Seidelbast, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSei-del-bast (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

giftiger Strauch heimischer Gärten und Bergwälder mit hellpurpurnen, stark duftenden, vor den Blättern erscheinenden Blüten
Beispiel:
im Frühling blühen Leberblümchen und Seidelbast
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Seidelbast m. Der Name des im zeitigen Frühjahr blühenden Strauches ist in der heutigen Gestalt (seit 1551) eine Umformung von frühnhd. Zeidelbast, mhd. zīdelbast, dessen erstes Glied wegen des seidigen Glanzes von Blüten und Bastgewebe an ↗Seide (s. d.) angelehnt wird. Mhd. zīdelbast ist seinerseits eine Umbildung von voraufgehendem ahd. zigelinta (11. Jh.), vgl. auch (für die Frucht) zigelintberi (10. Jh.), indem das erste Kompositionsglied im Hinblick auf die früh blühende, daher auch früh Honig gebende Pflanze mit ahd. *zīdal ‘Honig’ (in ahd. zīdalweida ‘Ort, an dem Bienenwirtschaft getrieben wird’ und zīdalāri ‘Bienenzüchter’, s. ↗Zeidler) in Verbindung gebracht und das zweite Kompositionsglied ahd. -linta in der alten Bedeutung ‘Bast’ (s. ↗Linde) mit dessen Synonym ahd. mhd. bast wiedergegeben wird. Der erste Wortteil von ahd. zigelinta enthält entweder den Namen des Gottes ahd. Ziu (germ. *Tīwaz, s. ↗Dienstag) oder ist auf das (formal damit übereinstimmende) Appellativum germ. *tīwaz, älter *teiwaz (ie. *deiu̯os) ‘Gott’ zurückzuführen, so daß eine Deutung ‘Zius Bast’ oder ‘Götterbast’ möglich ist. Entsprechungen liegen vor in norw. ty(s)bast, schwed. tibast. Vgl. Marzell 2, 30 ff.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Christrose Duft Türkenbund blühen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seidelbast‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich erkenne den Seidelbast, und der freundliche Lehrer brummt mir ein Lob.
Die Zeit, 05.09.1986, Nr. 37
In das Loch für den Seidelbast gehört außer Sand auch noch etwas trockenes Laub und ein bisschen Torf.
Der Tagesspiegel, 15.06.2001
Daß auch der Seidelbast auf die Giftliste gehört, sollte den Gärtner nicht davon abhalten, ihn als Winterfreude zu pflegen.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 201
Er liebt Halbschatten und gehört zu hellgelben Kissenprimeln und Seidelbast.
Schacht, Wilhelm: Der Steingarten und seine Welt, Ludwigsburg: Ulmer 1953, S. 378
Überall wachsen Christrosen, Fingerhut, Seidelbast, Mohn, Rittersporn, Eisenhut und Goldregen.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 37
Zitationshilfe
„Seidelbast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seidelbast>, abgerufen am 15.11.2019.

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