Sendbrief

WorttrennungSend-brief (computergeneriert)
WortzerlegungsendenBrief
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

früher offener Brief
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brief · Bannbrief · Frachtbrief · Kaufbrief · Schuldbrief · verbriefen · Sendbrief · brieflich · Briefwechsel · Briefmarke
Brief m. ‘persönliches, adressiertes Schriftstück’, ahd. briaf (9. Jh.), mhd. mnl. nl. brief, asächs. mnd. anord. brēf, schwed. brev sowie engl. brief ‘Anweisung, Instruktion’ sind entlehnt aus lat. brevis (libellus) oder spätlat. breve n. ‘kurzes Schreiben, Urkunde’ (6. Jh.), zum Adjektiv lat. brevis ‘kurz, klein’. Vor der Übernahme ins Ahd. muß bereits Längung des -e- eingetreten sein, so daß der Diphthong -ia- entstehen kann. Demgegenüber wird anord. asächs. mnd. und mengl. -ē- bewahrt, in den nord. Sprachen auch das neutrale Genus (nach lat. breve n.). Die älteste Bedeutung ‘Schreiben, Urkunde’ (9. Jh.) bleibt in vielen Verbindungen erhalten: Brief und Siegel (14. Jh.), Bannbrief m. (14. Jh.), Frachtbrief m. (17. Jh.), ↗Freibrief ‘Privileg’ (14. Jh., s. d.), Kaufbrief m. (15. Jh.), Schuldbrief m. (15. Jh.), ↗Steckbrief ‘öffentlich bekanntgemachte Personenbeschreibung eines Flüchtigen’ (16. Jh., s. d.); dazu auch verbriefen Vb. ahd. firbriaven (9. Jh.), mhd. verbrieven ‘urkundlich feststellen’. In den folgenden Wendungen und Zusammensetzungen wird die ältere Bedeutung ‘Urkunde’ durch die (seit dem 12. Jh. bezeugte) heute allein übliche Bedeutung von Brief (zuerst in mhd. sentbrief, nhd. Sendbrief m. ‘an jmdn. bzw. mehrere gerichtetes Schriftstück’, auch ‘Denkschrift’) abgelöst: offener Brief ‘öffentliche Urkunde, Bekanntmachung, Mitteilung’ (13. Jh.), später ein in einer Zeitung abgedrucktes oder als Vervielfältigung versandtes Schriftstück (19. Jh.), Briefkasten m. ‘Urkundentruhe’ (15. Jh.), seit 1824 ‘Postbriefkasten’, Briefträger m., mhd. brieftrager ‘Gerichtsbote, der amtliche Schreiben austrägt’ (14. Jh.), seit dem 18. Jh. ‘Postbriefzusteller’. brieflich Adj. ahd. briaflīh ‘schriftlich, brieflich’ (10. Jh.), mhd. brievelīchen Adv. Briefwechsel m. bereits Mitte des 16. Jhs. belegt, danach 1644 von Harsdörfer als Verdeutschung von ↗Korrespondenz (s. d.) vorgeschlagen. Briefmarke f. (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Sendbrief · ↗Sendschreiben · offener Brief
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dolmetschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sendbrief‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einem Sendbrief vom Juni 1525 erläuterte und verteidigte er nochmals seine Haltung.
Franz, G.: Bauernkrieg. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 28974
Sendbriefe zugunsten der neuen Lehre scheint das kath. Haus Fugger toleriert zu haben.
Schmid, Ernst Fritz: Fugger (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 18661
Zitationshilfe
„Sendbrief“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sendbrief>, abgerufen am 14.11.2019.

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