Sentenz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sentenz · Nominativ Plural: Sentenzen
Aussprache 
Worttrennung Sen-tenz
Wortbildung  mit ›Sentenz‹ als Erstglied: ↗sentenzartig · ↗sentenzhaft  ·  mit ›Sentenz‹ als Grundform: ↗sentenziös
Herkunft aus sententialat ‘(amtliche) Meinung, Sinn, Gedanke, Ausspruch, Urteil, Verstand, Denkspruch, Kernspruch’ < sentīrelat ‘fühlen, empfinden, wahrnehmen, Einsicht haben, meinen, denken’
eWDG

Bedeutungen

1.
kurz und treffend formulierter Ausspruch, Denkspruch, Sinnspruch
Beispiel:
eine einprägsame, geschliffene Sentenz
2.
veraltet, Jura richterliches Urteil
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sentenz · sentenziös
Sentenz f. ‘(bekannter) Ausspruch, Denkspruch, treffend formulierte Meinung’, mhd. sententie ‘Gottesurteil, päpstlicher oder kirchlicher Urteilsspruch, Beschluß’, frühnhd. sententz, auch (rechtssprachlich) ‘Urteilsspruch, Rechtsspruch’ (15. Jh.), entlehnt aus lat. sententia ‘(amtliche) Meinung, Sinn, Gedanke, Ausspruch, Urteil, Verstand, Denkspruch, Kernspruch’; zu lat. sentīre (sēnsum) ‘fühlen, empfinden, wahrnehmen, Einsicht haben, meinen, denken’. Im 16. und 17. Jh. wird die Verwendung des Wortes im Sinne von ‘Satz, Gedanke, Sinn’, in den theologischen reformatorischen Schriften ‘thesenhafter Lehrsatz, Ausspruch’ (aus der Bibel oder den Kirchenvätern) üblich. Aber auch der oben genannte heutige Gebrauch ist seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. in dt. Texten nachweisbar. Sentenz zeigt bis ins 18. Jh. meist maskulines Genus (wohl in Anlehnung an Spruch). sentenziös Adj. ‘treffend, zugespitzt, knapp formuliert, reich an Sentenzen’ (18. Jh.), frz. sentencieux ‘spruchartig, sentenzenreich, feierlich’, afrz. sentencios ‘sentenzenreich’, entlehnt aus lat. sententiōsus ‘gedankenreich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Denkspruch · ↗Gedankensplitter · ↗Sinngedicht  ●  ↗Sinnspruch  Hauptform · ↗Aphorismus  geh., bildungssprachlich · ↗Apophthegma  fachspr. · ↗Bonmot  geh. · ↗Gnome  fachspr. · ↗Priamel  fachspr. · Sentenz  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Sentenz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sentenz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sentenz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich mag keine Sentenzen, aber an diesen Satz glaube ich.
Die Zeit, 21.03.2011, Nr. 12
Allerdings gesteht sie den Glauben, je tumultartiger das Leben eines Autors ausfalle, desto stärker neige er zu Sentenzen.
Die Welt, 13.03.1999
Seine Vier Bücher der Sentenzen sind wahrscheinlich 1157 abgeschlossen worden 14.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 8356
Aber er nimmt den Meister der Sentenzen in Schutz gegen die Scholastiker.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 21584
Die Sentenzen stellen eine systematisch geordnete Zusammenfassung des gesamten theologischen Wissens der Zeit dar.
Ott, L.: Petrus Lombardus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 18623
Zitationshilfe
„Sentenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sentenz>, abgerufen am 20.01.2021.

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