Sex, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sex/Sexes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [sɛks]
Wortbildung  mit ›Sex‹ als Erstglied: Sex-Appeal · Sex-Shop · Sexappeal · Sexarbeiter · Sexarbeiterin · Sexbombe · Sexfilm · Sexfilmchen · Sexforschung · Sexfoto · Sexgott · Sexgöttin · Sexheft · Sexidol · Sexkino · Sexkomödie · Sexmagazin · Sexmodell · Sexmuffel · Sexobjekt · Sexorgie · Sexparty · Sexpostille · Sexpraktik · Sexprotz · Sexshop · Sexspiel · Sexspielzeug · Sexsymbol · Sexszene · Sextourismus · Sextourist · Sexwelle · sexbesessen · sexgeil · sexsüchtig · sexual · sexuell
 ·  mit ›Sex‹ als Letztglied: Analsex · Autosex2 · Autosex1 · Blümchensex · Cybersex · Gruppensex · Kindersex · Oralsex · SM-Sex · Safer Sex · Telefonsex · Vaginalsex
Herkunft aus gleichbedeutend sexengl, eigentlich ‘Zugehörigkeit zum männlichen oder weiblichen Geschlecht’
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Ausübung sexueller Handlungen, vor allem zwischen zwei oder mehreren Personen; Geschlechtsverkehr
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: vorehelicher, ehelicher, außerehelicher, gleichgeschlechtlicher, anonymer Sex; einvernehmlicher, ungeschützter, oraler, käuflicher Sex; hemmungsloser, leidenschaftlicher, wilder, heißer, schneller Sex
als Akkusativobjekt: Sex [mit jmdm.] haben, wollen, [eine bestimmte Form von]; Sex praktizieren, ausprobieren, bevorzugen, propagieren, verbieten
in Präpositionalgruppe/-objekt: Lust auf Sex; jmdn. zum Sex zwingen; über Sex reden; an Sex denken; für Sex bezahlen
in Koordination: Sex und Zärtlichkeit, Fortpflanzung, Pornographie, Liebe, Erotik
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Sex mit dem Partner, der Partnerin, mit Männern, Frauen, Minderjährigen, Prostituierten; Sex vor der Ehe, in der Ehe
Beispiele:
Ohne Sex sterben alle Arten aus. Ich denke, dass wir genetisch dazu programmiert sind, so viel Sex wie möglich zu haben, um uns fortzupflanzen. [Bild am Sonntag, 19.12.1999]
Büroangestellte beschwerten sich bei der Polizei über ein Paar, das angeblich in einem geparkten Auto, gut einsehbar für die Öffentlichkeit, Sex hatte. [Der Spiegel, 22.10.2014 (online)]
Ungeachtet aller Meldungen, dass Teenager immer früher Sex hätten, gäben nur zehn Prozent der 14‑Jährigen an, schon Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, und ein Drittel der 18‑Jährigen habe noch keine sexuellen Erfahrungen. [Süddeutsche Zeitung, 13.09.2008]
Sex ist mehr als Beischlaf und Penetration. Werte wie Erotik, Zärtlichkeit oder Humor kommen heute einfach viel zu selten vor. [Der Spiegel, 05.03.2007]
Sie [streng katholische Eltern] verdammten jede Art von vorehelichem Sex, nicht mal Selbstbefriedigung war erlaubt. Das war verdammt hart für mich als Teenager. [Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42]
Ich nahm mir Männer, immer wieder andere, nur weil ich alles kennenlernen wollte. Ich wollte nicht empfangen; Sex ist Vergnügen! An ein Kind dachte ich nicht. [Die Zeit, 18.10.1951, Nr. 42]
2.
seltener das Geschlechtliche, körperlich-sinnliche Begierde, Sexualität
Beispiele:
Wie jedes Gehirn im Tierreich wird auch das menschliche durch ein System aus Belohnung und Motivation angetrieben, welches durch Hunger, Durst und Sex gesteuert ist. [Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2011]
In Saudi‑Arabien gibt es keine Sexualkunde im Schulunterricht, in den Medien wird das Thema Sex herausgefiltert. [Süddeutsche Zeitung, 25.10.2013]
Brauchen wir die Lehnvokabel »Sex«, wenn unsere Begierde, unser Verlangen, unser Trieb mit Ungestüm und voller Feurigkeit den exquisiten Kitzel, die höchstmögliche Sinneslust, ja wahre Wollust in geschlechtlichen Akten, im Liebesspiel und im Liebeskampf anstrebt? [Die Welt, 16.10.2004]
Unser aller Leben – auch das von uns normal Sterblichen – wird zum großen Teil geprägt von Körperlichkeit (letztendlich sind wir nichts anderes), und die tägliche Konfrontation – ob gewollt oder nicht – mit Sex und Geschlechtlichkeit jeglicher Art tut das Ihrige dazu, neben Geist auch Fleisch zu berühren. [Süddeutsche Zeitung, 04.03.1998]
Wer Sex unterdrückt, wird niemals meditieren können. In dem Moment, in dem Sie still werden, tauchen sexuelle Phantasien auf. [Der Spiegel, 05.08.1985]
3.
umgangssprachlich geschlechtliches, körperliches Begehren erweckende, sinnliche Anziehungskraft, Ausstrahlung
Synonym zu Sex-Appeal
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: Sex haben
Beispiele:
Da quoll Sex aus der Stimme [der Synchronsprecherin], selbst wenn das [Leinwand-]Bild eher züchtig war. [Die Welt, 16.09.2016]
Er liebte die Musik, er liebte Frauen. Eine Frau musste für ihn »Sex ausstrahlen, etwas Elektrisierendes«. [Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2011]
Prototyp der Kundschaft ist ganz sicher der Barmann – eine Figur wie aus der »Duff«‍‑Kneipe in Springfield während der Prohibition: Lederhose, gelbes T‑Shirt, schwarzpomadiertes Haar. Das hat Sex, wie er vor der schwarz‑weiß gekachelten Wand steht und Bier verkauft. [Der Tagesspiegel, 27.09.2001]
Das kann [der Schauspieler] Maertens richtig gut: aus einer weichen, zärtlichen Kinderstimme in ein verzweifeltes, sich überschlagendes Gebrüll kippen. Das hat Farbe, das hat Sex. [Berliner Zeitung, 08.11.1996]
Von Rosemary Clooney mit abgebrühtem Sex in der Stimme und dick aufgetragenem levantinischen Akzent […] gesungen, dröhnte die aggressive Aufforderung »Come on‑a my house« (Komm rein in mein Haus) monatelang aus Radiogeräten[…]. [Der Spiegel, 10.12.1952]
metonymischNeben Gewalt ist bekanntlich vor allem Sex (= Darstellung Begehren erweckender Motive) in der Werbung ein Hingucker – und stellt die Toleranz des Werberats zuweilen auf harte Proben. [Der Spiegel, 22.10.2003 (online)]
metonymischSeine Männerunterhosen verkaufte er [Klein] mit Sex, wie ihn die Werbewelt bis dahin nicht gesehen hatte – er ließ sie von weiblichen Models präsentieren. [Der Spiegel, 17.01.1994]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sex · Sex-Appeal · sexual · sexuell · Sexualität · sexy · Sexus
Sex m. ‘(natürliches) Geschlecht’, besonders ‘(dargestellte) Sexualität, sexuelle Betätigung, geschlechtliche Anziehungskraft’, Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. engl. sex, eigentlich ‘Zugehörigkeit zum männlichen oder weiblichen Geschlecht’, entlehnt aus afrz. sexe bzw. direkt aus diesem zugrundeliegendem lat. sexus ‘das männliche und weibliche Geschlecht’, einer wohl aus einem alten Dual zu einem o-Stamm (*sexo-) oder einem es/os-Stamm (dessen erstarrter Nominativ Sing. das indeklinable lat. secus ‘Geschlecht’ ist) ‘die beiden Geschlechter, die beiden Teile, Hälften’ hervorgegangenen Bildung zu lat. secāre ‘schneiden, trennen, unterscheiden’. Seit der 2. Hälfte des 20. Jhs. gilt Sex durch amerik.-engl. Einfluß besonders für ‘das Nurgeschlechtliche, die geschlechtliche Anziehungskraft, Ausstrahlung, Betätigung, Potenz’ und löst damit im Dt. früher belegtes Sex-Appeal m. ‘starke geschlechtliche Anziehungskraft (besonders der Frau), erotische Ausstrahlung, Charme’ (1. Viertel 20. Jh.) ab, nach amerik.-engl. sexappeal, vgl. engl. appeal ‘Gefallen, Anklang, Anziehungskraft, Reiz’, letztlich wie Appell (s. d.) auf lat. appellāre zurückgehend. sexual Adj. ‘geschlechtlich, auf das Geschlecht bezogen’ (18. Jh.), von spätlat. sexuālis ‘zum Geschlecht gehörig’; meist als Bestimmungswort in Komposita, vgl. Sexualsystem, -trieb (18. Jh.), -krankheit (19. Jh.), -leben (20. Jh.). sexuell Adj. ‘das Geschlecht betreffend, auf die Sexualität bezogen, erotisch’, Entlehnung (18. Jh.) von frz. sexuel, nach spätlat. sexuālis (s. oben). Sexualität f. ‘Geschlechtlichkeit, Gesamtheit des Geschlechtslebens und seiner Erscheinungen, Geschlechtstrieb’ (Anfang 19. Jh.), gebildet zu sexual (s. oben). sexy Adj. (indeklinabel) ‘geschlechtsbetont, körperlich anziehend, erregend, erotisch attraktiv’ (Mitte 20. Jh.), engl. sexy, Adjektivableitung von engl. sex (s. oben). Sexus m. ‘(natürliches) Geschlecht, (der Fortpflanzung und Arterhaltung dienender) Geschlechtstrieb’, meist fachsprachlich (Anfang 18. Jh., häufiger im 20. Jh.), lat. sexus ‘das männliche und weibliche Geschlecht’ (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Sex‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sex‹.

Zitationshilfe
„Sex“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sex#1>, abgerufen am 23.01.2022.

Weitere Informationen …

Sex, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Sex/Sexes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [sɛks]
Wortbildung  mit ›Sex‹ als Erstglied: Sexist · Sexlekt
Herkunft aus gleichbedeutend sexengl, eigentlich ‘Zugehörigkeit zum männlichen oder weiblichen Geschlecht’
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Sozialwissenschaften biologisches Geschlecht
Beispiele:
Sex und Gender sind zwei Begriffe, die das Geschlecht eines Menschen beschreiben. Mit Sex ist das biologische Geschlecht gemeint, das man an den äußeren Geschlechtsmerkmalen erkennt. Mit Gender sind die Geschlechterrollen und Zuschreibungen gemeint, die in Gesellschaften vorherrschen. [Die Welt, 03.06.2015]
Mit Sex bezeichnen Sozialwissenschaftler das biologische Geschlecht. […] [Die Zeit, 15.06.2017, Nr. 25]
Die GRÜNE JUGEND geht [in der Gleichstellung aller Geschlechter] noch ein bisschen weiter und will nicht nur das Gender (soziales Geschlecht) sondern auch das Sex (biologisches Geschlecht) dekonstruieren. [glitzerpartikel, 24.11.2012, aufgerufen am 28.04.2016]
Während in der englischen Sprache seit jeher vom biologischen (Sex) und sozialen Geschlecht (Gender) gesprochen wurde, fehlt diese erhellende Unterscheidung im Deutschen. [Der Standard, 12.07.2011]
»Sex« bezeichnet das biologische Geschlecht, »Gender« die sozialen Rollen »Mann« und »Frau«, die auf das biologische Geschlecht draufgesattelt worden sind. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 379]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sex · Sex-Appeal · sexual · sexuell · Sexualität · sexy · Sexus
Sex m. ‘(natürliches) Geschlecht’, besonders ‘(dargestellte) Sexualität, sexuelle Betätigung, geschlechtliche Anziehungskraft’, Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. engl. sex, eigentlich ‘Zugehörigkeit zum männlichen oder weiblichen Geschlecht’, entlehnt aus afrz. sexe bzw. direkt aus diesem zugrundeliegendem lat. sexus ‘das männliche und weibliche Geschlecht’, einer wohl aus einem alten Dual zu einem o-Stamm (*sexo-) oder einem es/os-Stamm (dessen erstarrter Nominativ Sing. das indeklinable lat. secus ‘Geschlecht’ ist) ‘die beiden Geschlechter, die beiden Teile, Hälften’ hervorgegangenen Bildung zu lat. secāre ‘schneiden, trennen, unterscheiden’. Seit der 2. Hälfte des 20. Jhs. gilt Sex durch amerik.-engl. Einfluß besonders für ‘das Nurgeschlechtliche, die geschlechtliche Anziehungskraft, Ausstrahlung, Betätigung, Potenz’ und löst damit im Dt. früher belegtes Sex-Appeal m. ‘starke geschlechtliche Anziehungskraft (besonders der Frau), erotische Ausstrahlung, Charme’ (1. Viertel 20. Jh.) ab, nach amerik.-engl. sexappeal, vgl. engl. appeal ‘Gefallen, Anklang, Anziehungskraft, Reiz’, letztlich wie Appell (s. d.) auf lat. appellāre zurückgehend. sexual Adj. ‘geschlechtlich, auf das Geschlecht bezogen’ (18. Jh.), von spätlat. sexuālis ‘zum Geschlecht gehörig’; meist als Bestimmungswort in Komposita, vgl. Sexualsystem, -trieb (18. Jh.), -krankheit (19. Jh.), -leben (20. Jh.). sexuell Adj. ‘das Geschlecht betreffend, auf die Sexualität bezogen, erotisch’, Entlehnung (18. Jh.) von frz. sexuel, nach spätlat. sexuālis (s. oben). Sexualität f. ‘Geschlechtlichkeit, Gesamtheit des Geschlechtslebens und seiner Erscheinungen, Geschlechtstrieb’ (Anfang 19. Jh.), gebildet zu sexual (s. oben). sexy Adj. (indeklinabel) ‘geschlechtsbetont, körperlich anziehend, erregend, erotisch attraktiv’ (Mitte 20. Jh.), engl. sexy, Adjektivableitung von engl. sex (s. oben). Sexus m. ‘(natürliches) Geschlecht, (der Fortpflanzung und Arterhaltung dienender) Geschlechtstrieb’, meist fachsprachlich (Anfang 18. Jh., häufiger im 20. Jh.), lat. sexus ‘das männliche und weibliche Geschlecht’ (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Sex‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sex‹.

Zitationshilfe
„Sex“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sex#2>, abgerufen am 23.01.2022.

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