Sein, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Seins · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Ableitung vonsein3
Wortbildung mit ›Sein‹ als Erstglied: ↗Seinsfrage · ↗seinsmäßig
 ·  mit ›Sein‹ als Letztglied: ↗Angewiesensein · ↗Beisein · ↗Bewusstsein · ↗Dasein · ↗Deutschsein · ↗Eingebundensein · ↗Erwachsensein · ↗Nichtsein · ↗Personsein · ↗Subjektsein · ↗Vorhandensein · ↗Wohlsein
eWDG, 1976

Bedeutung

das Existieren, die Existenz
Beispiele:
das menschliche Sein (= Dasein, Leben)
Die Bewohnbarkeit eines Himmelskörpers ist eine Episode in seinem kosmischen Sein [Th. Mann11,303]
Schlaf ist eine Weise des Seins, wie auch das Wachen und Wirken eine Weise des Seins ist. Schlaf ist Leben [Tageszeitung1965]
Wordelmann war gerade auf dem Gipfel seines Seins angelangt [G. HermannWordelmann373]
Nach seiner Stofflichkeit unterscheidet es [das organische Leben] sich durch nichts von allem übrigen materiellen Sein [Th. Mann11,304]
Philosophie Kategorie in zahlreichen philosophischen Strömungen
Beispiel:
eine materialistische, idealistische Auslegung des Begriffs des Seins
selten, Marxismus das materiell Existierende, die Materie, die objektive Realität   als indifferent zur Grundfrage der Philosophie stehender Begriff ohne den Charakter einer Kategorie
Beispiele:
das gesellschaftliche Sein (= philosophische Kategorie)
Die Grundformen alles Seins sind Raum und Zeit, und ein Sein außer der Zeit ist ein ebenso großer Unsinn, wie ein Sein außerhalb des Raums [EngelsAnti-Dühring61]
Das Bewußtsein kann nie etwas andres sein als das bewußte Sein, und das Sein der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozeß [Marx-EngelsDt. Ideologie22]
die materiellen gesellschaftlichen Verhältnisse, Komplex der objektiven, unabhängig vom Bewusstsein existierenden Faktoren und Verhältnisse, in denen die Menschen handeln
Beispiele:
die Gesetze der Veränderung des gesellschaftlichen Seins
die Produktionsverhältnisse als wichtigster Bestandteil des gesellschaftlichen Seins
Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt [MarxPolit. Ökonomie13]
Die außerordentlich rasch zunehmende Konzentration der Produktion und des Kapitals unter den Bedingungen der wissenschaftlich-technischen Revolution hat ohne Zweifel auf das gesellschaftliche Sein der Arbeiterklasse und aller anderen Werktätigen ihre Auswirkungen [Banaschak-VorholzerMensch206]

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Existieren · ↗(das) Sein
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bewußtsein Daseins Denken Diskrepanz Erkennen Haben Langsamkeit Leichtigkeit Nicht-Sein Nichts Nichtsein Schein Seichtigkeit Sein Seinkönnen Sollen Tun Urgrund Werdens Wesen bestimmt eigentliche geistigen gesellschaftlichen göttlichen idealen irdischen menschlichen seelischen wahren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sein‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nichts wird produziert, alles scheint sich auf ein reines Sein zurückzuziehen.
Die Zeit, 24.10.2012, Nr. 42
Es sind Zeiten, da die Männer es vorziehen, sich ihr eigenes ideales Sein in kurzen Hosen vorzustellen.
Süddeutsche Zeitung, 07.10.1994
Erst seine Gründung im Sein stellt es dem Willen gegenüber.
Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 153
Es handelte sich immer darum ihnen den richtigen Platz im Reich biologischen Seins anzuweisen.
Goldstein, Kurt: Der Aufbau des Organismus, Den Haag: Nijhoff 1934, S. 338
Daß der Raum sich wesenhaft in einer Welt zeigt, entscheidet noch nicht über die Art seines Seins.
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 104
Zitationshilfe
„Sein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sein>, abgerufen am 18.11.2017.

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