Seim, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Seim(e)s · Nominativ Plural: Seime
Aussprache
Wortbildung mit ›Seim‹ als Grundform: ↗seimig
eWDG, 1976

Bedeutung

veraltet, dichterisch klebriger, süßer Saft, Honigseim
Beispiele:
die Früchte der derbblättrigen Buschpflanzen ... strotzten von Farbe und Seim [FusseneggerAntlitz26]
Da ... aus dem Schoß seiner Gegenwart alles Beginnen und Gedeihen quillt wie der Seim aus den Waben [Th. MannJoseph4,611]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sämig · seimig · Seim · Honigseim
sämig Adj. ‘dickflüssig’. Im 19. Jh. wird nd. sēmig ‘(von flüssigen Dingen) dick und aneinander hängend’ in die Literatursprache aufgenommen. Es handelt sich um die genaue lautliche Entsprechung von (heute unüblichem) nhd. seimig Adj. ‘dickflüssig’ (18. Jh., vgl. seimichte Brühe, um 1700), einer Ableitung von Seim m. ‘dickflüssiger Saft, Honig’, ahd. seim ‘Nektar, Honig (wie er aus der Wabe fließt)’ (9. Jh.; vgl. dazu die frühe, sich nicht fortsetzende Ableitung ahd. seimīg ‘wie Nektar, wie Honig’, 11. Jh.), mhd. seim, sein, asächs. mnd. sēm, mnl. seem, nl. zeem, anord. seimr, norw. (mundartlich) seima ‘Schleimschicht, zähe Flüssigkeit’ (germ. *seima-). Verwandt sind (mit m-Formans) kymr. hufen (aus *soimeno-) ‘Rahm’ und vielleicht auch griech. há͞ima (αἷμα) ‘(flüssiges) Blut’, (mit l-Formans) mir. silid ‘tropft, fließt, läßt fließen’, lit. séilė ‘Speichel, Geifer’, (älter, mit u̯-Formans) sývas ‘Saft’. Angesetzt werden kann eine Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’, zu der auch ↗Seife, ↗Sieb und ↗seihen (s. d.) gehören. Honigseim m. ‘ungeläuterter Honig’, mhd. honecseim, -sein.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An den Kidneybohnen klebt noch der Seim aus der Dose.
Die Zeit, 07.04.2004, Nr. 15
Der Seim wird auf fünf Jahre gewählt und vom Präsidenten zweimal im Jahr einberufen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1947]
Es gibt zwei Möglichkeiten, sich der Musik des norwegischen Saxofonisten Trygve Seim zu nähern.
Süddeutsche Zeitung, 24.09.2002
Marlene Seim, die die Runde ins Leben rief, kam vor sechs Jahren nach Berlin.
Der Tagesspiegel, 12.11.1999
Ebenfalls zum 1. Januar nächsten Jahres erwerbe Lambertz von Schöller die Rechte der Lebkuchenmarken "Haeberlein-Metzger" und "Seim".
Süddeutsche Zeitung, 19.12.1998
Zitationshilfe
„Seim“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seim>, abgerufen am 23.02.2019.

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