Semantik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Semantik · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSe-man-tik (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
formal verwandt mitsemantisch
Wortbildung mit ›Semantik‹ als Erstglied: ↗Semantiker  ·  mit ›Semantik‹ als Letztglied: ↗Zoosemantik  ·  mit ›Semantik‹ als Grundform: ↗semantisch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Sprachwissenschaft Semasiologie
2.
Wissenschaft Teilgebiet der Semiotik, das die allgemeinen Beziehungen zwischen Zeichen und Bedeutetem oder Zeichen und Bezeichnetem zum Gegenstand hat
Beispiel:
die logische Semantik
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Semantik · semantisch · Semasiologie · semasiologisch · Sem
Semantik f. ‘Lehre von den Wortbedeutungen’, dann auch ‘Bedeutung eines Wortes’, Entlehnung (Ende 19. Jh.) des von M. Bréal (1883) geprägten sprachwissenschaftlichen Terminus frz. sémantique, nach griech. sēmantikós (σημαντικός) ‘zu einem Zeichen gehörig, bezeichnend, deutlich’; zu griech. sēmá͞inein (σημαίνειν) ‘durch ein Zeichen kenntlich machen, bezeichnen’, sḗma (σῆμα) ‘Zeichen, Schriftzeichen’. Dazu semantisch Adj. ‘die Bedeutung betreffend’ (20. Jh.). Zuvor ist bereits durch K. Reisig (1839) der Ausdruck Semasiologie f. für die ‘Lehre von den Wortbedeutungen’ eingeführt worden, der heute vorzugsweise gebraucht wird, wenn von deren Beziehungen untereinander und ihren historischen Veränderungen die Rede ist; vgl. griech. sēmasía (σημασία) ‘das Bezeichnen, Bezeichnung’ und s. ↗-logie. Dazu semasiologisch Adj. (20. Jh.). Unter Rückgriff auf die vorgenannten Bezeichnungen übernimmt die Sprachwissenschaft (20. Jh.) den Begriff Sem n. für den kleinsten Bestandteil der Bedeutung eines Wortes, nach griech. sḗma ‘Zeichen’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aussage · ↗Bedeutung · ↗Sinn · ↗Sinngehalt  ●  Semantik  fachspr.
Unterbegriffe
  • Ganzes-zum-Teil-Beziehung · Holonymie
  • Meronymie · Teil-zum-Ganzen-Beziehung
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Bedeutungslehre  ●  Semantik  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Kohyperonym · Synhyperonym
  • Bedeutungsbestandteil · Sem
  • gleichrangiger Mengenteil  ●  Inkonym  griechisch · Synhyponym  griechisch · ↗Kohyponym  fachspr., griechisch
  • Lexem · abstrahierte Bedeutungseinheit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyse Begriff Etymologie Gesellschaftsstruktur Grammatik Logik Pragmatik Rhetorik Semantik Sprache Studium Syntax Theorie Tierreich Transformation Ursprung Zeitbegriff alteuropäisch bloß definieren eigenwillig formal historisch inferentiell intentional kulturell musikalisch religiös tierisch Überlegung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Semantik‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus welcher Semantik geht der Gebrauch des ungebräuchlichen Wortes hervor?
Die Zeit, 07.04.2003, Nr. 14
Vertilgen meinte hier, der rohen Semantik der Zeit entsprechend, die Orden zu verbieten.
Süddeutsche Zeitung, 19.04.1997
Daher haben die Konservativen oft ein klares Bewußtsein von »Semantik«.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 349
Und mit ihm entspringt, wenn man so will, die Semantik.
Bühler, Karl: Die Krise der Psychologie, Jena: G. Fischer 1929 [1927], S. 33
Während wir für die formale Beschreibung der Syntax das Instrument der Grammatiken haben, fehlt uns ein solches Instrument für die formale Beschreibung der Semantik.
Rechenberg, Peter: Was ist Informatik?, München: Hanser 1994 [1991], S. 176
Zitationshilfe
„Semantik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Semantik>, abgerufen am 22.10.2019.

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