Sekretärin, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sekretärin · Nominativ Plural: Sekretärinnen
Aussprache
WorttrennungSe-kre-tä-rin (computergeneriert)
HerkunftLatein
WortzerlegungSekretär1-in
Wortbildung mit ›Sekretärin‹ als Letztglied: ↗Arztsekretärin · ↗Chefsekretärin · ↗Direktionssekretärin · ↗Generalsekretärin · ↗Kabinettsekretärin · ↗Privatsekretärin · ↗Schulsekretärin · ↗Stenosekretärin · ↗Zugsekretärin · ↗Zweitsekretärin
eWDG, 1976

Bedeutung

Angestellte, die neben den Arbeiten einer Stenotypistin auch technisch-organisatorische Aufgaben hat
Beispiele:
die Sekretärin des Direktors
sie arbeitet als Sekretärin, will Sekretärin werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sekret · Sekret1 · Sekret2 · Sekretion · sekretieren · Sekretär · Sekretar · Sekretärin · Sekretariat
sekret Adj. ‘heimlich, geheim’ (14. Jh.; vgl. secreter Rath ‘Geheimrat’, 16. Jh.), entlehnt aus lat. sēcrētus Part.adj. ‘abgesondert, besonders, entlegen, abgeschieden’, auch ‘geheim’, zu lat. sēcernere (sēcrētum) ‘ab-, aussondern, ausscheiden, trennen’, lat. cernere ‘(unter)scheiden, sondern’. Substantiviert Sekret1 n. ‘Geheimsiegel’ (14. bis 18. Jh.), ‘Heimlichkeit, Geheimnis’ (16. bis 18. Jh.), ‘entlegener Ort, geheimes Gemach, Abtritt’ (15. bis Anfang 19. Jh.), nach lat. sēcrētum n. ‘Abgeschiedenheit, einsamer Ort, Heimlichkeit’, mlat. auch ‘Abtritt, Klosett, Geheimsiegel’. Lat. sēcrētum n. wird als substantiviertes Part. Perf. im Sinne von ‘das Abgesonderte, Ausgeschiedene’ ein zweites Mal entlehnt in die medizinische Wissenschaftssprache Sekret2 n. ‘Ausscheidung, Drüsenprodukt, -flüssigkeit’ (Mitte 19. Jh.), wohl in Anlehnung an Sekretion f. ‘Bildung und Absonderung von Substanzen durch Drüsen’, zuvor ‘Absonderung von Körpersäften, von Urin’, entlehnt (um 1700, zunächst mit lat. Flexion) in die Sprache der Medizin aus lat. sēcrētio (Genitiv sēcrētiōnis) ‘Absonderung, Trennung’ (ebenfalls gebildet zu lat. sēcernere). sekretieren Vb. ‘durch ein Siegel verschließen, geheimhalten ’ (15. Jh.), medizinisch ‘absondern, ausscheiden’ (19. Jh.). Sekretär m. ‘Mitarbeiter in Vertrauenstellung bei einer leitenden Persönlichkeit, leitender Funktionär einer Partei oder Organsation’, auch ‘Schreibschrank’. Spätlat. sēcrētārius ‘Verwaltungsbeauftragter und Schriftführer einer kirchlichen Institution, eines Konsistoriums’, mlat. ‘vertrauter Berater, (Geheim)schreiber’ wird im 15. Jh. in den Formen Secretarius, verkürzt Secretari, Plur. Secretarien, im Sinne von ‘vertraulicher Ratgeber, (Geheim)schreiber, Verwahrer des fürstlichen Geheimsiegels, Kanzlei-, Stadtschreiber’ ins Dt. übernommen. Es handelt sich (wie bei lat. sēcrētārium ‘geheimer, abgesonderter Ort’, spätlat. ‘Sakristei, Gerichtssitzungszimmer’) um eine Ableitung von lat. sēcrētus Part.adj. ‘abgesondert, besonders’ bzw. lat. sēcrētum n. ‘Abgeschiedenheit, einsamer Ort, Heimlichkeit’, mlat. auch ‘Abtritt, Klosett’ und ‘Geheimsiegel’ (s. oben). Die im 17. Jh. hinzutretende Bedeutung ‘Staats-, Regierungsbeamter’ wird von (ebenfalls auf lat. sēcrētārius beruhendem) frz. secrétaire übernommen. Auch die Schreibweise Secretair (17. Jh.), Sekretär (18. Jh.) wird unter frz. Einfluß im Dt. üblich. Aus dem Frz. stammt ferner der übertragene Gebrauch des Wortes für ‘(verschließbares) Schreibpult, Schreibschrank’ (Ende 18. Jh.). Sekretar m. ‘Geschäftsführer, Abteilungsleiter einer gelehrten Körperschaft’ (Ende 18. Jh.), spätlat. sēcrētārius (s.oben) folgend. Sekretärin f. ‘(kaufmännische) Angestellte für Schreib- und Büroarbeiten sowie Organisationsaufgaben’ (19. Jh.). Sekretariat n. ‘Geschäftsstelle mit organisatorischen und bürotechnischen Aufgaben und ihre Arbeitsräume’, entlehnt (17. Jh.) aus mlat. secretariatus ‘Amt und Würde eines Geheimschreibers’, wohl vermittelt durch mfrz. frz. secrétariat m. ‘Amt, Arbeitsraum eines Sekretärs’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bürokraft · ↗Schreibkraft · Sekretärin · ↗Vorzimmerdame  ●  ↗Tippse  derb · Vorzimmerdrachen  derb
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Assistent Assistentin Buchhalter Büro Büroleiter Chauffeur Dienstwagen Geliebte Hausmeister Hilfskraft Krankenschwester Praktikant Putzfrau Referent Sachbearbeiter Sachbearbeiterin Schreibkraft Schreibtisch Stenotypistin Verkäuferin Vertrauter Vorzimmer abtippen blond diktieren gelernt hübsch langjährig tippen tüchtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sekretärin‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte seiner Sekretärin mitgeteilt, daß er für den Rest des Jahres verreisen müsse, mit unbekanntem Ziel.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 625
Beide Male handelte es sich lediglich um Sekretärinnen in keineswegs entscheidenden Positionen.
Die Welt, 22.11.2000
Mehr aber fällt ihr, der ehemaligen Sekretärin, zur Kunst auch nicht ein.
Der Tagesspiegel, 04.06.2000
Niemand hatte ihn in seinem Büro besucht außer der Sekretärin.
Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 17
Die einzige anwesende Sekretärin wußte auch nicht, ob ich aufgestellt sei.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1951. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1951], S. 116
Zitationshilfe
„Sekretärin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sekretärin>, abgerufen am 15.10.2019.

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