgerufen am 14.08.2020.

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