Seltsamkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungSelt-sam-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungseltsam-keit
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
seltsame Art; seltsamer Zug
b)
seltsame Erscheinung, seltsamer Vorgang
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

seltsam · Seltsamkeit
seltsam Adj. ‘eigenartig, sonderbar, merkwürdig, befremdlich’, ahd. seltsāni ‘wunderbar, kostbar, ungewöhnlich, fremd, selten’ (9. Jh.), mhd. seltsæne, seltsān, -sām ‘wunderbar, fremdartig, unbekannt, selten’, mnd. selsen(e), mnl. seltsam, selsam, nl. zeldzaam. Das erste Glied des Adjektivs bildet der in ↗selten (s. d.) enthaltene Wortstamm germ. *selda-; das zweite Glied ahd. -sāni (vgl. ahd. unsāni ‘ungepflegt, ungestalt’) ist ein Verbaladjektiv germ. *se(g)wni- ‘sichtbar’, abgeleitet mit grammatischem Wechsel von dem unter ↗sehen (s. d.) behandelten Verb, zu dem auch (ablautend) mnd. sǖne ‘ersichtlich, deutlich’, mnl. siene ‘ansehnlich’, aengl. (ge)sīene ‘sichtbar’, seldsīene ‘selten, ungewöhnlich’, anord. sȳnn ‘sichtbar’ sowie mhd. siune, sūne ‘das Sehen, Gesicht’, asächs. siun ‘Auge, Gesicht’, ansiuni ‘Angesicht’, aengl. ansīen ‘Anblick, Gestalt, Erscheinung’ gehören. Als Ausgangsbedeutung ist daher ‘selten zu sehen’ anzusetzen mit Weiterentwicklung zu ‘ungewöhnlich, merkwürdig, befremdlich’. Die heute gültige, auf -m auslautende Form ist angeglichen an Bildungen wie arbeitsam, heilsam (s. ↗-sam); sie begegnet zuerst im 14. Jh. und wird zu Anfang des 18. Jhs. alleinherrschend. Seltsamkeit f. ‘Seltenheit’ (15. Jh.), ‘Sonderbarkeit’ (16. Jh.), ‘Köstlichkeit’ (17. Jh.); vgl. ahd. seltsāni n. (9. Jh.), seltsānī f. (um 1000), mhd. seltsæne ‘Seltsamkeit, Seltenheit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Seltsamkeit · ↗Wunderlichkeit
Synonymgruppe
Kuriosität · ↗Merkwürdigkeit · Seltsamkeit · ↗Skurrilität · ↗Sonderbarkeit
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Figur Widerspruch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seltsamkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch das ist eine der Überraschungen dieser an Seltsamkeiten reichen Wahl.
Die Zeit, 29.06.1962, Nr. 26
Entsetzt sah er ins Leere und grübelte tief über diese Seltsamkeit nach.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 03.03.1915
Von der Seltsamkeit dieser Annäherung hätte man gerne mehr erfahren.
Die Welt, 02.08.2005
Dieses Terzett drückt die Seltsamkeit der äußeren Umstände ebenso vollendet aus wie die innere Verfassung der drei Beteiligten.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 293
Unten im Saale wühlte er, während Matkowsky mit einer Fackel leuchtete, unter einem Haufen von Korallen, Erzstücken, Wurzeln und anderen Seltsamkeiten.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 37
Zitationshilfe
„Seltsamkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Seltsamkeit>, abgerufen am 22.10.2019.

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