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Sexualstrafrecht, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Sexualstrafrecht(e)s · Nominativ Plural: Sexualstrafrechte · wird selten im Plural verwendet
Aussprache  [zɛksuˈaːlʃtʀaːfʀɛçt]
Worttrennung Se-xu-al-straf-recht
Wortzerlegung sexual Strafrecht
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Recht Gesamtheit der Normen des Strafrechts, die dem Schutz der sexuellen Selbstbestimmung dienen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein neues, schärferes, verschärftes Sexualstrafrecht
als Akkusativobjekt: das Sexualstrafrecht verschärfen
als Genitivattribut: die Reform, Verschärfung, Liberalisierung, Änderung des Sexualstrafrechts
Beispiele:
Das Sexualstrafrecht ist im 13. Abschnitt des Strafgesetzbuchs (StGB) geregelt, den »Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung«. Umfasst werden etwa alle Formen des Missbrauchs, ausdrücklich und mit besonders scharfen Strafen alle Taten, bei denen der Täter seine berufliche oder amtliche Stellung ausnutzt. Ein Kernparagraf ist zudem die »sexuelle Nötigung«. [Der Tagesspiegel, 12.11.2014]
Den Straftatbestand »fahrlässige Vergewaltigung« gibt es [in Schweden] erst, seit das revidierte Sexualstrafrecht im Sommer 2018 in Kraft getreten ist. Seither ist für die Einschätzung einer Tat als Vergewaltigung nicht mehr ausschlaggebend, ob das Opfer mit Gewalt bedroht wurde, sich aktiv wehrte oder sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Täter befand. [Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2020]
Da das Sexualstrafrecht im Juni 2016 verschärft worden war, tauchen laut Kriminologen und Polizei in den danach erstellten Statistiken naturgemäss mehr Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auf. [Neue Zürcher Zeitung, 23.03.2018]
Das sonst so liberale Schweden hat eines der strengsten Sexualstrafrechte in Europa. Nun will die rot‑grüne Regierung in Stockholm die Schraube noch weiter anziehen. Geht es nach der Mehrheit der Parlamentsmitglieder, müssen Männer dort künftig aktiv um Erlaubnis bitten, wenn sie mit einer Frau Sex haben wollen – tun sie das nicht, droht ihnen im Extremfall eine Verurteilung wegen Vergewaltigung. [Döbelner Allgemeine Zeitung, 19.12.2017]
Das Nachkriegsberlin war kein Eldorado für Homosexuelle. Die Adenauer‑Republik hatte den scharfen Paragrafen 175 aus dem Sexualstrafrecht der Nazi‑Zeit übernommen, der homosexuelle Beziehungen unter Strafe stellte, und damit alle Hoffnungen der Szene zunichte gemacht, Berlin könne nach den Verfolgungen der Nazi‑Zeit wieder an seine liberale und prächtig schillernde Vergangenheit der zwanziger Jahre anschließen. [Die Welt, 16.11.2001]
Der Gesetzgeber muß demnach, will er das Sexualstrafrecht reformieren und hier speziell das Verbot der Pornographie aufheben, sich fragen, ob die Freigabe pornographischer Darstellung, ihre Herstellung und ihr Vertrieb sozialschädlich sind. [Die Zeit, 04.12.1970]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Sexualstrafrecht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sexualstrafrecht‹.

Zitationshilfe
„Sexualstrafrecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sexualstrafrecht>.

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