Segen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Segens · Nominativ Plural: Segen
Aussprache
WorttrennungSe-gen
Wortbildung mit ›Segen‹ als Erstglied: ↗Segenswunsch · ↗segenbringend · ↗segenspendend · ↗segensreich
 ·  mit ›Segen‹ als Letztglied: ↗Abendsegen · ↗Alpsegen · ↗Brautsegen · ↗Ehesegen · ↗Elternsegen · ↗Erntesegen · ↗Familiensegen · ↗Haussegen · ↗Kindersegen · ↗Morgensegen · ↗Muttersegen · ↗Reisesegen · ↗Sterbesegen · ↗Tagessegen · ↗Tischsegen · ↗Unsegen · ↗Vatersegen · ↗Wettersegen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Religion
a)
durch Worte, Formeln, Gebärden ausgedrückter Wunsch an eine in religiöser Vorstellung existierende höhere Macht, Gnade, Glück, Gedeihen, Schutz zu schenken
Beispiele:
(jmdm.) den Segen geben
gehoben (jmdm.) den Segen erteilen, spenden
den Segen sprechen, singen (= einen liturgischen Segenswunsch sprechen, singen)
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich jmd. gibt seinen Segen zu etw. (= jmd. billigt etw., jmd. gibt zu etw. seine Einwilligung)
scherzhaft geht nur baden, meinen Segen habt ihr!
b)
Beispiele:
der Segen (= Gewährung der Gnade, des Gedeihens oder Schutzes) Gottes, des Himmels
Er war ein wunderbarer Mensch, der Segen ruhte auf ihm, gesund würde er Mirjam machen [J. RothHiob299]
2.
umgangssprachlich, scherzhaft reiche, meist unverhoffte Ernte, Beute
Beispiele:
die Pflaumen hängen so voll, ich weiß gar nicht wohin mit dem Segen
ist das der ganze Segen?
Er deutete an, daß der Segen der Goldstücke nicht ausbleiben würde [JahnnNiederschrift2,513]
3.
Glück, Wohltat
Beispiele:
die Ergebnisse der Molekularbiologie zum Segen der Menschheit nutzen
umgangssprachlich unsere Oma ist doch ein wahrer Segen für die Kleinen
Er blies nämlich in einer der Dorfkapellen ... die ein Segen des alten Italiens waren, begeistert die Posaune [WerfelVerdi169]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

segnen · Segen · Segnung
segnen Vb. ‘Segen spenden, Gottes Segen für jmdn. erbitten, das Zeichen des Kreuzes machen’, ahd. seganōn (um 800), mhd. segenen, segen, mnd. sēgenen, sēgen, asächs. segnon, mnl. sēghenen, seinen, nl. zegenen, aengl. segnian, engl. (mundartlich) to sain, anord. schwed. signa sind Entlehnungen aus lat. sīgnāre ‘mit einem Zeichen, Siegel-, Prägezeichen, Stempel versehen, (be)zeichnen’, kirchenlat. (vlat. segnāre) ‘das Zeichen des Kreuzes machen’, zu lat. sīgnum ‘Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen, Siegel’, kirchenlat. ‘Kreuzeszeichen’ (s. ↗Signum). Aus dem Verb rückgebildet Segen m. ‘Kreuzeszeichen, Segensformel, Gnade Gottes, Glück, Wohlergehen’, ahd. segan (9. Jh.), mhd. segen ‘Zeichen des Kreuzes, Segensspruch, Gnade, Segensformel, Zauberformel’, mnd. sēgen, mnl. sēghen, nl. zegen, aengl. segn, auch ‘Banner’. Segnung f. ‘Vorgang des Segnens und Wirkung des Segens’, mhd. segenunge, seinunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
Befürwortung · ↗Billigung · ↗Einverständnis · Segen · ↗Zustimmung
Synonymgruppe
(ein) Glück · ↗(ein) Gottesgeschenk · (ein) unverdientes Glück · ↗(eine) Gnade · (eine) wundersame Fügung · (etwas) hätte nicht besser sein können · (jemand) hätte es nicht besser treffen können · Fügung des Schicksals · ↗Glücksfall · Güte des Schicksals · Segen · glückliche Fügung · glückliche Umstände · glücklicher Umstand · glücklicher Zufall · günstige Umstände  ●  (etwas) hätte nicht besser laufen können  variabel · Geschenk des Himmels  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • Segen
Synonymgruppe
Befugnis · ↗Berechtigung · ↗Bevollmächtigung · ↗Billigung · ↗Einwilligung · ↗Ermächtigung · ↗Genehmigung · ↗Lizenz · ↗Plazet · ↗Recht · ↗Zulassung  ●  ↗Erlaubnis  Hauptform · Segen  fig. · ↗Absegnung  ugs. · ↗Autorisation  geh. · ↗Autorisierung  geh. · ↗Konzession  fachspr. · ↗Okay  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allmächtige Fluch Glück Heil Menschheit Papst Pfarrgottesdienst Soldatenglück allerhöchst amtlich apostolisch behördlich dazugeben erbitten erflehen erteilen erweisen eucharistisch gereichen göttlich heil herabflehen himmlisch kirchlich priesterlich päpstlich richterlich ruhen spenden wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Segen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber es ist unüblich geworden, sich gegenseitig Segen zu wünschen.
Süddeutsche Zeitung, 22.01.2002
In der Gestalt eines Pfaus erscheint er einmal im Jahr und spendet ihnen seinen Segen.
Der Tagesspiegel, 17.08.2001
Das ist für die betroffenen Länder zunächst einmal ein Segen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 96
Sie erflehen damit den Segen Gottes für ein gutes Gelingen ihres Vorhabens.
Heine, Peter: Basmala. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 204
Der Segen wird für das Kind, das unter »rechter Zucht« aufwächst, nicht ausbleiben.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 27678
Zitationshilfe
„Segen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Segen>, abgerufen am 22.02.2019.

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