Seerecht, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Seerecht(e)s · Nominativ Plural: Seerechte
Aussprache
WorttrennungSee-recht
WortzerlegungSee2Recht
Wortbildung mit ›Seerecht‹ als Erstglied: ↗seerechtlich
DWDS-Vollartikel, 2015

Bedeutungen

1.
Gesamtheit von nationalen und internationalen Bestimmungen zur Regelung der Rechtsverhältnisse bezüglich der Meere und Ozeane, insbesondere hinsichtlich der Schifffahrt, der Fischerei und der Nutzung des Meeresbodens
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Zehn Jahre lang haben mehr als 150 Nationen über ein neues Seerecht gestritten, das so wichtige Fragen wie den Meeresbergbau, den Umweltschutz und den Fischfang regelt. [Bild der Wissenschaft, 1996, Nr. 7]
Die Manganknollen hingegen findet man vorwiegend jenseits der 200-Seemeilen-Zonen, in internationalem Territorium. Die Knollen gelten nach Seerecht als »gemeinsames Erbe der Menschheit«. Kein Staat darf sich hier einfach bedienen. [Die Zeit, 03.03.2014, Nr. 09]
Damit [mit dem Plan einer Pipeline durch die Ostsee] kommt das internationale Seerecht ins Spiel, das die Ostsee in nationale Küstenmeere von 12 Seemeilen Breite und daran anschließende Festlandsockel- und Wirtschaftszonen aller Anliegerstaaten (bis zur Mittellinie) aufteilt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2005]
Seit Jahren versucht die Regierung Malaysias, strengere Bestimmungen für die internationale Schiffahrt durchzusetzen, da das Seerecht aus einer Zeit stammt, als es noch keine großen Öltanker gab. [Straße von Malakka. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000. Zitiert nach: Süddeutsche Zeitung, 23.01.1993]
Denn nach Seerecht können die Norweger, die Fanggeräte und die Beute der [in der norwegischen Hoheitszone] aufgebrachten Schiffe beschlagnahmen. [Der Spiegel, 08.02.1956, Nr. 6]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das internationale, geltende Seerecht
als Genitivattribut: eine Verletzung des Seerechts
in Präpositionalgruppe/-objekt: Verstöße gegen das Seerecht
2.
berechtigter Anspruch in Bezug auf die Meere und Ozeane sowie deren Nutzung
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
Die Philippinen haben die Uno wegen eines Streits mit China um Seerechte [bestimmte Hoheitsansprüche im Südchinesischen Meer] eingeschaltet. [Spiegel, 22.01.2013 (online)]
Angesichts des Insel-Streits mit Japan bündelt China außerdem seine für die Durchsetzung von Seerechten zuständigen Polizei- und Zollbehörden. [Der Standard, 10.03.2013]
In Luzern gingen nach der Schlacht bei Sempach 1386 die von den Habsburgern ausgeübten Seerechte (= Rechte an einem Binnensee) an die Stadt über. [Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2002]

Typische Verbindungen zu ›Seerecht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Professorin UN-Konferenz Verletzung Verstoß geltend international

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seerecht‹.

Zitationshilfe
„Seerecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seerecht>, abgerufen am 28.02.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Seeraupe
Seeräuberwesen
Seeräuberschiff
Seeräubernest
seeräuberisch
seerechtlich
Seerechtskonferenz
Seerechtskonvention
Seereederei
Seereise