Seide, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Seide · Nominativ Plural: Seiden
Aussprache 
Worttrennung Sei-de
Mehrwortausdrücke  in Samt und Seide · mit Samt und Seide
eWDG

Bedeutungen

1.
aus dem Kokon der Seidenraupe hergestellter Faden
Beispiele:
mit Seide nähen, sticken
ihr Haar ist wie Seide
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
die beiden spinnen keine (gute) Seide (= verstehen sich nicht)
dabei ist keine Seide zu spinnen (= ist nichts zu gewinnen)
2.
Gewebe aus Seide (1)
Beispiele:
reine, matte, glänzende, bunte, gemusterte Seide
sie trug ein Kostüm aus kostbarer, gelber Seide
eine Krawatte aus schwerer Seide
der Mantel ist auf reine Seide, ganz auf Seide gearbeitet, mit Seide gefüttert
in Samt und Seide (= mit den teuersten, kostbarsten Sachen gekleidet)
Beispiel:
sie ging in Samt und Seide
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Seide · seiden · seidig
Seide f. ‘Gespinst der Seidenraupe, daraus hergestellte Stoffart’, ahd. sīda (um 1000), mhd. sīde ‘seidener Stoff, seidenes Gewand’, mnd. mnl. sīde, nl. zijde, aengl. sīde sind entlehnt aus lat. saeta, sēta ‘starkes Haar, Tierhaar, Borste’, dann (nach Einführung der Seidenraupenzucht in Europa im 6. Jh.) spätlat. (?), mlat. ‘Seide’ (verwandt mit Saite, s. d.). Die Entlehnung erfolgt am Niederrhein über eine roman. Form mit d aus t (vgl. mlat. sida) und mit Übergang von ē zu ī (wie bei Kreide, Speise, s. d.). seiden Adj. ‘aus Seide bestehend’, ahd. (um 1000), mhd. sīdīn. seidig Adj. ‘aus Seide’ (16. Jh.), danach (19. Jh.) auch ‘wie Seide glänzend, seidenartig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Seide [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Seide‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seide‹.

Verwendungsbeispiele für ›Seide‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Frau windet sich um einen Pfeiler, ein Mann umgarnt sie mit der Seide seiner hübschen Augen.
Der Tagesspiegel, 26.07.2002
Kein Moslem würde außerdem auf die Idee kommen, einen Toten in Seide zu wickeln.
Bild, 01.10.2001
Der süßliche Geruch von nackter Haut vermischte sich mit dem Geruch von alter Seide.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 118
Mit dieser Seide werden wir noch manchem das Leben erhalten!
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 31
Der Saal war von elliptischer Form, mit grüner Seide ausgeschlagen und selten benutzt.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 352
Zitationshilfe
„Seide“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seide>, abgerufen am 26.01.2022.

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