Sekte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sekte · Nominativ Plural: Sekten
Aussprache 
Worttrennung Sek-te
Wortbildung  mit ›Sekte‹ als Erstglied: Sektenbeauftragte · Sektenbruder · Sektenführer · Sektenmitglied
 ·  mit ›Sekte‹ als Letztglied: Politsekte
Herkunft aus sectaspätlat ‘religiöse Sekte’ < sectalat ‘befolgte Grundsätze, Denkweise, Richtlinie, Partei, philosophische Schule’ < sequīlat ‘folgen’
eWDG

Bedeutungen

1.
eine selbstständige religiöse Gemeinschaft bildende, meist kleinere Gruppe von Menschen, die sich von der Glaubenslehre einer Kirche abgekapselt hat
Beispiele:
einer religiösen Sekte angehören
sie schlossen sich zu einer christlichen Sekte zusammen
er ist der Leiter einer strengen Sekte, die schon hier auf Erden sich nur der Reue und Buße widmet [ FalladaWolf2,559]
2.
veraltend kleinere Gruppe von Menschen
a)
die von den weltanschaulichen Grundsätzen der Partei, der sie angehört, abweicht
b)
die eine selbstständige politische, aber unbedeutende Gruppierung bildet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sekte · Sektierer · sektisch · sektier(er)isch
Sekte f. ‘religiöse Gruppe, die sich von einer größeren Glaubensgemeinschaft abgespalten hat’, mhd. secte, entlehnt aus lat. secta ‘befolgte Grundsätze, Denkweise, Richtlinie, Partei, philosophische Schule’, spätlat. auch ‘religiöse Sekte’; zu lat. sequī (secūtus sum, für älteres *sectus sum) ‘folgen’. In kirchensprachlichem Gebrauch bezeichnet Sekte eine von der offiziellen Kirchenlehre sich absondernde Lehre und Gemeinschaft, ‘Häresie, Ketzerei’; es steht seit der 2. Hälfte des 16. Jhs. auch für sich absondernde philosophische Schulen. Sektierer m. ‘Anhänger einer Sekte, einer Irrlehre’ (16. Jh.), mlat. sectarius ‘Zwietrachtstifter, Ketzer’. sektisch Adj. ‘ketzerisch’, spätmhd. sectisch; heute dafür sektier(er)isch Adj. sectirisch (16. Jh.).

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
neue religiöse Bewegungen  ●  Sekte  negativ · religiöse Bewegungen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Sekte‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sekte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sekte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Vergleich mit einer Sekte liegt nahe, er fällt auch mehrfach.
Die Welt, 29.04.2006
Dafür sind wie heute mehr eine Sekte und kuscheliger geworden.
Der Tagesspiegel, 11.04.2000
Das hatte nicht jeder, damit war man Teil einer elitären Sekte, und das war gut so.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 242
Er engagierte sich für eine vom lieben Gott ausschließlich patentierte christliche Sekte.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1314
Daß sie tatsächlich dazu führten, sah man an den kommunistischen Sekten.
Pöhlmann, Robert von: Geschichte der sozialen Frage und des Sozialismus in der antiken Welt - Zweites Buch. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 14988
Zitationshilfe
„Sekte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sekte>, abgerufen am 17.09.2021.

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