Sensibilität, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sensibilität · Nominativ Plural: Sensibilitäten
Aussprache
WorttrennungSen-si-bi-li-tät
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Sensibilität‹ als Letztglied: ↗Elektrosensibilität · ↗Sprachsensibilität
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Medizin Fähigkeit, Reize wahrzunehmen
Beispiel:
die Sensibilität der Haut
2.
Empfindsamkeit, Feinfühligkeit
Beispiele:
mit großer Sensibilität auf etw. reagieren
die feine Sensibilität eines Künstlers
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sensibel · Sensibilität · sensitiv · Sensualität · Sensor
sensibel Adj. ‘empfindsam, feinfühlig, seelisch leicht beeinflußbar, reizempfindlich’, im 17. Jh. entlehnt aus gleichbed. frz. sensible, das auf lat. sēnsibilis ‘was empfunden werden kann, empfindbar, der Empfindung fähig, mit Empfindung begabt’ beruht; zu lat. sēnsus ‘Wahrenehmung, Empfindung, Verstand’, Verbalabstraktum von lat. sentīre (sēnsum) ‘fühlen, empfinden, wahrnehmen, erfahren, meinen’. Zuerst in medizinischer Fachsprache ‘reizempfindlich’, seit dem 18. Jh. in der Psychologie und dann allgemein ‘empfindsam, feinfühlig’, auch ‘überempfindlich, mimosenhaft, leicht verletzbar’. Sensibilität f. ‘Empfindungsfähigkeit’ (18. Jh.), ‘Empfindsamkeit, Feinfühligkeit’ (19. Jh.), frz. sensibilité, nach lat. sēnsibilitas (Genitiv sēnsibilitātis) ‘Empfindungsfähigkeit’. sensitiv Adj. ‘leicht reizbar, überempfindlich, extrem feinfühlig’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. mlat. sensitivus, dann beeinflußt von frz. sensitif; zu lat. sēnsus (s. oben). Sensualität f. ‘Sinnlichkeit, Empfindungsvermögen’, entlehnt (18. Jh.) aus gleichbed. spätlat. sēnsualitas (Genitiv sēnsualitātis). Sensor m. (elektronisches) Meßgerät, ‘Meßfühler’, Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. engl. sensor, einer gelehrten Bildung zu lat. sēnsus (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dezenz · ↗Einfühlsamkeit · ↗Empfindsamkeit · ↗Feingefühl · ↗Feinsinnigkeit · Sensibilität · ↗Takt · ↗Zartgefühl  ●  ↗Empathie  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Einfühlsamkeit · ↗Einfühlung · ↗Einfühlungsgabe · ↗Einfühlungsvermögen · ↗Empathie · ↗Empfindungsvermögen · ↗Feingefühl · ↗Fingerspitzengefühl · ↗Gespür · ↗Mitgefühl · Sensibilität · ↗Sensitivität · ↗Verständnis · ↗Zartgefühl  ●  ↗Herz  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Einfühlungsvermögen Emotionalität Fingerspitzengefühl Gespür Intelligenz Kreativität Mangel Sorgfalt Umgang Verantwortungsbewußtsein Wachsamkeit ausgeprägt besonder erhöht fehlend geboten geschärft gesteigert gewachsen klanglich künstlerisch mangelnd moralisch nötig schärfen seismographisch sprachlich zeugen ästhetisch ökologisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sensibilität‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er tut dies mit allergrößter Sensibilität, behutsam, fast quälend langsam.
Die Welt, 18.12.2000
Ich hoffe, die neue Regierung hat dafür eine andere Sensibilität.
Der Tagesspiegel, 30.11.1998
Die Idee meines Buches ist es, die Sensibilität zu entwickeln.
Der Spiegel, 25.11.1996
Die mangelnde Sensibilität gegenüber dem Bösen macht uns unfähig für das Gute.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 70
Die Zahl neurotischer Kinder häuft sich etwa um die erwähnten Zeitpunkte höherer Sensibilität.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 122
Zitationshilfe
„Sensibilität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sensibilität>, abgerufen am 21.04.2019.

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