Segen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Segens · Nominativ Plural: Segen
Aussprache 
Worttrennung Se-gen
Wortbildung  mit ›Segen‹ als Erstglied: Segen spendend · Segensspruch · Segenswunsch · segenbringend · segenspendend · segensreich
 ·  mit ›Segen‹ als Letztglied: Abendsegen · Alpsegen · Brautsegen · Ehesegen · Elternsegen · Erntesegen · Familiensegen · Haussegen · Kindersegen · Morgensegen · Muttersegen · Primizsegen · Reisesegen · Sterbesegen · Tagessegen · Tischsegen · Unsegen · Vatersegen · Wettersegen
Mehrwortausdrücke  seinen Segen geben
eWDG

Bedeutungen

1.
Religion
a)
durch Worte, Formeln, Gebärden ausgedrückter Wunsch an eine in religiöser Vorstellung existierende höhere Macht, Gnade, Glück, Gedeihen, Schutz zu schenken
Beispiele:
(jmdm.) den Segen geben
gehoben(jmdm.) den Segen erteilen, spenden
den Segen sprechen, singen (= einen liturgischen Segenswunsch sprechen, singen)
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlichjmd. gibt seinen Segen zu etw. (= jmd. billigt etw., jmd. gibt zu etw. seine Einwilligung)
scherzhaftgeht nur baden, meinen Segen habt ihr!
b)
Beispiele:
der Segen (= Gewährung der Gnade, des Gedeihens oder Schutzes) Gottes, des Himmels
Er war ein wunderbarer Mensch, der Segen ruhte auf ihm, gesund würde er Mirjam machen [ J. RothHiob299]
2.
umgangssprachlich, scherzhaft reiche, meist unverhoffte Ernte, Beute
Beispiele:
die Pflaumen hängen so voll, ich weiß gar nicht wohin mit dem Segen
ist das der ganze Segen?
Er deutete an, daß der Segen der Goldstücke nicht ausbleiben würde [ JahnnNiederschrift2,513]
3.
Glück, Wohltat
Beispiele:
die Ergebnisse der Molekularbiologie zum Segen der Menschheit nutzen
umgangssprachlichunsere Oma ist doch ein wahrer Segen für die Kleinen
Er blies nämlich in einer der Dorfkapellen … die ein Segen des alten Italiens waren, begeistert die Posaune [ WerfelVerdi169]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

segnen · Segen · Segnung
segnen Vb. ‘Segen spenden, Gottes Segen für jmdn. erbitten, das Zeichen des Kreuzes machen’, ahd. seganōn (um 800), mhd. segenen, segen, mnd. sēgenen, sēgen, asächs. segnon, mnl. sēghenen, seinen, nl. zegenen, aengl. segnian, engl. (mundartlich) to sain, anord. schwed. signa sind Entlehnungen aus lat. sīgnāre ‘mit einem Zeichen, Siegel-, Prägezeichen, Stempel versehen, (be)zeichnen’, kirchenlat. (vlat. segnāre) ‘das Zeichen des Kreuzes machen’, zu lat. sīgnum ‘Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen, Siegel’, kirchenlat. ‘Kreuzeszeichen’ (s. Signum). Aus dem Verb rückgebildet Segen m. ‘Kreuzeszeichen, Segensformel, Gnade Gottes, Glück, Wohlergehen’, ahd. segan (9. Jh.), mhd. segen ‘Zeichen des Kreuzes, Segensspruch, Gnade, Segensformel, Zauberformel’, mnd. sēgen, mnl. sēghen, nl. zegen, aengl. segn, auch ‘Banner’. Segnung f. ‘Vorgang des Segnens und Wirkung des Segens’, mhd. segenunge, seinunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
Billigung · Einverständnis · Einwilligung · Segen · Zustimmung  ●  Placet  geh. · Plazet  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Glück · (ein) unverdientes Glück · (eine) Gnade · (eine) wundersame Fügung · (etwas) hätte nicht besser sein können · (jemand) hätte es nicht besser treffen können · Fügung des Schicksals · Glücksfall · Güte des Schicksals · Segen · glückliche Fügung · glückliche Umstände · glücklicher Umstand · glücklicher Zufall · günstige Umstände  ●  (ein) Geschenk der Götter  fig. · (ein) Gottesgeschenk  fig. · (etwas) hätte nicht besser laufen können  variabel · Geschenk des Himmels  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Befugnis · Berechtigung · Bevollmächtigung · Billigung · Einwilligung · Ermächtigung · Genehmigung · Lizenz · Recht · Zulassung  ●  Erlaubnis  Hauptform · Segen  fig. · Absegnung  ugs. · Autorisation  geh. · Autorisierung  geh. · Konzession  fachspr. · Okay  ugs. · Placet  geh., bildungssprachlich · Plazet  geh., bildungssprachlich
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Segen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Segen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Segen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist für die betroffenen Länder zunächst einmal ein Segen. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 96]
Aus der heiligen Zeit des stillen Fastens erwüchse dann ein unerhörter Segen. [Buchinger, Otto: Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg, Stuttgart: Hippokrates-Verl. 1982 [1935], S. 161]
Auch der Monarch erhebt hier wie zum Segen die Hand. [Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 473]
Sie erflehen damit den Segen Gottes für ein gutes Gelingen ihres Vorhabens. [Heine, Peter: Basmala. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 204]
Auch ihr vorerst letztes Buch wird von diesem Segen nicht verschont bleiben. [Die Zeit, 07.06.1996, Nr. 24]
Zitationshilfe
„Segen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Segen>.

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