Semmel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Semmel · Nominativ Plural: Semmeln
Aussprache 
Worttrennung Sem-mel
Wortbildung  mit ›Semmel‹ als Erstglied: ↗Semmelbrösel · ↗Semmelkloß · ↗Semmelknödel · ↗Semmelmehl · ↗semmelblond
 ·  mit ›Semmel‹ als Letztglied: ↗Eiersemmel · ↗Kaisersemmel · ↗Kuchensemmel · ↗Käsesemmel · ↗Milchsemmel · ↗Mohnsemmel · ↗Schinkensemmel · ↗Wurstsemmel
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich Brötchen
Beispiele:
frische, knusprige, warme, weiche Semmeln
eine harte, zähe, altbackene, trockene Semmel
geriebene Semmeln
Semmeln backen
eine Semmel aufschneiden, streichen, mit Butter bestreichen, schmieren, mit Wurst, Schinken, Käse belegen
zum Frühstück isst er zwei Semmeln mit Marmelade
eine Semmel in Milch aufweichen
saloppdie Ware ging weg wie warme Semmeln (= wurde schnell verkauft)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Semmel f. aus feinem Weizenmehl gebackenes kleines Weißbrot, ‘Brötchen’, ahd. simula (8. Jh.), semala (um 800), simila (9. Jh.) ‘feinstes Weizenmehl’, auch ‘Gerstengraupen’, mhd. semel(e), simel(e) ‘feinstes Weizenmehl, Weizenbrot, Brötchen, Hostie’, mnd. sēmel(e), semmel(e), mnl. sēmele, nl. (Plur.) zemelen sind entlehnt aus lat. simila ‘feinstes Weizenmehl’, mlat. (seit karolingischer Zeit, im Capitulare de Villis 794) auch auf Weizengebäck übertragen im Sinne von ‘Brötchen’. Die lat. Bezeichnung stammt wie griech. semídālis (σεμίδαλις) ‘feinstes Weizenmehl, Feinmehl’ aus oriental. Sprachen, vgl. syr. səmīdā, assyr. samīdu ‘feines Mehl’.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Brötchen · ↗Rundstück (hamburg.) · Semmel  ●  ↗Schrippe  berlinerisch · Weckerl  österr., süddt. · ↗Weggli  schweiz.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Kaiserbrötchen · Kaiserweck · Kaiserwecken  ●  ↗Kaisersemmel  österr., bair.
  • Lemgoer Strohsemmel · Lippische Strohsemmel
  • Bun  engl.
Assoziationen
  • Backhaus · ↗Backstube · ↗Bäckerei
  • Konfitüre · ↗Marmelade  ●  ↗Fruchtaufstrich  fachspr. · Gsälz  ugs., schwäbisch · Guts (Breisgau, Markgräflerland)  ugs., regional · Schlecksl (Ortenau)  ugs., regional · Schmärsel  ugs. · Sießschmeer  ugs., regional · Strichi (Elztal)  ugs., regional
  • Honig

Typische Verbindungen zu ›Semmel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Semmel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Semmel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Teddys für 5.50 Euro gingen weg wie warme Semmeln.
Die Welt, 02.12.2003
Und wenn ich das mit meinen fünf Jahren nicht gleich verstanden habe, dann mußte ich so lange trockene Semmeln essen, bis ich es kapiert habe.
Süddeutsche Zeitung, 08.09.1998
Dann wurde das Kind gebadet und die Alte verschwand mit der Semmel in einem Sack.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 21
Dann wälzt man sie in Mehl, dann in gequirltem Ei und zuletzt in geriebener Semmel.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 173
Er kaut an einer trockenen Semmel, berührt den Tee nicht.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 47
Zitationshilfe
„Semmel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Semmel>, abgerufen am 09.08.2020.

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