Sekretion, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sekretion · Nominativ Plural: Sekretionen
Aussprache 
Worttrennung Se-kre-ti-on
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Sekretion‹ als Letztglied: ↗Magensaftsekretion · ↗Nasensekretion · ↗Schweißsekretion · ↗Speichelsekretion
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
das Produzieren und Absondern von Sekret durch eine Drüse
Beispiele:
die Sekretion einer Drüse anregen, hemmen, unterdrücken
auch im nüchternen Magen findet eine Sekretion statt
die Schilddrüse ist eine Drüse mit innerer Sekretion (= mit Absonderung des Sekrets in die Blut- oder Lymphgefäße)
Schweißdrüsen sind Drüsen mit äußerer Sekretion (= mit Absonderung des Sekrets an die Oberfläche der Haut)
2.
Geologie Ausfüllung eines Hohlraums in Gestein durch von außen nach innen wachsende mineralische Stoffe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sekret · Sekret1 · Sekret2 · Sekretion · sekretieren · Sekretär · Sekretar · Sekretärin · Sekretariat
sekret Adj. ‘heimlich, geheim’ (14. Jh.; vgl. secreter Rath ‘Geheimrat’, 16. Jh.), entlehnt aus lat. sēcrētus Part.adj. ‘abgesondert, besonders, entlegen, abgeschieden’, auch ‘geheim’, zu lat. sēcernere (sēcrētum) ‘ab-, aussondern, ausscheiden, trennen’, lat. cernere ‘(unter)scheiden, sondern’. Substantiviert Sekret1 n. ‘Geheimsiegel’ (14. bis 18. Jh.), ‘Heimlichkeit, Geheimnis’ (16. bis 18. Jh.), ‘entlegener Ort, geheimes Gemach, Abtritt’ (15. bis Anfang 19. Jh.), nach lat. sēcrētum n. ‘Abgeschiedenheit, einsamer Ort, Heimlichkeit’, mlat. auch ‘Abtritt, Klosett, Geheimsiegel’. Lat. sēcrētum n. wird als substantiviertes Part. Perf. im Sinne von ‘das Abgesonderte, Ausgeschiedene’ ein zweites Mal entlehnt in die medizinische Wissenschaftssprache Sekret2 n. ‘Ausscheidung, Drüsenprodukt, -flüssigkeit’ (Mitte 19. Jh.), wohl in Anlehnung an Sekretion f. ‘Bildung und Absonderung von Substanzen durch Drüsen’, zuvor ‘Absonderung von Körpersäften, von Urin’, entlehnt (um 1700, zunächst mit lat. Flexion) in die Sprache der Medizin aus lat. sēcrētio (Genitiv sēcrētiōnis) ‘Absonderung, Trennung’ (ebenfalls gebildet zu lat. sēcernere). sekretieren Vb. ‘durch ein Siegel verschließen, geheimhalten ’ (15. Jh.), medizinisch ‘absondern, ausscheiden’ (19. Jh.). Sekretär m. ‘Mitarbeiter in Vertrauenstellung bei einer leitenden Persönlichkeit, leitender Funktionär einer Partei oder Organsation’, auch ‘Schreibschrank’. Spätlat. sēcrētārius ‘Verwaltungsbeauftragter und Schriftführer einer kirchlichen Institution, eines Konsistoriums’, mlat. ‘vertrauter Berater, (Geheim)schreiber’ wird im 15. Jh. in den Formen Secretarius, verkürzt Secretari, Plur. Secretarien, im Sinne von ‘vertraulicher Ratgeber, (Geheim)schreiber, Verwahrer des fürstlichen Geheimsiegels, Kanzlei-, Stadtschreiber’ ins Dt. übernommen. Es handelt sich (wie bei lat. sēcrētārium ‘geheimer, abgesonderter Ort’, spätlat. ‘Sakristei, Gerichtssitzungszimmer’) um eine Ableitung von lat. sēcrētus Part.adj. ‘abgesondert, besonders’ bzw. lat. sēcrētum n. ‘Abgeschiedenheit, einsamer Ort, Heimlichkeit’, mlat. auch ‘Abtritt, Klosett’ und ‘Geheimsiegel’ (s. oben). Die im 17. Jh. hinzutretende Bedeutung ‘Staats-, Regierungsbeamter’ wird von (ebenfalls auf lat. sēcrētārius beruhendem) frz. secrétaire übernommen. Auch die Schreibweise Secretair (17. Jh.), Sekretär (18. Jh.) wird unter frz. Einfluß im Dt. üblich. Aus dem Frz. stammt ferner der übertragene Gebrauch des Wortes für ‘(verschließbares) Schreibpult, Schreibschrank’ (Ende 18. Jh.). Sekretar m. ‘Geschäftsführer, Abteilungsleiter einer gelehrten Körperschaft’ (Ende 18. Jh.), spätlat. sēcrētārius (s.oben) folgend. Sekretärin f. ‘(kaufmännische) Angestellte für Schreib- und Büroarbeiten sowie Organisationsaufgaben’ (19. Jh.). Sekretariat n. ‘Geschäftsstelle mit organisatorischen und bürotechnischen Aufgaben und ihre Arbeitsräume’, entlehnt (17. Jh.) aus mlat. secretariatus ‘Amt und Würde eines Geheimschreibers’, wohl vermittelt durch mfrz. frz. secrétariat m. ‘Amt, Arbeitsraum eines Sekretärs’ (16. Jh.).

Thesaurus

Biologie, Medizin
Synonymgruppe
Absonderung · ↗Ausdünstung · ↗Ausscheidung · ↗Auswurf  ●  Sekretion  fachspr. · Sezernierung  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen
Politik
Synonymgruppe
Ablösung · ↗Absonderung · ↗Abspaltung (von einem Staat) · ↗Loslösung · Sekretion · ↗Sezession · ↗Trennung
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Sekretion‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sekretion‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sekretion‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von ihnen sind wieder die Sekrete der Drüsen mit innerer Sekretion wenigstens bis zu einem gewissen Grade, abhängig.
Forschungen und Fortschritte. Nachrichtenblatt der deutschen Wissenschaft und Technik, 1939, Nr. 20/21, Bd. 15
Natürlich wird auch die innere Sekretion, der Hormonbetrieb, durch das Fasten verändert.
Buchinger, Otto: Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg, Stuttgart: Hippokrates-Verl. 1982 [1935], S. 30
Andere unterdrücken die Sekretion der Säure aus den Drüsen des Magens.
Süddeutsche Zeitung, 18.05.1995
Helles Licht hemmt auch beim Menschen die Sekretion von Melatonin.
Die Zeit, 26.01.1987, Nr. 04
Dort erfolgt die Sekretion in Blutgefäße oder in den Extrazellularraum.
Hanke, W.: Neurohormonelle Systeme der Vertebraten. In: Dudel, Josef u. a. (Hgg.) Neurowissenschaft, Berlin: Springer 1996, S. 252
Zitationshilfe
„Sekretion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sekretion>, abgerufen am 28.05.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
sekretieren
Sekretärin
Sekretarie
Sekretariat
Sekretar
Sekretolytikum
Sekretomotorikum
sekretorisch
Sekt
Sektbowle