Semikolon, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Semikolons · Nominativ Plural: Semikolons/Semikola
Aussprache
WorttrennungSe-mi-ko-lon
HerkunftLatein + Griechisch
eWDG, 1976

Bedeutung

Satzzeichen, das keinen starken Einschnitt zwischen zwei selbständigen Sätzen kennzeichnet
Beispiel:
das Semikolon trennt schärfer als das Komma, aber weniger scharf als der Punkt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

semi- · Semikolon · Semifinale
semi- Bestimmungswort in gelehrten Zusammensetzungen mit der Bedeutung ‘halb’. Zugrunde liegt lat. sēmis ‘halb’, das bereits im Lat. viele Adjektiv- und Substantivkomposita bildet, vgl. lat. sēmiamictus ‘halbnackt’, sēmiclausus ‘halbverschlossen’, sēmidiēs ‘halber Tag’, sēmifūnium ‘Halbseil’, sēmivōcālis ‘tönend, aber nicht sprechend’, substantiviert sēmivōcālēs Plur. ‘den Vokalen nahestehende Laute, Liquiden und Spiranten’, aber auch ‘Halbvokale’, im 16. Jh. in dt. Grammatiken übernommen als zusammenfassende Bezeichnung für Liquiden und Spiranten, auch eingedeutscht semiuocalen (um 1600), Semivokal ‘Halbvokal’ (19. Jh.). Nach derartigen Mustern entstehen in der dt. Wissenschaftssprache Fachwörter wie semiadhärent ‘nur zur Hälfte anhängend’, semibarbarisch ‘halbbarbarisch’, semihumid ‘halbfeucht’ (Klima), Semiphosphat durch unvollständigen Aufschluß mit Schwefelsäure aus Rohphosphaten gewonnenes Phosphordüngemittel (20. Jh.). In die Allgemeinsprache sind eingegangen Semikolon n. stärker als ein Komma gliederndes Satzzeichen, ‘Strichpunkt’, Ende 15. Jh. von A. Manutius eingeführt, von Schottel (1663) mit Strichpünctlein übersetzt. Zu lat. cōlon, griech. kṓlon (κῶλον) ‘Abschnitt einer (Satz)periode’, eigentlich ‘Glied eines Tieres oder eines Menschen, besonders Bein’; vgl. nhd. Kolon ‘Doppelpunkt’, anfangs Colon (16. Jh.). Semifinale n. Sportsprache ‘Halbfinale’, Spielrunde, bei der aus einer Vierergruppe die zwei Teilnehmer an der Endrunde (s. ↗Finale) ermittelt werden (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Semikolon · ↗Strichpunkt
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Semikola · Semikolons · Strichpunkte

Typische Verbindungen
computergeneriert

Doppelpunkt Gebrauch Komma abschließend trennen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Semikolon‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ohne Semikolon am Ende eines Statements kommt man schließlich auch in Java nicht weiter.
C't, 1996, Nr. 7
Bloß weil man hin und wieder ein Semikolon verwendet, ist man doch noch lange kein Theoretiker.
Die Zeit, 06.10.2005, Nr. 41
Sie handhabt nicht nur meisterhaft das Semikolon, ahmt gekonnt die asyndetischen Reihungen Stendhals nach.
Die Welt, 19.06.2004
Was aber will er uns mit dem Hautgout der »Rasse« sagen, mit dem Semikolon und dem »immerhin«?
konkret, 1998
Von ihnen ist am wichtigsten die Zäsur, die in moderner Schreibweise entweder durch das Semikolon oder den Doppelpunkt angedeutet wird.
Finscher, Ludwig u. a.: Psalm. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 42750
Zitationshilfe
„Semikolon“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Semikolon>, abgerufen am 15.11.2019.

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