Sekret, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Sekret(e)s · Nominativ Plural: Sekrete
Aussprache
WorttrennungSe-kret (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Sekret‹ als Letztglied: ↗Drüsensekret · ↗Vaginalsekret · ↗Wundsekret
eWDG, 1976

Bedeutung

besonders der von einer Drüse produzierte und abgesonderte Stoff, der im Organismus bestimmte biochemische Aufgaben erfüllt, Ausscheidung, Absonderung
Beispiele:
Magensaft, Speichel sind Sekrete
das Sekret einer Wunde
ein wässriges, zähflüssiges, eitriges, blutiges Sekret
die Nerze [besitzen] zwei Drüsen, aus denen sie im Zustand der Erregung ein übelriechendes Sekret absondern [Urania1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sekret · Sekret1 · Sekret2 · Sekretion · sekretieren · Sekretär · Sekretar · Sekretärin · Sekretariat
sekret Adj. ‘heimlich, geheim’ (14. Jh.; vgl. secreter Rath ‘Geheimrat’, 16. Jh.), entlehnt aus lat. sēcrētus Part.adj. ‘abgesondert, besonders, entlegen, abgeschieden’, auch ‘geheim’, zu lat. sēcernere (sēcrētum) ‘ab-, aussondern, ausscheiden, trennen’, lat. cernere ‘(unter)scheiden, sondern’. Substantiviert Sekret1 n. ‘Geheimsiegel’ (14. bis 18. Jh.), ‘Heimlichkeit, Geheimnis’ (16. bis 18. Jh.), ‘entlegener Ort, geheimes Gemach, Abtritt’ (15. bis Anfang 19. Jh.), nach lat. sēcrētum n. ‘Abgeschiedenheit, einsamer Ort, Heimlichkeit’, mlat. auch ‘Abtritt, Klosett, Geheimsiegel’. Lat. sēcrētum n. wird als substantiviertes Part. Perf. im Sinne von ‘das Abgesonderte, Ausgeschiedene’ ein zweites Mal entlehnt in die medizinische Wissenschaftssprache Sekret2 n. ‘Ausscheidung, Drüsenprodukt, -flüssigkeit’ (Mitte 19. Jh.), wohl in Anlehnung an Sekretion f. ‘Bildung und Absonderung von Substanzen durch Drüsen’, zuvor ‘Absonderung von Körpersäften, von Urin’, entlehnt (um 1700, zunächst mit lat. Flexion) in die Sprache der Medizin aus lat. sēcrētio (Genitiv sēcrētiōnis) ‘Absonderung, Trennung’ (ebenfalls gebildet zu lat. sēcernere). sekretieren Vb. ‘durch ein Siegel verschließen, geheimhalten ’ (15. Jh.), medizinisch ‘absondern, ausscheiden’ (19. Jh.). Sekretär m. ‘Mitarbeiter in Vertrauenstellung bei einer leitenden Persönlichkeit, leitender Funktionär einer Partei oder Organsation’, auch ‘Schreibschrank’. Spätlat. sēcrētārius ‘Verwaltungsbeauftragter und Schriftführer einer kirchlichen Institution, eines Konsistoriums’, mlat. ‘vertrauter Berater, (Geheim)schreiber’ wird im 15. Jh. in den Formen Secretarius, verkürzt Secretari, Plur. Secretarien, im Sinne von ‘vertraulicher Ratgeber, (Geheim)schreiber, Verwahrer des fürstlichen Geheimsiegels, Kanzlei-, Stadtschreiber’ ins Dt. übernommen. Es handelt sich (wie bei lat. sēcrētārium ‘geheimer, abgesonderter Ort’, spätlat. ‘Sakristei, Gerichtssitzungszimmer’) um eine Ableitung von lat. sēcrētus Part.adj. ‘abgesondert, besonders’ bzw. lat. sēcrētum n. ‘Abgeschiedenheit, einsamer Ort, Heimlichkeit’, mlat. auch ‘Abtritt, Klosett’ und ‘Geheimsiegel’ (s. oben). Die im 17. Jh. hinzutretende Bedeutung ‘Staats-, Regierungsbeamter’ wird von (ebenfalls auf lat. sēcrētārius beruhendem) frz. secrétaire übernommen. Auch die Schreibweise Secretair (17. Jh.), Sekretär (18. Jh.) wird unter frz. Einfluß im Dt. üblich. Aus dem Frz. stammt ferner der übertragene Gebrauch des Wortes für ‘(verschließbares) Schreibpult, Schreibschrank’ (Ende 18. Jh.). Sekretar m. ‘Geschäftsführer, Abteilungsleiter einer gelehrten Körperschaft’ (Ende 18. Jh.), spätlat. sēcrētārius (s.oben) folgend. Sekretärin f. ‘(kaufmännische) Angestellte für Schreib- und Büroarbeiten sowie Organisationsaufgaben’ (19. Jh.). Sekretariat n. ‘Geschäftsstelle mit organisatorischen und bürotechnischen Aufgaben und ihre Arbeitsräume’, entlehnt (17. Jh.) aus mlat. secretariatus ‘Amt und Würde eines Geheimschreibers’, wohl vermittelt durch mfrz. frz. secrétariat m. ‘Amt, Arbeitsraum eines Sekretärs’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausscheidung · ↗Körperausscheidung · Sekret
Unterbegriffe
Assoziationen
  • absondernd · ausscheidend  ●  ↗exkretorisch  fachspr., lat.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atemweg Bauchspeicheldrüse Blut Drüse Exkrement Exkrete Kot Schleim Speichel Speicheldrüse Wunde abfließen absondern eitrig ernähren fettig giftig injizieren klebrig leuchtend nahrhaft riechend schleimig stinkend süß zäh zähflüssig ätzend ölig übelriechend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sekret‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur Tempo garantiere, dank seiner Vernichtung nach Gebrauch, die vollständige Entsorgung der klebrigen Sekrete.
Die Zeit, 11.11.2004, Nr. 49
Als "Harze" bezeichnete man ursprünglich eine Gruppe natürlicher, speziell pflanzlicher Sekrete.
Scheiber, Johannes: Chemie und Technologie der künstlichen Harze, Stuttgart: Wissenschaftl. Verl.-Ges. 1943, S. 448
So wird also auch hier wohl das Haften durch das Sekret befördert.
Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 216
Auch in "Bounce" fließen die Sekrete, aber vornehmlich aus der Tränendrüse.
Der Tagesspiegel, 01.02.2001
Genüßlich ließ sie ihr Sekret direkt in mein Gesicht tropfen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 265
Zitationshilfe
„Sekret“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sekret>, abgerufen am 14.12.2019.

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