Sermon, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sermons · Nominativ Plural: Sermone
WorttrennungSer-mon (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, abwertend langweiliges, weitschweifiges, nichtssagendes Gerede, Geschwätz
Beispiele:
er bekam einen langen Sermon zu hören
wir mussten geduldig seinen endlosen Sermon anhören
hoffentlich ist er bald fertig mit seinem Sermon!
Machte sie ihm Vorwürfe, so hörte er ... scheinbar teilnehmend zu, blies aber, sobald ihr Sermon (= ihre Strafpredigt) zu Ende war, mit dem Dampf seiner Zigarette die leidenschaftlichen Ermahnungen weit von sich weg [St. ZweigNovellen1,261]
2.
veraltet Predigt
Beispiel:
Der Sermon des Geistlichen war vorüber [G. Hauptm.4,473]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sermon m. ‘Rede, Predigt’, mhd. sermōn, im 14. Jh. entlehnt aus lat. sermo (Genitiv sermōnis) ‘Rede, Gespräch, Disputation’, kirchensprachlich ‘Predigt’. Aus häufigen Verbindungen des Substantivs mit entsprechenden Attributen (wie z. B. lang, langgeschweift) entwickelt sich seit dem 18. Jh. pejorativer Gebrauch im Sinne von ‘langweilige, trockene, moralisierende Rede’ und schließlich ‘langweiliges, leeres Gerede, Geschwätz’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schein-Tiefsinn · leere Worte · leeres Gerede  ●  ↗Blabla  ugs. · Geblubber  ugs. · ↗Gefasel  ugs. · ↗Gelaber  ugs. · ↗Gemunkel  ugs. · ↗Geplänkel  ugs. · ↗Gerede  ugs. · ↗Geschwafel  ugs. · ↗Geschwalle  ugs. · Geschwurbel  ugs. · ↗Geschwätz  ugs., Hauptform · ↗Geseire  ugs. · ↗Gewäsch  ugs. · Luftblasen  ugs., fig. · ↗Schmus  ugs. · Sermon  ugs. · dummes Zeug  ugs. · hohle Phrasen  ugs. · warme Worte  ugs., ironisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Erguss · ↗Redefluss · ↗Redeschwall · Sermon · ↗Suada · ↗Suade · ↗Tirade · ↗Wortfülle · ↗Wortschwall · wortreiche Rede
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kanzelrede · ↗Kanzelwort · ↗Predigt · Sermon
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Wucher

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sermon‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann aber ergibt er sich wieder dem Sermon, den er wohl schon hundertfach in den vergangenen Monaten heruntergebetet hat.
Die Welt, 23.04.2001
Schließlich ging der Sermon in Rufe nach Mia und der noch nicht sichtbar gewordenen, vielleicht nicht mehr vorhandenen Pia über.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 3
Dessen Wortlaut als Text sucht man vergeblich - man ist gezwungen, sich den langweiligen Sermon jedesmal von Anfang an anzuhören, wenn man etwas daraus wissen will.
C't, 1996, Nr. 9
Luther lehnte daher den großen Bann, den er noch in seinem »Sermon von dem Bann« (1520) beibehalten hatte, als weltliche Strafe ab.
Bavinck, J. H.: Kirchenzucht. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 15340
Luther begann mit dem »Sermon vom Sakrament des Leibes und Blutes Christi wider die Schwarmgeister« (1526).
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7196
Zitationshilfe
„Sermon“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sermon>, abgerufen am 24.02.2019.

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