Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Seife, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Seife · Nominativ Plural: Seifen
Aussprache  [ˈzaɪ̯fə]
Worttrennung Sei-fe
eWDG

Bedeutung

aus Alkalisalzen höherer Fettsäuren bestehender Stoff, der in fester, flüssiger oder pastenartiger Form besonders zur Körperpflege und für die Reinigung von Textilien verwendet wird
Beispiele:
Seife kochen, sieden
Seife schäumt, reinigt
mit Seife scheuern
sich [Dativ] die Hände mit Seife waschen
milde, duftende, parfümierte, wohlriechende Seife
ein Stück, eine Packung Seife
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Seife · seifen · abseifen · einseifen · Seifenblase · Seifensieder
Seife f. Die Bezeichnung für das Wasch- bzw. Reinigungsmittel lautet ahd. seifa (8. Jh.), mhd. seife, mnd. mnl. sēpe, nl. zeep, aengl. sāpe, engl. soap und (möglicherweise aus dem Aengl. entlehnt) anord. sāpa, schwed. såpa. Zieht man aengl. sāp ‘Harz, Bernstein’ heran, so kann von der Vorstellung einer zähen, tropfenden Masse ausgegangen und eine Verbindung zu ablautendem mhd. sīfen ‘tropfen, triefen, gleiten, rutschen’, mnd. mnl. sīpen, nl. sijpelen ‘tröpfeln, sickern’, aengl. sīpian ‘fallen, sich senken’ hergestellt werden. Vergleicht man ferner lat. sēbum ‘Talg’, toch. A sep-, sip- ‘salben’ und die unter Sieb (s. d.) genannten Formen, so ist ein Anschluß an ie. *sē(i)b-, *seib-, *seip- ‘ausgießen, seihen, rinnen, tröpfeln’, Erweiterung der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’, möglich. Seife (lat. sāpo m., aus dem Germ. entlehnt) besteht nach Plinius aus Talg, Asche und Pflanzensäften und dient zunächst, offenbar aus kultischen Gründen, zum Rotfärben der Haare vor dem Kampf. – seifen Vb. ‘mit Seife säubern’ (16. Jh.); abseifen Vb. ‘mit Seife und Wasser reinigen’ (in der Färbetechnik 18. Jh., allgemein 19. Jh.); einseifen Vb. ‘mit Seife einschmieren’ (19. Jh.); auch ‘übervorteilen, betrügen’ als volksetymologische Umbildung von rotw. beseibeln, besefeln, zu jidd. sewel ‘Mist, Kot, Dreck’. Seifenblase f. ‘Blase aus Seifenschaum’ (17. Jh.), übertragen für ‘Vergängliches, Trügerisches, ungenügend Durchdachtes’ (18. Jh.). Seifensieder m. ‘wer Seife herstellt’ (15. Jh.), eigentlich ‘kocht’ (s. sieden); zu den Obliegenheiten der Seifensieder gehört auch das Kerzenziehen, daher redensartlich aus der Studentensprache mir geht ein Seifensieder (‘ein Licht’) auf (Anfang 19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Seife‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seife‹.

Verwendungsbeispiele für ›Seife‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seife, die ins Ohr gelangt, muß man möglichst vollständig herausspülen. [o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 225]
Ein Beamter verließ den Raum, wohl um Seife zu holen. [Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 19]
Er geht nach Seife: mit seinem Leben geht es zu Ende. [Röhrich, Lutz: Seife, Seifenblase, Seifensieder. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 20805]
Sie wirken schonender als die bis in die sechziger Jahre verwendete Seife. [Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02]
Viele Hotels haben nur flüssige Seife, und die mag ich nicht. [Die Zeit, 24.10.2011, Nr. 43]
Zitationshilfe
„Seife“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seife#1>.

Weitere Informationen …

Seife, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Seife · Nominativ Plural: Seifen
Aussprache  [ˈzaɪ̯fə]
Worttrennung Sei-fe
Wortbildung  mit ›Seife‹ als Erstglied: Seifengebirge  ·  mit ›Seife‹ als Letztglied: Goldseife · Zinnseife  ·  mit ›Seife‹ als Grundform: seifen2
eWDG

Bedeutung

Geologie Anreicherung von schweren und schwerverwitternden Mineralien in Sandablagerungen und Geröllablagerungen
Beispiel:
Seifen sind in der Geologie Lagerstätten, in die durch Verwitterung Erze, Metallkörner und Edelsteine zusammengespült wurden [ Urania1955]

Typische Verbindungen zu ›Seife‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seife‹.

Verwendungsbeispiele für ›Seife‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seife, die ins Ohr gelangt, muß man möglichst vollständig herausspülen. [o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 225]
Ein Beamter verließ den Raum, wohl um Seife zu holen. [Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 19]
Er geht nach Seife: mit seinem Leben geht es zu Ende. [Röhrich, Lutz: Seife, Seifenblase, Seifensieder. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 20805]
Sie wirken schonender als die bis in die sechziger Jahre verwendete Seife. [Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02]
Viele Hotels haben nur flüssige Seife, und die mag ich nicht. [Die Zeit, 24.10.2011, Nr. 43]
Zitationshilfe
„Seife“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seife#2>.

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