Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Semmel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Semmel · Nominativ Plural: Semmeln
Aussprache  [ˈzɛml̩]
Worttrennung Sem-mel
Wortbildung  mit ›Semmel‹ als Erstglied: Semmelbrocken · Semmelbrösel · Semmelkloß · Semmelknödel · Semmelmehl · Semmelteig · Semmelwürfel · semmelblond
 ·  mit ›Semmel‹ als Letztglied: Eiersemmel · Kaisersemmel · Kuchensemmel · Käsesemmel · Milchsemmel · Mohnsemmel · Roggensemmel · Schinkensemmel · Wurstsemmel
eWDG

Bedeutung

landschaftlich Brötchen
Beispiele:
frische, knusprige, warme, weiche Semmeln
eine harte, zähe, altbackene, trockene Semmel
geriebene Semmeln
Semmeln backen
eine Semmel aufschneiden, streichen, mit Butter bestreichen, schmieren, mit Wurst, Schinken, Käse belegen
zum Frühstück isst er zwei Semmeln mit Marmelade
eine Semmel in Milch aufweichen
umgangssprachlichdie Ware ging weg wie warme Semmeln (= wurde schnell verkauft)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Semmel f. aus feinem Weizenmehl gebackenes kleines Weißbrot, ‘Brötchen’, ahd. simula (8. Jh.), semala (um 800), simila (9. Jh.) ‘feinstes Weizenmehl’, auch ‘Gerstengraupen’, mhd. semel(e), simel(e) ‘feinstes Weizenmehl, Weizenbrot, Brötchen, Hostie’, mnd. sēmel(e), semmel(e), mnl. sēmele, nl. (Plur.) zemelen sind entlehnt aus lat. simila ‘feinstes Weizenmehl’, mlat. (seit karolingischer Zeit, im Capitulare de Villis 794) auch auf Weizengebäck übertragen im Sinne von ‘Brötchen’. Die lat. Bezeichnung stammt wie griech. semídālis (σεμίδαλις) ‘feinstes Weizenmehl, Feinmehl’ aus oriental. Sprachen, vgl. syr. səmīdā, assyr. samīdu ‘feines Mehl’.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Brötchen  Hauptform · Rundstück  hamburgisch · Schrippe  berlinerisch · Semmel  österr., bayr. · Weckerl  österr., süddt. · Weckle  schwäbisch · Weggli  schweiz.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Semmel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Semmel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Semmel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann wurde das Kind gebadet und die Alte verschwand mit der Semmel in einem Sack. [Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 21]
Und die gingen auf der Stelle weg wie warme Semmeln. [Die Zeit, 05.12.1997, Nr. 50]
Er verspeiste sein Schnitzel am liebsten »to go« in der Semmel. [Die Zeit, 25.02.2013, Nr. 08]
Bei uns geht es heute weg wie die warmen Semmeln. [Die Zeit, 02.12.1966, Nr. 49]
Denn dieses Buch wird sich verkaufen wie die warmen Semmeln. [Die Zeit, 09.04.1965, Nr. 15]
Zitationshilfe
„Semmel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Semmel>.

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